Das US-Team stolpert mit dem deutschen Trainer in Costa Rica. Schäfer bleibt mit Jamaika Letzter. Chile und Kolumbien. jubeln.

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San Jose - Jürgen Klinsmanns imposante Siegesserie ist beendet, der Trainer hat mit der US-Nationalmannschaft in der Qualifikation für die WM 2014 einen Rückschlag hinnehmen müssen.

Der Gold-Cup-Gewinner unterlag in Costa Rica 1:3 (News) und kassierte damit die erste Niederlage nach zuvor zwölf Siegen in Folge.

Mit weiterhin 13 Punkten gaben die USA die Tabellenführung der CONCACAF-Qualifikationsgruppe an die Gastgeber ab, die nun 14 Zähler auf dem Konto haben.

Während die USA stolperten, machten Kolumbien und Chile in der Südamerika-Qualifikation derweil einen Riesenschritt in Richtung WM.

"Es ist, wie es ist"

"Diese Niederlage war unnötig, aber es ist, wie es ist", sagte Klinsmann. "Es hat sich nicht viel für uns geändert. Wir brauchen noch vier Punkte, um uns zu qualifizieren. Diese vier Zähler werden wir holen."

Landon Donovan meinte: "Wir waren zu Beginn etwas zu sorglos, müssen uns jetzt körperlich und mental von dieser Niederlage erholen und Mexiko besiegen."

Nächster Gegner in der Qualifikation sind am Dienstag die Mexikaner, die sich Honduras trotz früher Führung im heimischen Stadion 1:2 geschlagen geben mussten und auf Rang vier (8 Punkte) hinter Honduras (10) abrutschten.

Rechenspiele beginnen

Noch ist das Tor nach Brasilien weit offen. Die USA könnten sich mit einem Sieg gegen Mexiko vorzeitig für die WM qualifizieren, wenn Honduras gegen Panama mindestens ein Remis gelingt.

Tabellen-Schlusslicht bleibt Trainer Winfried Schäfer mit Jamaika (3), das in Panama 0:0 spielte. Die ersten drei der insgesamt sechs Teams lösen ein Direkt-Ticket nach Brasilien.

Für die US-Boys, bei denen der Ex-Bundestrainer die beiden Bundesliga-Profis Jermaine Jones (Schalke 04) und Fabian Johnson (1899 Hoffenheim) in der Startformation aufbot, traf einzig Kapitän Clint Dempsey (43.) in seinem 100. Länderspiel per Foulelfmeter.

Strafe für schwachen Start

Johnny Acosta (3.) und Celso Borges (10.) hatten frühzeitig den schwachen Start der US-Auswahl bestraft, im zweiten Durchgang besiegelte Joel Campbell (75.) im Estadio Nacional von San Jose die gelungene Revanche der Gastgeber für das 1:0 der Amerikaner im umstrittenen Hinspiel im März dieses Jahres.

Die Partie in Denver hatte wegen eines Schneesturms kurz vor dem Abbruch gestanden, einen anschließenden Protest Costa Ricas lehnte der Weltverband FIFA allerdings ab.

Vor diesem Hintergrund fiel der Empfang des Klinsmann-Teams in Mittelamerika feindselig aus: Die einheimischen Fans hatten den US-Bus bei der Ankunft auf dem Flughafen mit Eiern beworfen und die Spieler mit Buh-Rufen und Schmäh-Plakaten begrüßt.

Uruguay meldet sich zurück

In der südamerikanischen Qualifikation meldete sich Uruguay derweil am viertletzten Spieltag durch ein 2:1 in Peru im Kampf um eines der vier Direkttickets eindrucksvoll zurück.

Kolumbien festigte mit einem 1:0 gegen Ecuador Platz zwei hinter dem spielfreien Spitzenreiter Argentinien.

Beide weisen 26 Punkte auf und haben bei noch drei ausstehenden Spielen sieben Zähler Vorsprung auf Platz fünf und Uruguay, das nach derzeitigem Stand gegen einen Asienvertreter (Jordanien oder Usbekistan) die WM-Play-offs bestreiten muss.

Regen und Flutlichtausfall

Weder sintflutartiger Regen, der den Spielbeginn in Barranquilla um eineinhalb Stunden verzögerte, noch eine weitere Zwangspause nach Flutlichtausfall zu Beginn der zweiten Hälfte konnte die Cafeteros stoppen.

Nachdem Ecuadors Gabriel Achilier (28.) wegen Notbremse Rot sah, nutzte James Rodriguez nur drei Minuten später die nummerische Überzahl zum Siegtor. Bei den Gästen verschoss jedoch Walter Ayovi (60.) einen Foulelfmeter.

In Santiago de Chile versetzten die Hausherren mit einem 3:0 (2: 0) dem WM-Traum Venezuelas einen herben Dämpfer.

Während der Mönchengladbacher Juan Arango bei den Gästen blass blieb, schossen Eduardo Vargas (11.), Marcos Gonzalez (30.) und der Ex-Leverkusener Arturo Vidal (84.) für den neuen Tabellendritten den vierten Sieg in Folge heraus.

Chile verdrängt Ecuador

Chile verdrängte mit 24 Punkten Ecuador (21), das nun Uruguay (19) nach dessen Triumph in Lima im Nacken hat. Matchwinner beim amtierenden Südamerika-Meister war Liverpools Stürmer Luiz Suarez, der beide Tore für die "Urus" erzielte (43. Foulfelfmeter/67.) sowie den Platzverweis von Yoshima Yotun (45.) provozierte. Jefferson Farfan (83.) markierte erst spät den Anschlusstreffer.

Und so ist für den Schalker sowie seinen Bundesliga-Kollegen Claudio Pizarro (München) und Carlos Zambrano (Frankfurt), der wegen einer Gelbsperre nicht mitwirkte, der WM-Zug wohl abgefahren.

Fünkchen Hoffnung für Arango und Venezuela

Peru (14) hat als Tabellensiebter schon fünf Punkte Rückstand auf Platz fünf. Bei Arango und dem Sechsten Venezuela (16) keimt noch ein Fünkchen Hoffnung.

Im Kellerduell behielt Paraguay (11) gegen Bolivien (10) mit 4:0 (1:0) die Oberhand. Dank der Treffer von Jonathan Fabbro (16.), des Ex-Münchners Roque Santa Cruz (47.), Richard Ortiz (80.) und Gustavo Gomez (84.) gaben die Albirrojas die Rote Laterne des Schlusslichts an das Andenteam ab.

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