Nervöser Messi soll Argentinien Revanche bescheren
Mendoza - Mit voller Angriffswucht Richtung Brasilien: Das Führungsduo der südamerikanischen WM-Qualifikation setzt zum Abschluss der Hinrunde auf seine Offensivstars.
Lionel Messi in Bestform ist Argentiniens Trumpf gegen Uruguay.
Torjäger Radamel Falcao nährt vor dem Duell gegen Paraguay Kolumbiens Traum, nach drei vergeblichen Anläufen wieder bei einer WM-Endrunde dabei zu sein.
Das Viertelfinal-Aus gegen die "Urus" bei der Copa America 2011 im eigenen Land schmerzt die Argentinier immer noch ( DATENCENTER: WM-Qualifikation Südamerika).
"Es geht um mehr als nur um drei Punkte", gesteht der damalige Kapitän Javier Mascherano vor dem Duell am Freitag in der Weinstadt Mendoza gegen den amtierenden Südamerika-Meister.
Doch seit dem 178. "Clasico del Rio de la Plata" vor 15 Monaten hat sich die Stimmung in beiden Lagern gedreht.
Messi zieht positive Bilanz
"Wir sind durch viele Niederlagen gegangen, die keinem geschmeckt haben. Aber heute sind es die positiven Resultate, die wir genießen, und die uns Ruhe geben", sagt Messi über die letzten Monate.
Seit er von Nationaltrainer Alejandro Sabella bei dessen erster Amtshandlung die Kapitänsbinde verpasst bekam, läuft es beim Superstar vom FC Barcelona auch in der Nationalmannschaft.
Elf Tore in zwölf Spielen unter Sabella, allein neun Länderspieltreffer in diesem Jahr: Der dreimalige Weltfußballer, der zuvor in 61 Länderspielen nur 17-mal getroffen hatte, führte den zweimaligen Weltmeister mit 14 Punkten auf Platz eins der Eliminatorias.
Beflügelt wird "Lio" auch von Vatergefühlen. "Ich bin schon ein bisschen nervös, denn mein Sohn kann ja jeden Augenblick auf die Welt kommen", verriet der 25-Jährige.
Uruguay in der Krise
Gegner Uruguay steckt dagegen in der Krise.
Das Team, WM-Vierter vor zwei Jahren, ist in die Jahre gekommen, stürzte nach einer 0:4-Schlappe in Kolumbien und einem Remis daheim gegen Ecuador mit nun zwölf Punkten auf Rang vier ab.
Die neuen Talente versagten zudem bei den Olympischen Sommerspielen in London, schieden in der Vorrunde aus.
"Wir durchschreiten gerade keine gute Phase. Argentinien hat sich dagegen seit unserem letzten Aufeinandertreffen stark verbessert", gestand dann auch Luis Suarez.
Der Stürmer des FC Liverpool, der mit sechs Treffern die Eliminatorias-Torjägerliste gemeinsam mit dem Argentinier Gonzalo Higuain anführt, will im Angriffsverbund mit Diego Forlan und Edinson Cavani den Rivalen dennoch "mächtig ärgern".
Falcao: Heißer Kampf mit Messi und Ronaldo
Die Offensive ist auch Kolumbiens Prunkstück. Allen voran Radamel Falcao, der sich in Spanien mit Messi und Cristiano Ronaldo (alle 8 Treffer) einen heißen Kampf um die Torjägerkrone liefert.
"Wir haben auf diesen Moment gewartet. Wir hatten zwar immer gute Spieler, konnten dies aber lange Jahre nicht in der WM-Qualifikation zum Tragen bringen", so der Stürmer von Atletico Madrid, der in seinen letzten acht Pflichtspielen mindestens einmal traf.
Die Nachfolger von Lockenkopf Carlos Valderrama und Torwart-Paradiesvogel Rene Higuita, mit denen die "Cafeteros" bei der WM 1990 erstmals in ein WM-Achtelfinale einzogen, sind mit 13 Zählern als Tabellenzweiter das "Team der Stunde".
Paraguay am Tabellenende
Gegner Paraguay, zuletzt immerhin viermal bei WM-Endrunden dabei, liegt mit vier Zählern dagegen am Tabellenende.
Die neunte Runde am Freitag komplettieren Ecuador (3. Platz/13 Punkte) gegen Chile (5./12) und Bolivien (8./4) gegen Peru (7./7).
Die sechstplatzierten Venezolaner (11 Zähler) haben spielfrei.
Die ersten Vier der Neuner-Gruppe qualifizieren sich direkt für Brasilien 2014, der Fünfte muss in dene interkontinentalen Play-offs gegen einen Asien-Vertreter antreten.

