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Reynald Temarii ist seit 2004 Mitglied der FIFA-Exekutive © imago

Am Mittwoch soll die Anhörung der unter Korruptionsverdacht stehenden Exekutiv-Mitglieder beginnen. Ein Verdächtiger bleibt gelassen.

München - Am Tag vor der Anhörung im Korruptionsskandal hat einer der verdächtigten FIFA-Funktionäre seine Unschuld beteuert.

"Ich bin unschuldig. Ich werde beweisen, dass ich ein ehrlicher Mann bin. Ich denke nicht an Rücktritt", sagte Vize-Präsident Reynald Temarii der Internetplattform "insideworldfootball.com".

Am Mittwoch muss sich der Tahitianer gemeinsam mit dem Nigerianer Amos Adamu vor der Ethik-Kommission des Weltverbandes verantworten.

Dort soll geklärt werden, ob die Mitglieder der FIFA-Exekutive ihre Stimmen für die Vergabe der WM 2018 und 2022 verkaufen wollten.

"Bin von meiner Integrität überzeugt"

Der Anhörung sieht Temarii, Präsident des Ozeanischen Verbandes, recht gelassen entgegen. "Ich bin nicht schockiert wegen der Anschuldigungen. Ich weiß, was ich getan habe, und ich weiß, was ich jetzt zu tun habe", sagte der 43-Jährige:

"Ich bin zu einhundert Prozent von meiner Integrität überzeugt. Die Ethik-Kommission wird mir sagen, ob ich Recht habe oder nicht."

Alle, die ihm Bestechlichkeit vorwerfen, hätten "nur 15 Sekunden" des belastenden Videomaterials gesehen. "Sie sollten die kompletten 45 Minuten sehen. Dann werden sie verstehen. Ich bin schockiert", sagte Temarii. Ein Team von Undercover-Reportern der britischen Zeitung "Sunday Times" hatte den Skandal ins Rollen begracht.

Erstes Verhör am Mittwoch

Am Mittwoch müssen die Funktionäre nun mit Konsequenzen rechnen. Die Ethik-Kommission wird Temarii und Adamu erstmals verhören. Auch den Verbänden, die angeblich in die Bestechungsaffäre verwickelt sind, drohen Sanktionen.

Claudio Sulser, Vorsitzender der Ethik-Kommission, soll nach Angaben der FIFA hart durchgreifen und könnte provisorische Strafen aussprechen. Die FIFA bestätigte ebenso, dass Absprachen im Rahmen des Bewerbungsverfahrens zwischen Verbänden ein klarer Verstoß gegen die Bewerbungskriterien seien.

Einer der Verdächtigten soll im Gespräch mit den Undercover-Journalisten erzählt haben, er sei schon von zwei (weiteren) Bewerbungskomitees angesprochen worden. Ob dies der Wahrheit entsprach oder nur eine Aussage war, die den Preis in die Höhe treiben sollte, ist unklar.

Blatter erteilt Redeverbot

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hatte den Mitgliedern der 24-köpfigen FIFA-Exekutive als erste Reaktion bis zur Klärung der Vorwürfe in einem persönlichen Brief ein Redeverbot erteilt. Die Endrunden 2018 und 2022 werden am 2. Dezember in Zürich vergeben.

Im Exekutivkomitee der FIFA sitzen 24 Mitglieder, deren Durchschnittsalter bei 63 Jahren liegt. Neben Präsident Blatter gehören dem Gremium acht Vize-Präsidenten und 15 weitere hochrangige Funktionäre an.

Der beschuldigte Temarii aus Tahiti ist wie auch UEFA-Boss Michel Platini einer der acht Vize-Präsidenten. Der 43-Jährige war früher Fußball-Profi und verdiente sein Geld unter anderem beim FC Nantes in Frankreich. Der 75-Jährige Adamu aus Nigeria ist einfaches Mitglied der Exekutive. Der frühere Lehrer ist Präsident des Westafrikanischen Fußball-Verbandes.

Die Ethik-Kommission der FIFA zählt 15 Mitglieder. Vorsitzender ist der Schweizer Claudio Sulser. Deutschland wird vom Juristen Günther Hirsch vertreten.

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