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Weltweit (hier Australien) fiebern die Fans bei der WM-Vergabe mit © getty

Die WM-Vergabe an Katar und Russland stößt international auf ein gewaltiges Medienecho. SPORT1 präsentiert die Pressestimmen.

München - Die Resonanz auf die WM-Vergaben 2018 und 2022 nach Katar und Russland in den Medien ist enorm.

Viele Zeitungen üben scharfe Kritik und werfen dem Fußball-Weltverband FIFA Korruption und Schiebung vor. Vor allem Englands Medien sind außer sich vor Empörung. (EINWURF: Glaubwürdigkeit in die Wüste geschickt)

In Russland und Katar hingegen wird die Entscheidung gefeiert. (AKTUELL: Die Gastgeberländer im Porträt)

SPORT1 dokumentiert die internationalen Pressestimmen 320256(DIASHOW: Die Bilder der WM-Vergabe):

RUSSLAND

Sport-Express: "Die ganze Welt hat erfahren: Russland ist nicht nur Wodka und warme Mützen."

Komsomalskiaja Prawda: "Erst die Olympischen Spiele in Sotschi, dann die Fußball-Weltmeisterschaft: Jetzt kann uns nichts mehr aufhalten. Der 2. Dezember 2010 wird als großer Tag in die Geschichte des Welt-Fußballs eingehen."

Sowjetski Sport: "Wir sind die Gastgeber! Unsere Konkurrenten mussten die Überlegenheit Russlands anerkennen. Die WM 2018 wird in 13 russischen Städten stattfinden."

ENGLAND

Daily Mirror: "Russland ist ein von Korruption durchzogener Mafia-Staat, Katar ein mittelalterliches Königreich ohne Meinungsfreiheit. Wie um alles in der Welt haben sie die überbezahlten Mitglieder der FIFA davon überzeugt, ihnen die WM zu geben? VERKAUFT!"

The Sun: "Die FIFA schiebt Russland die WM zu. Unsere Bewerbung bekommt nur zwei mickrige Stimmen. Die Entscheidung der FIFA war ein Affront gegenüber England, das eine Bewerbung auf die Beine gestellt hatte, die von vielen Beobachtern als die beste angesehen wurde. Erste Stimmen fordern bereits eine Korruptions-Untersuchung."

The Times: "Das war eine Blamage. England ist Letzter der vier Bewerber geworden. Eine Weltmeisterschaft sollte ein Fest des Sports sein. Doch der Vergabeprozess entpuppte sich als ein schwarzes Loch aus Hinterzimmer-Machenschaften und politischem Eigeninteresse. Dies war eine Peinlichkeit für einen internationalen Sportverband. Die FIFA sollte ihre Probleme jetzt aufarbeiten."

The Guardian: "Russlands Sieg ist eine Erniedrigung für England. Nachdem sich das Mutterland des Fußballs im Sommer in Südafrika nicht mit Ruhm bekleckert hatte, musste es schon wieder eine schallende Ohrfeige einstecken. Die Diplomatie von David Cameron, Prinz William und David Beckham zeigte, dass Englands Bewerbung nichts mit der brutalen Realität der FIFA-Politik zu tun hatte. Wladimir Putin feierte einen Sieg ohne überhaupt bei der Vergabe in Zürich anwesend zu sein."

Daily Mail: "War die WM-Vergabe ein abgekatertes Spiel? Das erniedrigte England zieht mal wieder den Kürzeren. Von der Downing Street gibt es keine Glückwünsche an Russland. Englands bittere Niederlage im Rennen um die Weltmeisterschaft 2018 hat einen neuen "Kalten Krieg" mit Russland ausgelöst. Inmitten schwerer Vorwürfe von nebulösen Hinterzimmer-Deals bekam Russland das Turnier - ein Land, das durch die Wikileaks-Enthüllungen als Mafia-Staat gebrandmarkt worden ist."

NIEDERLANDE

De Volkskrant: "Der seltsame Geldzirkus erlebt in Zürich seinen Höhepunkt. Die FIFA sprach ein deutliches Urteil und vergab die Weltmeisterschaften an Russland und Katar. Beide Länder sind keine Vorbilder für Demokratie, gewannen aber das Spiel im Hinterzimmer. Man kam aus dem Staunen nicht heraus."

De Telegraaf: "Die Russen schnappen sich den Hauptgewinn, die WM 2022 steigt in Katar. Bei der niederländischen Delegation war die Enttäuschung groß. Aber es war eine ehrenvolle Niederlage. Der Bewerbung von Holland und Belgien gelang es innerhalb eines Jahres, sich von einer Lachnummer zu einem seriösen Außenseiter zu entwickeln. Jetzt müssen sich die Niederlande für die EURO 2020 bewerben.

