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Ottmar Hitzfeld (r., mit Shaqiri) sitzt gegen Island zum 50. Mal auf der Schweizer Bank © getty

Der Trainer coacht in der WM-Qualifikation die Schweiz zum 50. Mal. Frankreich will Druck auf Weltmeister Spanien machen.

München - Ottmar Hitzfeld hebt vor seinem Jubiläum warnend den Zeigefinger.

"Gegen Island wird es viel schwieriger als gegen Brasilien. Der mentale Druck wird viel größer sein", sagte der deutsche Trainer der Schweizer Nationalmannschaft vor seinem 50. Einsatz auf der Bank der Eidgenossen.

Beim Endspurt der WM-Qualifikation mit insgesamt vier Spieltagen im September und Oktober kann die Schweiz, die zum Saisonauftakt mit einem 1:0 gegen WM-Gastgeber und Titelfavorit Brasilien für Aufsehen gesorgt hatte, ebenso wie Welt- und Europameister Spanien, Vize-Europameister Italien und die Niederlande bereits beim anstehenden Doppelpack die Fahrkarte nach Südamerika lösen.

Hitzfeld könnte mit der "Nati" durch Siege gegen Island am Freitag in Bern und vier Tage später in Oslo gegen Norwegen die zweite WM-Teilnahme unter seiner Verantwortung frühzeitig perfekt machen.

"Wir müssen lernen, mit der Favoritenrolle umzugehen, sie noch deutlicher anzunehmen und solche Spiele zu gewinnen", forderte der Münchner Bundesliga-Legionär Xherdan Shaqiri, nachdem die Schweiz zuletzt oft gegen die Großen der Branche überzeugt, gegen vermeintlich schwächere Gegner aber Probleme offenbart hatte (alle Spiele ab 17.30 Uhr LIVESCORES)

Neuer Vertrag für Hitzfeld?

Sollten die Schweizer ihre Hausaufgaben erfüllen, müsste Verfolger Albanien in der Gruppe E in Slowenien und auf Island mehr als drei Punkte holen, um die Spannung an der Spitze zu erhalten.

Sollte die Schweiz vorzeitig die Quali-Hürde überspringen, winkt dem 64-jährigen Hitzfeld, der seit 2008 für den SFV arbeitet, ähnlich wie seinem Kollegen Joachim Löw in Deutschland vorzeitig ein neuer Vertrag.

"Wir sind nach Gesprächen übereingekommen, dass wir das Thema nicht näher diskutieren, bevor die Qualifikation zu Ende ist", sagte Peter Stadelmann, der Nationalmannschaftsdelegierte des Schweizer Verbandes (SFV), stellte aber auch klar: "Wenn die Schweiz die Qualifikation verpasst, endet der Vertrag Ende 2013."

Nachfolgediskussion bei Squadra Azzurra

Während Hitzfeld seinen Vertrag gerne verlängern möchte, muss sich Italien nach der WM auf jeden Fall einen neuen Coach suchen.

Nach übereinstimmenden Medienberichten im Land des viermaligen Weltmeisters wird Cesare Prandelli nach den Titelkämpfen sein Amt zur Verfügung stellen.

"Wenn unsere Qualifikation für die WM auch theoretisch feststeht, werde ich meine Entscheidung bekannt geben", sagte der 56-Jährige zwar noch zurückhaltend, doch Namen möglicher Nachfolger geistern bereits durch die Gazetten: Japans Trainer Alberto Zaccheroni, Milan-Coach Massimiliano Allegri sowie Ex-ManCity-Manager Roberto Mancini werden gehandelt.

Italien kann Ticket lösen

Die Squadra Azzurra kann mit zwei Siegen in den Heimspielen gegen Verfolger Bulgarien und Tschechien am Freitag und Dienstag in der Gruppe B die Fahrkarte zum Zuckerhut lösen.

Prandelli hatte den viermaligen Weltmeister nach dem peinlichen Vorrunden-Aus bei der WM 2010 in Südafrika übernommen und bei der EM-Endrunde im vergangenen Jahr in Polen und der Ukraine bis ins Finale gegen Spanien (0:4) geführt.

Im Halbfinale hatten die Italiener die DFB-Auswahl mit 2:1 aus dem Turnier geworfen.

Spannung in Bukarest

Ebenso wie die Schweiz und Italien können auch die Niederlande und Spanien frühzeitig alles klar machen.

Die Niederlande führen ohne Punkteverlust und mit einem Torverhältnis von 20:2 die Gruppe D an und sind in Estland (6. September) und Andorra (10. September) auch ohne den verletzten HSV-Spielmacher Rafael van der Vaart haushoher Favorit, wenngleich Bondscoach Louis van Gaal Arjen Robben und Co. vor Übermut warnt.

Große Spannung herrscht dagegen am Freitag in Bukarest, wo Rumänien und Ungarn aufeinandertreffen, die beiden direkten Kontrahenten um Rang zwei.

Frankreich will Spanien Druck machen

Die Gruppe I beherrscht weiter der Zweikampf an der Spitze zwischen Spanien (11 Punkte) und Frankreich (10) mit Europas Fußballer des Jahres Franck Ribery.

Die Iberer müssen Freitag in Finnland antreten, die Franzosen in Georgien.

Die Equipe Tricolore könnte dann am nächsten Dienstag in Weißrussland die spielfreien Spanier an der Spitze ablösen.

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