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SPORT1-Reporter Reinhard Franke (r.) traf Martin Harnik zum Interview © getty

Österreichs Martin Harnik spricht bei SPORT1 übers Duell gegen Deutschland, Bayerns David Alaba und Kollers Stärken.

Von Reinhard Franke

München - Martin Harnik ist mit guter Laune und einem 6:2-Sieg gegen 1899 Hoffenheim im Gepäck angereist.

Der österreichische Stürmer des VfB Stuttgart freut sich auf ein Prestige-Duell der besonderen Art.

Gegen Deutschland (ab 20.15 Uhr bei SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) steht der gebürtige Hamburger vor seinem 38. Länderspiel.

Seit 2007 spielt der 26-Jährige für die A-Nationalmannschaft seines Landes und hat sich im Team von Trainer Marcel Koller zum Leistungsträger entwickelt.

Vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen die Deutschen spricht Harnik im SPORT1-Interview über die Österreicher und den Traum von der WM 2014, David Alaba, Marko Arnautovic und darüber, wie er seine Rolle in der Nationalmannschaft sieht.

SPORT1: Herr Harnik, mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Partie gegen die deutsche Elf?

Martin Harnik: Wir gehen hochkonzentriert in das Spiel und glauben natürlich an uns als Mannschaft. Wir kommen nicht nach München, um uns mit einer Niederlage zu befassen, aber nichtsdestotrotz sind wir uns der Schwere der Aufgabe bewusst.

SPORT1: Wie sehen Sie die deutsch-österreichische Rivalität?

Harnik: Dir Rivalität ist von der österreichischen Seite größer als von der deutschen. Deutschland gegen die Niederlande ist da noch einen Tick krasser, weil dieses Duell noch mehr auf Augenhöhe ist. Deutschland gegen Österreich ist für uns immer eine Riesenchance, es ist immer David gegen Goliath. Für die Deutschen ist das Spiel gegen uns immer ein etwas größerer Stolperstein.

SPORT1: Mit Trainer Marcel Koller hat sich die österreichische Nationalmannschaft in den vergangenen zwei Jahren gut entwickelt. Welche Philosophie hat er?

Harnik: Wir haben uns auf jeden Fall weiterentwickelt. Koller hat es geschafft die einzelne individuelle Stärke auf die Mannschaft umzusetzen. Wir funktionieren als Team viel besser als vor seiner Zeit. Inwieweit sich das bei einem großen Turnier zeigen wird, sieht man, wenn es soweit ist. Ich bin aber guten Mutes. Wir müssen uns nicht mehr verstecken.

SPORT1: Welche Entwicklung sehen Sie im österreichischen Fußball und in Ihrer Nationalelf?

Harnik: Wir sind einfach stärker geworden und haben fußballerisch zugelegt. Wir hatten schon immer eine gute Einstellung, Kampfgeist und einen absoluten Siegeswillen, aber in den letzten Jahren haben wir gelernt noch mehr auf unsere fußballerische Qualität zurückzugreifen. Das haben wir unter Marcel Koller immer besser geschafft. Der österreichische Fußball hat sich trotz des einen oder anderen Rückschlags in den letzten Jahren einfach sehr gut weiterentwickelt.

SPORT1: Liegt das in der Nationalelf auch an den vielen Spielern aus der Bundesliga?

Harnik: Nein. Ich denke, dass man die grundlegenden Dinge in Österreich lernt. Dort gibt es eine sehr gute Jugendarbeit und auch die Akademien sind hoch angesehen, auch in Deutschland. Das einzige, was noch etwas hinterherhinkt, ist die österreichische Liga, die noch nicht so stark ist wie die größeren Ligen in Europa, aber auch da ist ein Aufwärtstrend zu erkennen. Es geht bergauf mit Österreich.

SPORT1: Wie sehen Sie Ihre Rolle im Nationalteam?

Harnik: Ich bin inzwischen ein erfahrener Spieler, ein Führungsspieler. Dieser Rolle muss und will ich bei jedem Spiel gerecht werden und daran arbeite ich natürlich.

SPORT1: Auch Bayerns David Alaba ist längst ein Führungsspieler und gilt für viele als Vorbild. Wie wertvoll ist er?

Harnik: David ist unser bester Fußballer. Er ist individuell unglaublich stark, hat trotz seiner jungen Jahre schon viel erlebt und viele Situationen gut gemeistert. David hat wirklich eine tolle Entwicklung hinter sich. Was er in den letzten zwei Jahren für einen Sprung gemacht hat, ist sensationell. Er tut dem österreichischen Fußball und uns als Mannschaft einfach gut.

SPORT1: Alaba wird "Wunder-Wuzi" genannt, was so viel heißt wie Wunderknabe. Ist er das?

Harnik: David ist unser Wunderknabe, unser Alleskönner. (lacht) Wenn das auf einen zutrifft, dann auf ihn. Ich glaube aber auch, dass wir uns nicht hinter David verstecken dürfen und denken, er richtet alles. Er ist auch nur ein Mensch, der Fehler macht und wir müssen als Team zusammenarbeiten. Natürlich sind wir froh, dass David bei uns ist, aber nur weil der Triple-Sieger bei uns in der Truppe spielt, heißt das nicht, dass alles von alleine geht. Wir müssen uns gegenseitig helfen. Der Hype um Alaba ist berechtigt, aber man sollte auch etwas kritisch sein.

SPORT1: Marko Arnautovic wechselt zu Stoke City nach England. Ganz ehrlich, ist er der Bad Boy, für den er immer gehalten wird?

Harnik: Marko ist auf seine Art speziell, aber auch er fügt sich gut ins Team ein. Es ist wichtig, dass eine Mannschaft aus mehreren Charakteren und Facetten besteht. Da trägt auch Marko seinen Teil dazu bei. Ich denke, dass wir als Team für ihn da sind, so wie er für uns da ist. Wenn alle nur gradlinig und ohne Ecken und Kanten wären, dann hätten wir auch keinen Erfolg. Marko ist ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Trotz schwieriger Wochen bei ihm besteht überhaupt kein Zweifel, warum er in der Nationalmannschaft dabei ist.

SPORT1: Wie wichtig wäre die WM-Teilnahme für Österreich?

Harnik: Das wäre eine Riesensache als Belohnung für die letzten Jahre harter Arbeit. Für jeden Spieler und Trainer ist es das Größte bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein. Wir arbeiten hart und sind auch im Nationalteam dabei, um bei Turnieren mitzuspielen. Es wäre wirklich ein Riesen-Erlebnis für uns alle.

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