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Joachim Löw ist seit 2006 Trainer der deutschen Nationalmannschaft © getty

Der Bundestrainer verzichtet auf die Teilnahme bei der Auslosung der WM-Qualifikation 2014 und beobachtet lieber seine Spieler.

Rio de Janeiro - Breisgau statt Copacabana, DFB-Pokal statt WM-Auslosung:

Wenn am Samstagabend (20 Uhr MESZ) in Rio de Janeiro die Qualifikationsgruppen für die WM 2014 ausgelost werden und Ex-Welfußballer Ronaldo dabei die deutschen Gegner zieht, sitzt Bundestrainer Joachim Löw daheim in Freiburg entspannt vor dem Fernseher.

Am Sonntag schaut sich Löw dann im Freiburger Stadion die DFB-Pokalpartie zwischen dem siebtklassigen FC Teningen und Titelverteidiger Schalke 04 an, während sich Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff als Anführer der dreiköpfigen deutschen Delegation auf der Rückreise von Brasilien nach Deutschland befindet.

"Wir nehmen es so, wie es kommt. Man kann ohnehin nichts daran ändern", sagt Löw stets vor derartigen Auslosungen, die er wegen des großen Selbstvertrauens der deutschen Mannschaft mit großer Gelassenheit verfolgt.

Löw bleibt zu Hause

Wegen des anstehenden Länderspiels gegen Rekord-Weltmeister Brasilien am 10. August in Stuttgart verzichtete Löw auf den Trip an den Zuckerhut, wollte stattdessen seine Kandidaten am Wochenenden unter die Lupe nehmen.

Bierhoff hofft zwar auf eine "attraktive Gruppe", der Fokus der deutschen Mannschaft liege derzeit aber auf der laufenden EM-Qualifikation und der Vorbereitung auf die EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine, für die Deutschland das Ticket so gut wie sicher hat.

Deutschland ist aufgrund seiner Platzierung in der Weltrangliste (Platz 3) in Lostopf 1 gesetzt.

Dadurch geht der WM-Dritte den ganz dicken Brocken wie Welt- und Europameister Spanien (Weltranglistenplatz 1) und Vize-Weltmeister Niederlande (Platz 2) aus dem Weg.

Frankreich in der Gruppe?

Aus Topf 2 könnten der DFB-Auswahl aber so starke Mannschaften wie Ex-Weltmeister Frankreich oder Russland zugelost werden.

Das Löw-Team könnte es aber auch mit den Dänen, Slowenen oder Slowaken zu tun bekommen, die alle bei der WM in Südafrika dabei waren und ebenfalls in Lostopf zwei stecken.

Weitere mögliche Gegner aus diesem Topf sind die Türkei, Montenegro, Serbien und Schweden.

Bei viel Lospech könnte Deutschland in einer Gruppe auf Frankreich, die Schweiz mit Trainer Ottmar Hitzfeld, Rumänien, Finnland und Wales treffen.

Bei dem traditionellen Losglück wäre auch eine Gruppe mit der Slowakei, Weißrussland, Litauen, Färöer und San Marino möglich.

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Ronaldo zieht Gruppen

Bei der Auslosungszeremonie im noblen Jachthafen Marina da Gloria werden der zweimalige Weltmeister Ronaldo und das brasilianische U-17-Talent Adryandie gemeinsam die europäischen Gruppen ziehen.

Gastgeber Brasilien ist bereits automatisch für die WM im eigenen Land qualifiziert. Um die restlichen 31 Startplätze streiten sich 203 Verbände. In Europa spielen 53 Nationen in neun Gruppen um 13 WM-Tickets.

Die neun Gruppensieger (8 Sechsergruppen und 1 Fünfergruppe) qualifizieren sich direkt, die acht besten Gruppenzweiten ermitteln in Playoffs vier weitere Teilnehmer.

Startschuss der europäischen Qualifikation ist der September 2012 nach der EURO in Polen und der Ukraine.

Fünf weitere WM-Starter werden in Afrika ermittelt, jeweils vier oder fünf kommen aus Südamerika und Asien, drei oder vier aus Nord- und Mittelamerika und maximal einer kommt aus Ozeanien.

Großer Andrang

Der Weltverband FIFA hat die Endrunde vom 12. Juni bis 13. Juli 2014 terminiert, das Endspiel wird am 13. Juli im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro ausgetragen.

Der Confederations Cup, traditionell die WM-Generalprobe, wird vom 15. bis 30. Juni 2013 gespielt.

Am Samstagabend wollen die Gastgeber bei der rund 90-minütigen Show, die auch an die erste Fußball-WM 1950 in Brasilien erinnern soll, die Welt schon einmal auf das Turnier in drei Jahren einstimmen.

Erwartet werden an der Copacabana Delegierte aus etwa 100 FIFA-Mitgliedsverbänden, rund 800 internationale Medienvertreter und rund 2000 Gäste aus Politik, Sport und Unterhaltung, für die auf 9.000 Quadratmetern in zwei Monaten Bauzeit eine weiße Zeltstadt aufgebaut wurde.

"Wir sind bereit für die WM"

Durch das Programm führt FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke. Inszeniert wird die Gala vom bekannten brasilianischen Regisseur Aloysio Legey, nationale Musikgrößen wie die Latin-Grammy-Gewinner Ivete Sangalo und Ivan Lins treten im Showteil auf.

"Wir hoffen, einen großen Event zu präsentieren, der Brasilien stolz auf uns macht, und der Welt zeigt, wir sind bereit für die WM", sagt Joana Havelange, die Exekutivdirektorin des lokalen Organisationskomitees als Verantwortliche der Auslosungszeremonie.

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