vergrößernverkleinern
FIFA-Präsident Blatter (r.) überreicht Katars First Lady Mozah bint Nasser Al Missned den WM-Pokal © getty

Die Vergabe der WM 2022 in den Wüstenstaat wird kritisch aufgenommen. Der US-Präsident glaubt, dass die Entscheidung falsch sei.

München - Im Vorfeld war die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften skandalumwittert, nun wo Russland und Katar als Gastgeber feststehen, ist das Echo geteilt.

Während die Reaktionen auf die Vergabe des Turniers an Russland im Jahre 2018 in erster Linie positiv ausfallen, wird die WM vier Jahre später im Wüstenstaat eher kritisch beurteilt. (AKTUELL: Die Gastgeberländer im Porträt)

US-Präsident Barack Obama hält die Entscheidung schlichtweg für falsch, DFB-Teammanager Oliver Bierhoff schätzt den Austragungsort als "nicht optimal" ein. (EINWURF: Glaubwürdigkeit in die Wüste geschickt)

Einig sind sich aber die Staatsoberhäupter beider Ausrichterländer, die sich schon jetzt auf die Turniere freuen.

SPORT1 hat die Reaktionen zur WM-Vergabe. 320256(DIASHOW: Die Bilder der WM-Vergabe)

Theo Zwanziger (DFB-Präsident): "Die Entscheidung, die WM 2022 nach Katar zu vergeben, hat mich trotz der Diskussionen und Meldungen der vergangenen Wochen ein wenig überrascht. Ich bin mir sicher, dass die Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees alle Bedenken, die es gegen diese Wahl geben kann, bei ihrer Entscheidungsfindung bedacht haben."

"Ich bin der Meinung, dass ein friedliches Fußballfest einen Beitrag zur politischen Stabilisierung in dieser Region leisten kann."

"Russland möchte natürlich sehr gerne an die großen fußballerischen Zeiten der Sowjetunion in den 60er- und 70er-Jahren anknüpfen, in der es auch tolle Spiele gegen die deutsche Nationalmannschaft gegeben hat."

Oliver Bierhoff (DFB-Teammanager): "Grundsätzlich, ob ein Fan nun nach Amerika, Australien oder nach Katar fliegt, da ist es für den europäischen Fan Katar wahrscheinlich noch besser als Australien. Aber ich finde natürlich generell die Stimmung im Land, wo die WM stattfindet, auch sehr wichtig. Insofern betrachte ich Katar nicht als optimale Lösung."

Joseph S. Blatter (FIFA-Präsident): "Danke an das Exekutivkomitee der FIFA, denn wir gehen in neue Länder. Osteuropa und der Mittlere Osten warten. Ich bin ein glücklicher Präsident. Aber ich muss allen Bewerbern ein großes Lob aussprechen für den tollen Job, den sie gemacht haben. Beim Fußball geht es nicht nur ums Gewinnen, es ist auch eine Schule des Lebens, in der man lernen muss zu verlieren, und das ist nicht einfach."

Vladimir Putin (Ministerpräsident Russland): "Die Entscheidung zeigt, dass Russland vertrauenswürdig ist und sagt viel aus über unsere wirtschaftliche Möglichkeiten und unsere politische Stabilität."

Dmitri Medwedew (Russland Präsident): "Hurra! Sieg! Jetzt beginnt für uns die Vorbereitung auf die WM."

Alexej Kudrin (Finanzminister Russland): "Wir haben einen klaren Plan, es muss an keinem Ende gespart werden."

Scheich Mohammed bin Chalifa Al Thani (Staatsoberhaupt Katar): "Die erste WM auf arabischem Boden wird etwas ganz Besonderes. Der Fußball wird die Kulturen weiter verbinden. Dass wir so eine Veranstaltung organisieren können, haben wir bei den Asien-Spielen 2006 bewiesen."

Scheich Mohammed bin Hamad Al-Thani (Chef des Bewerbungskomitees von Katar): "Zu Beginn hatten uns schon alle abgeschrieben. Niemand hat uns eine Chance gegeben. Im Namen von Millionen Menschen im Mittleren Osten möchte ich mich bei der FIFA bedanken. Im Sommer 2022 haben wir ein Treffen mit der Geschichte."

Barack Obama (US-Präsident): "Ich denke, dies war die falsche Entscheidung."

David Beckham (Botschafter der englischen Bewerbung): "Wir sind enttäuscht, aber wir wünschen Russland und Katar alles Gute. Das sind zwei großartige Länder, die die FIFA stolz machen werden. Es ist natürlich hart, ohne die WM nach Hause zu kommen. Unser Bewerbungsteam hat alles unternommen, was möglich war. Wir hätten keine bessere Bewerbung abgeben können."

Prinz William (Präsident des englischen Verbandes FA): "Das ist sehr traurig, ich bin enttäuscht. Mit tut es für die Fans daheim leid. Wir haben alles gemacht, was wir konnten. Wir hatten eine starke Bewerbung, leider hat es nicht geklappt. Die Jungs haben einen fantastischen Job gemacht, ich bin sehr stolz auf sie. Glückwunsch an Russland."

David Cameron (Großbritanniens Premierminister): "Das ist sehr enttäuschend. Wir hatten von kommerziellen Aspekten her die beste Bewerbung, unser Land ist eine leidenschaftliche Fußball-Nation. Leider hat das nicht gereicht."

Vicente del Bosque (Nationaltrainer Spaniens): "Vielleicht wollten die Mitglieder des Exekutivkomitees dem Fußball neue Welten erschließen und ihn in neue Länder bringen - wirtschaftsstarke Länder, die Geld haben."

Jean-Marie Pfaff (ehemaliger Nationaltorhüter Belgiens): "Wir haben alles gegeben, im Rahmen unserer Möglichkeiten. Bei vier Bewerbungen war es klar, dass es drei Verlierer geben wird. Wir können stolz sein auf das, was wir geleistet haben."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel