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Deutschland kann sich 2014 zum 18. Mal für eine Weltmeisterschaft qualifizieren © getty

Jogi Löw ist zufrieden: Die DFB-Elf bekommt es in der WM-Quali mit Schweden, Irland und Österreich zu tun. Die Gegner im Porträt.

Rio de Janeiro - Es hätte schlimmer kommen können für die deutsche Nationalmannschaft bei der Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen:

Die DFB-Elf bekommt es in Gruppe C zwar mit unangenehmen Gegnern wie Irland oder Schweden zu tun, ein echter Hammer wie Frankreich blieb dem Team von Jogi Löw aber erspart.

Auch die Duelle zwischen Deutschland und Österreich bergen von je her ein hohe Brisanz und sind gewiss kein Selbstläufer.

Dennoch geht der WM-Dritte als klarer Favorit in die Qualifikation zur WM-Endrunde 2014 in Brasilien.

"Die Aufgaben sind nicht zu unterschätzen. Sicherlich sind Schweden und Irland die härtesten Gegner in unserer Gruppe, aber auch Österreich ist gegen uns immer topmotiviert", sagte der Bundestrainer.

Ähnlich sah es auch DFB-Teammanager Oliver Bierhoff: "Ich bin froh, dass wir nicht in einer Todesgruppe sind wie Frankreich und Spanien", so der Europameister von 1996.

SPORT1 stellt die deutschen Gruppengegner vor:

Schweden

2006 träumte Schweden das letzte Mal vom ganz großen Wurf. Bei der WM in Deutschland trat das Team mit hohen Ambitionen und Stars wie Zlatan Ibrahimovic, Fredrik Ljungberg, Olof Mellberg und Henrik Larsson an.

Doch im Achtelfinale kam das böse Erwachen: Das Team von Trainer Lars Lagerbäck verlor gegen den Gastgeber 0:2 und schied nach einem Doppelpack von Lukas Podolski aus. Danach ging es bergab.

Bei der EM 2008 scheiterten die "Tre Kronor" schon in der Vorrunde, die WM 2010 in Südafrika fand ganz ohne die Schweden statt. Nach dem Aus in der Qualifikation trat Lars Lagerbäck zurück und wurde durch Erik Hamren ersetzt.

An die großen Zeiten der "goldenen Generation" mit Stars wie Larsson, Martin Dahlin, Tomas Brolin und Torwart Thomas Ravelli, die Schweden bei der WM 1994 in den USA bis auf den dritten Platz geführt hatten, konnte die aktuelle Formation bislang nicht anknüpfen.

Immerhin liegt die Elf um Superstar Ibrahimovic vom AC Mailand in der Qualifikation für die EM 2012 in Polen und der Ukraine auf Kurs und belegt den zweiten Platz hinter Vize-Weltmeister Niederlande.

Deutsche Bilanz: 34 Spiele, 14 Siege, 8 Unentschieden, 12 Niederlagen

Irland

Der größte Star der irischen Nationalmannschaft ist der Trainer: Der ehemalige Bayern-Coach Giovanni Trapattoni betreut den 33. der FIFA-Weltrangliste seit 2008.

Aufgrund der großen kämpferischen Qualitäten gelten die Iren als unangenehme Mannschaft. Bei der WM 2002 in Japan und Südkorea kam die DFB-Auswahl in der Vorrunde gegen Irland nur zu einem 1:1.

In 16 Spielen gegen die Iren feierte das DFB-Team sieben Siege, fünf Begegnungen gingen verloren.

Irlands größter WM-Erfolg war die Viertelfinal-Teilnahme 1990 in Italien. Für die Endrunden 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika hatte das Team die Qualifikation verpasst.

Deutsche Bilanz: 16 Spiele, 7 Siege, 4 Unentschieden, 5 Niederlagen.

Österreich

Duelle mit Österreich haben für die deutsche Nationalmannschaft nicht nur wegen der nachbarschaftlichen Rivalität seit über einem Vierteljahrhundert eine hohe Brisanz.

Die "Schmach von Cordoba" und die "Schande von Gijon" bei WM-Vergleichen mit dem Team aus der Alpenrepublik stehen für zwei der schwärzesten Stunden in der Länderspiel-Geschichte des DFB.

1978 im argentinischen Cordoba bedeutete das 2:3 in der Finalrunde der Mannschaft des damaligen Bundestrainers Helmut Schön das Ende aller Hoffnungen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung.

Vier Jahre später im spanischen Gijon brachten Deutschland und Österreich den Fußball durch ein unsägliches Ballgeschiebe beim abgekartet erscheinenden 1:0-Erfolg für die DFB-Elf schwer in Verruf.

In WM-Ausscheidungsspielen traf Deutschland auf dem Weg zu den Endturnieren 1970 in Mexiko und 1982 jeweils zweimal auf Rot-Weiß-Rot. Alle vier Spiele entschied Deutschland für sich.

Gute Erinnerungen verbinden sich auch mit dem WM-Duell 1954 in der Schweiz:

Der 6:1-Halbfinalsieg ebnete Fritz Walter und Co. den Weg zum ersten Titeltriumph durch das "Wunder von Bern".

Deutsche Bilanz: 36 Spiele, 22 Siege, 6 Unentschieden, 8 Niederlagen

[kaltura id="0_itfcta27" class="full_size" title="Zwanziger kontert Rummenigge"]

Färöer

Was am 12. September 1990 passierte, weiß auf den Färöern noch heute jedes Kind.

Der damals noch größte denkbare Außenseiter im europäischen Fußball besiegte Österreich im schwedischen Landskrona mit 1:0 - die Bilder des Torhüters Jens Martin Knudsen mit einer Bommelmütze auf dem Kopf gingen um die Welt.

Der österreichische Nationaltrainer Josef Hickersberger sah sich zum sofortigen Rücktritt gezwungen.

Der nationale Fußball-Verband Fotboltssamband Firoya hat ansonsten wenige Erfolge vorzuweisen, eine Qualifikation für eine WM- oder EM-Endrunde ist den Schafsinseln mit ihren 48.000 Einwohnern (5.000 Fußballer) bisher noch nicht gelungen.

Gegen Deutschland haben sich die Färöer bislang zweimal versucht: 2003 verloren sie in der EM-Qualifikation 0:2, obwohl es nach 88 Minuten noch 0:0 gestanden hatte.

2002 gab es in Hannover ein 2:1 für Deutschland, damals hielt der Außenseiter bis zur 59. Minute ein 1:1.

Derzeitiger Nationaltrainer ist der Ire Brian Kerr - ein Assistent: Jens Martin Knudsen, der Held von 1990.

Deutsche Bilanz: 2 Spiele, 2 Siege

Kasachstan

Nach der Unabhängigkeit von der UdSSR begann mit dem ersten offiziellen Länderspiel 1992 gegen Turkmenistan die Fußball-Geschichte Kasachstans.

Bis 2002 gehörte der kasachische Verband noch Asiens Fußball-Verband an, bevor er in die Europäische Fußball-Union wechselte.

Auch dort legte das Team nie die Rolle des Underdogs ab.

Nationaltrainer ist der Tscheche Miroslav Beranek, der im Januar die Nachfolge des ehemaligen Bundesliga-Profis Bernd Storck antrat.

Dem 47-Jährigen war Mitte Oktober vergangenen Jahres nach dem 0:3 in der EM-Qualifikation gegen Deutschland mitgeteilt worden, dass sein zum Jahresende auslaufender Vertrag nicht verlängert wird.

Das Rückspiel gewann die DFB-Elf im März mit 4:0.

Deutsche Bilanz: 2 Spiele, 2 Siege

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