Ad: "Der Optimismus wird nicht belohnt. Die Niederlande und Belgien greifen daneben. Die FIFA muss jetzt vollständig auf den Kopf gestellt werden. Der Vorteil der kombinierten WM-Vergabe in diesem perfiden Wahlzirkus ist, dass sich die FIFA nun dafür erst 2018 wieder versammelt. Die Glaubwürdigkeit dieser Organisation ist auf dem Tiefpunkt angekommen."

SPANIEN

El Mundo: "Das war die Macht von Gas und Öl. Die Bewerbungen von Russland und Katar haben fachliche Schwächen aber einen großen Geldbeutel."

Marca: "Iberische Enttäuschung in Zürich. Die russischen Petrodollar überzeugen die FIFA . Die iberische Kandidatur hat ausgeträumt."

AS: "Das Erdöl holt die Weltmeisterschaften. Die iberische Kandidatur hatte keinen Erfolg. Russland und Katar gewannen wegen ihres wirtschaftlichen Gewichtes und ihres Status als Newcomer."

Sport: "Spanien ist K.o.. Die WM 2018 geht nach Russland. Adios an die iberische WM."

El Mundo Deportivo: "Russland holt sich die WM dank der hervorragenden Arbeit Putins. Russland und Katar haben viel Geld investiert."

PORTUGAL

Don Balon: "Freude in Russland, Enttäuschung auf bei den Iberern. Der Traum der Halbinsel ist endgültig zusammengebrochen."

KATAR

Gulf Times: "Der Zuschlag hat das Land verändert. Es wurde Geschichte geschrieben. Tränen der Freude haben die Augen vieler Kataris gefüllt. Es war eine Stimmung wie im Karneval."

The Peninsula: "Katar hat die Konkurrenten in einer historischen Abstimmung ausgestochen und die FIFA davon überzeugt, dass die erste WM im Mittleren Osten die Mauer des Misstrauens zwsichen Osten und Westen einreißen wird.

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Die Weltmeisterschaft ist in den Händen der Reichen. Schade, dass Moskau und Katar die schlechtesten Dossiers überhaupt vorgelegt haben. Die Distanzen und Transportbedingungen in Russland sind genauso beängstigenden, wie die 50 Grad im Schatten in Katar. Wir haben einmal mehr den Beweis erhalten, dass nur die Politik, nur das mehr oder weniger saubere Geschäft zählt. Am Schluss gewinnt trotz der unzähligen Skandalserie immer Blatter."

Repubblica: "Die FIFA stiehlt Obama den Fußball. Die WM 2022 wird in Katar und nicht in den USA ausgetragen. Unter der Diktatur von Leutnant Blatter ist alles möglich. Russland ist zwar das größte Land der Welt mit einer riesigen Sporttradition. Die WM in Katar auszurichten, ist aber als würde man sie auf die Venus verlegen."

USA

New York Times: "Das ist ein Rückschlag für die Entwicklung des Fußballs in den USA. Wir haben bei der WM-Vergabe verloren, obwohl wir die fachlich bessere Bewerbung hatten. Die Abstimmung zeigt zum Teil die dunkle Innenpolitik der FIFA."

Washington Post: "Katar ist kleiner als Connecticut, hat keine Wurzeln im Fußball und ist im Sommer bedrückend heiß. Oberflächlich betrachtet, macht es keinen Sinn, die WM an diesen Wüstenstaat und nicht an die USA oder einen der anderen drei erprobten Mitbewerber zu vergeben. Für diejenigen, die mit der Komplexität der FIFA und deren Mission, Geschichte zu gestalten, vertraut sind, kommt die Entscheidung aber nicht unvorhergesehen."

Los Angeles Times: "Das war ein Soccer Shocker - FIFA vergibt Weltmeisterschaften an Russland und Katar. England und die USA werden abgewiesen. Die FIFA nimmt zwei ungewöhnlich große Risiken auf sich. Das Paradestück des Fußballs soll in zwei momentan noch schlecht vorbereiteten Ländern ausgetragen werden."

AUSTRALIEN

Herald Sun: "Unsere Träume von der WM-Ausrichtung platzten in den frühen Morgenstunden, als Katar als Sieger des Bewerbungs-Prozesses verkündet wurde. Ein vernichtender Beurteilungs-Report der FIFA über die drückende Hitze im Katar im Juni und Juli zählte nichts mehr, als die Nation aus dem Mittleren Osten die Wahl gewann."

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