vergrößernverkleinern
Joseph Blatter (l.) beerbte 1998 Joao Havelange als FIFA-Chef © getty

Der DFB-Präsident sieht keinen Grund, am FIFA-Boss zu rütteln. Homosexuellen-Verbände laufen dafür Sturm gegen Blatter.

München - Trotz der skandalträchtigen WM-Doppelvergabe und der anhalten Korruptionsvorwürfe um die FIFA:

Der DFB unterstützt die Wiederwahl von Weltverbands-Chef Joseph S. Blatter im kommenden Jahr.

"Was hätten wir für einen Grund, einen neuen FIFA-Präsidenten zu suchen?", fragt der deutsche Verbandspräsident Theo Zwanziger in der "Sport Bild".

Die gegen seine Kollegen aus dem FIFA-Exekutivkomitee erhobenen Korruptionsvorwürfe seien "nicht belegt", so Zwanziger 320256(DIASHOW: Die Bilder der WM-Vergabe).

Unterstützung von Zwanziger

Und: "Ich habe Sepp Blatter - bei allem, was über ihn geschrieben und erzählt wird - immer als einen Menschen kennengelernt, dem die weltweite Fußball-Entwicklung in all ihren Facetten sehr am Herzen liegt."

Blatter setzt sich "gleichermaßen für den Spitzen- und Breitenfußball" ein.

Der Schweizer wird nach dem Rückzug der möglichen Gegenkandidaten Chung Mong-Joon (Südkorea) und Mohamed Bin Hammam (Katar) im Juni 2011 beim FIFA-Kongress in Zürich voraussichtlich zum vierten Mal ins Amt gewählt.

Kandidatur nicht bereut

Zwanziger will derweil im FIFA-Exko Nachfolger des scheidenden Franz Beckenbauer werden - eine Kandidatur, die er nicht bereut.

"Ich kann doch wegen der aktuellen Negativschlagzeilen nicht sagen: 'Ich will da nicht mehr hin'", so Zwanziger.

Aus Zwanzigers Sicht "sollte man die Dinge mit einem gewissen Augenmaß betrachten. Unter dem Strich steht der Fußball weltweit glänzend da."

Und das sei "vor allem der Verdienst der FIFA, die den Fußball weltumspannend fördert und gestaltet".

Sex-Plädoyer erregt Anstoß

Weniger wohlwollend wird Blatter derzeit von Homosexuellen-Verbänden gesehen.

Nach seinem Plädoyer für einen Sex-Verzicht von Homosexuellen während der WM 2022 in Katar muss er sich heftige Kritik gefallen lassen.

"Herr Blatter sollte seine Ausnahmen unverzüglich zurücknehmen und sich entschuldigen. Andernfalls sollte er zurücktreten", sagte der Präsident des Zusammenschlusses der schwulen Fußball-Fans, Chris Basiurski:

"Viele Schwule und Lesben leben in Ländern, in denen ihnen die Todestrafe oder das Gefängnis droht, wenn sie entdeckt werden. Diese Menschen benötigen unsere Hilfe, unseren Respekt und unsere Unterstützung."

"Ignoranter Neandertaler"

Auch ehemalige Sportler sind von der Aussage Blatters erschüttert.

Der frühere Basketball-Profi John Amaechi, der sich nach seiner NBA-Karriere in der als schwul outete, bezeichnete Blatter als einen "ignoranten Neandertaler".

Blatter hatte erklärt, dass Homosexuelle aus Respekt gegenüber dem WM-Gastgeber auf Sex verzichten sollten, solange sie sich in Katar aufhalten. Homosexualität ist in dem Emirat illegal.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel