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FIFA-Präsident Joseph S. Blatter wird das Ergebnis am Nachmittag verkünden © getty

Erstmal werden zwei Weltmeisterschaften an einem Tag vergeben. Doch skandalöse Vorfälle und Absprachen überschatten die Vergabe.

Von Christian Stüwe

München - Neben den Olympischen Spielen gilt die Fußball-Weltmeisterschaft als bedeutendstes Sportereignis der Welt.

Am Donnerstag (ab 16 Uhr im LIVE-TICKER) werden in Zürich erstmals zwei Turniere an einem Tag vergeben.

Eigentlich müsste dieser Tag also ein Feiertag für die FIFA sein.

Ist er aber nicht, da skandalöse Vorfälle im Umfeld die Vergabe der Turniere überschatten.

Mögliche Absprachen und Bestechungen der Mitglieder der FIFA-Exekutive bestimmen die Schlagzeilen, sogar von Manipulation wird gesprochen.

Iberer paktieren mit Katar

Die gemeinsamen Bewerber Spanien und Portugal haben etwa ein Bündnis mit Katar geschlossen.

Das einflussreiche Scheichtum unterstützt die Bewerbung der Iberer für 2018, woraufhin sich diese wiederum für ein Turnier im Wüstenstaat vier Jahre später stark machen.

Solche Absprachen bewogen Russlands Ministerpräsidenten Wladimir Putin gar, von einem "skrupellosen Wettbewerb" zu sprechen und der Veranstaltung fernzubleiben.

Juristen befürchten sogar, dass die Wahl im Nachhinein angefochten werden könnte.

SPORT1 hat die Fakten zur Vergabe der beiden Turniere:

Warum könnte die Wahl ungültig sein?

Nach der Suspendierung der Exekutiv-Mitglieder Reynald Temarii (Tahiti) und Amos Adamu (Nigeria) sind nur noch 22 der 24 Mitglieder stimmberechtigt.

Temarii, der auf das Lockangebot eines britischen Journalisten eingegangen war und seine Stimme verkaufen wollte, will seine einjährige Sperre durch die Ethik-Kommission der FIFA nicht akzeptieren und klagen.

Somit können keine Ersatzmänner für Temarii und Adamu einspringen, weshalb die Wahl auf wackeligen Beinen steht.

"Das Risiko der FIFA ist, dass ihr WM-Votum unwirksam sein könnte, wenn wir dem juristischen Prozedere folgen und der Sportgerichtshof CAS am Ende die Suspendierung aufheben sollte", sagte Temariis Anwältin Geraldine Lisieur,

Welche Länder möchten die WM 2018 ausrichten?

Gemaß dem Rotationsprinzip der FIFA wird das Turnier auf jedem Fall in Europa stattfinden.

Belgien und die Niederlande haben sich gemeinsam beworben, genauso wie Spanien und Portugal.

England und Russland sind die weiteren Kandidaten.

Wer ist Favorit für 2018?

Bei den Buchmachern gilt Russland als Favorit auf die Ausrichtung.

England, das bei der Auslosung durch Premier David Cameron, Prinz William und David Beckham vertreten wird, werden die zweitbesten Chancen eingeräumt.

Allerdings haben die zahlreichen Enthüllungen über dubiose FIFA-Machenschaften in britischen Medien angeblich zahlreiche Entscheider gegen das Fußball-Mutterland aufgebracht.

Daher sehen andere Spanien/Portugal in der Pole Position, auch aufgrund des Bündnisses mit Katar.

Welche Länder möchten die WM 2022 ausrichten?

2022 werden entweder der asiatische Verband AFC oder der nordamerikanische Verband CONCACAF das Turnier ausrichten.

Australien, Japan, Südkorea, Katar und die Vereinigten Staaten haben sich beworben.

Wer ist Favorit?

Das Scheichtum Katar wird vor den USA, die durch Ex-Präsident Bill Clinton in Zürich vertreten werden, in der Favoritenrolle gesehen.

Sollte das Turnier nach Katar vergeben werden, würde die Weltmeisterschaft bei Durchschnittstemperaturen um die 40 Grad ausgetragen werden.

Emir Scheich Hamad bi Khalifa al-Than hat aber bereits angekündigt, im Falle eines Zuschlags die Stadien kühlen zu wollen.

Australien werden Außenseiterchancen auf die Ausrichtung eingeräumt, Japan und Südkorea haben offenbar nur minimale Chancen.

Wer wählt und wie wird gewählt?

Die 22 verbliebenen Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees, darunter Franz Beckenbauer, werden ihre Stimmen abgeben.

Um 14 Uhr beginnen am Donnerstag in Zürich die geheimen Wahlgänge, die absolute Mehrheit ist für den Zuschlag nötig.

Gibt es in einem Wahlgang keine absolute Mehrheit, fällt der Bewerber mit den wenigsten Stimmen raus.

Sollte es am Ende zwischen zwei Bewerbern Unentschieden stehen, gibt die Stimmen von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter den Ausschlag.

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