Die FIFA stößt mit der WM-Vergabe, insbesondere an Katar, auf viel Unverständnis. Ein Systemfehler ist dabei extrem ärgerlich.

Die WM 2018 geht nach Russland, 2022 wird in Katar gekickt.

Für viele Fußball-Fans ist spätestens seit diesem Moment die Glaubwürdigkeit der FIFA dahin.

Besonders die WM-Vergabe in den Wüstenstaat Katar stößt bitter auf.

[image id="4124e4fe-648c-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Die dortige Nationalelf ist bedeutungslos, hat noch nie an einer WM teilgenommen. In dem Land (1,7 Millionen Einwohner) wohnen nur etwas mehr Menschen als in München.

Mit Verlaub: Diese Entscheidung ist ein Witz und allein mit wirtschaftlichen Interessen zu erklären.

Damit in Katar bei Temperaturen von 50 Grad Celsius im Sommer überhaupt Fußball gespielt werden kann, sollen alle Stadien komplett klimatisiert sein.

Eine Verrücktheit und ein riesiges Wagnis, das der Weltverband eingeht!

Doch dem Exekutivkomitee war das anscheinend egal. Die Vergabe hat insgesamt ein Gschmäckle.

Aus dem ursprünglich 24-köpfigen Exekutivkomitee wurden im Vorfeld zwei Mitglieder wegen Korruptionsvorwürfen suspendiert.

Auch gegen drei weitere Mitglieder kamen Anschuldigungen auf, doch sie durften abstimmen.

Der Vertreter von Katar im Exekutivkommittee, Mohamed Bin Hammam, gestand vorab sogar ein, dass er einen Stimmenhandel für möglich halte.

"Wenn es einen Deal gibt zwischen mir und Angel Maria aus Spanien oder anderen Beteiligten des Exekutivkomitees - dann sehe ich das nicht als Problem."

Die Schuld wies er der FIFA zu, die nun mal zwei Weltmeisterschaften an einem Tag vergebe.

Tatsächlich war die Doppelvergabe der Systemfehler schlechthin.

Doch die FIFA um Boss Sepp Blatter machte sich nichts aus diesem ach so kleinen Problem.

Es ist nicht auszuschließen, dass einige der hohen Herren des Weltfußballverbands, im Schnitt 65 Jahre alt, sich einfach die größtmöglichen Pfründe sichern wollten.

Höchst interessant ist im Rückblick auch, dass Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin von einem "skrupellosen Wettbewerb" unter den Bewerberländern gesprochen hatte.

Spätestens jetzt ist klar warum.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel