Traum-Comeback: Alaba wie Phönix aus der Asche
Wien/München - David Alaba feierte nicht bloß irgendein Comeback.
Der genesene Bayern-Youngster zündete beim 4:0-Sieg seiner Österreicher gegen Kasachstan ( Roundup) vielmehr ein wahres Feuerwerk.
Und belehrte ganz nebenbei seinen Vereinstrainer Jupp Heynckes eines besseren.
"David ist noch nicht so weit, um auf ganz hohem Niveau zu spielen", hatte der Coach des FC Bayern München noch am vergangenen Donnerstag erklärt.
Besagter David Alaba, erläuterte Heynckes weiter, "braucht noch Spiele, um seine absolute Topform zu erreichen".
Und deshalb war er dagegen, dass der österreichische Nationaltrainer Marcel Koller den 20-Jährigen für das WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachsten nachnominierte.
Rückkehr nach Maß
Am Dienstagabend in Wien allerdings sah Alaba nicht so aus, als sei er beinahe drei Monate wegen eines Ermüdungsbruchs ausgefallen.
Fünf Tage, nachdem er im Testspiel gegen Drittligist Unterhaching erstmals seit Juli wieder auf dem Platz gestanden hatte, führte er Austria zum Sieg - und die Kasachen fast im Alleingang vor.
Alaba legte die Tore von Marc Janko (24., 63.) auf und traf erstmals im Nationalteam selbst (71.). Den Schlusspunkt setzte der Stuttgarter Martin Harnik (90.).
"Glücklich, auf dem Platz stehen zu dürfen"
Dennoch zeigte er sich - wie immer - bescheiden und dankbar:
"Ein großes Lob an die Mannschaft, die voll und ganz hinter mir stand. Dazu muss ich mich auch beim Trainer für sein Vertrauen bedanken. Ich war einfach glücklich, auf dem Platz stehen zu dürfen."
Lob von allen Seiten
"Mehr kann man wirklich nicht verlangen", urteilte der "Kurier" nach der bemerkenswerten Leistung von Alaba, den Mannschaftskollege Janko, und nicht nur der, zum "Mann dieses Spiels" erkor.
Nach dem 0:0 in Kasachstan am letzten Freitag hat Österreich mit dem ersten Gruppensieg die Chance auf ein WM-Ticket gewahrt - wobei die Kasachen diesmal eher wie ein willkomener Aufbaugegner für die Gastgeber und Alaba aussahen.
Austria auf Rang vier
"Die Österreicher haben gezeigt, dass sie um einiges stärker sind als Irland. Sie haben ihre Klasse gezeigt und verdient gewonnen. Das war eine ganz andere Mannschaft als vor vier Tagen in Astana", sagte Teamchef Miroslav Beranek.
Österreich (vier Punkte) liegt hinter Deutschland (10) und Schweden (7) auf Rang vier der Gruppe C, dazwischen schoben sich noch Ex-Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni und seine Iren (6).
Vier Tage nach der Pleite gegen Deutschland in Dublin (1:6) gewannen die "Boys in Green" mit 4:1 (0:0) auf den Färöern.
Ribery ärgert Spanien und Martinez
Alabas Vereinskollegen Franck Ribery und Javier Martinez erlebten im direkten Duell einen sehr unterschiedlichen Abend.
Während der kleine Franzose den Welt- und Europameister Spanien beim 1:1 mit seiner späten Torvorlage auf Olivier Giroud mächtig ärgerte, blieb Bayerns 40-Millionen-Neuzugang Javi Martinez ohne Einsatzzeit ( DATENCENTER: WM-Qualifikation).
Damit marschieren beide Teams in der Gruppe 1 mit jeweils sieben Punkten weiter vorne weg.
Robben muss passen
Riberys niederländischer Flügelflitzer-Kumpel Arjen Robben wurde zum Spiel gegen Rumänien (4:1) von Bondscoach Louis van Gaal gar nicht erst nominiert.
Robben muss weiterhin aufgrund muskulärer Probleme pausieren.
"Nichts Schlimmes", sagte Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt: "Eine Heilung kann sich aber manchmal verzögern."
Von einer Rückkehr im Stile David Alabas darf der Niederländer vorerst nur träumen.

