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Bitter: Rückenbeschwerden zwingen Franck Ribery im Sommer 2014 in die Knie. Mit der WM 2014 verpasst der Franzose das vielleicht letzte große Turnier mit der Nationalmannschaft
Franck Ribery wechselte 2007 von Olympique Marseille zum FC Bayern © getty

Frankreich muss sich im Kampf um ein Ticket für die WM 2014 in Brasilien wohl mit dem Umweg über die Play-off-Runde anfreunden.

Paris/Tiflis - Les Bleus schießen nur noch Fahrkarten, und Franck Ribery schreibt die direkte WM-Qualifikation der französischen Nationalmannschaft ab (Bericht).

"Der erste Platz ist weg", konstatierte Europas Fußballer des Jahres nach der trostlosen Nullnummer in Tiflis gegen Georgien: "Jetzt müssen wir uns eben auf die Play-offs einstellen. Das werden wir tun, und wir werden über die Play-offs das Ticket für Brasilien erkämpfen."

Welt- und Europameister Spanien (2:0 in Finnland) rangiert bei noch zwei ausstehenden Spielen in der Gruppe I drei Punkte vor den Franzosen, die auch in Tiflis einmal mehr an ihrer schwachen Chancenauswertung scheiterten und am Dienstag in Weißrussland antreten müssen.

Die Equipe Tricolore ist jetzt schon seit fünf Länderspielen ohne Torerfolg: Spanien 0:1, in Uruguay 0:1, in Brasilien 0:3, in Belgien 0:0, in Georgien 0:0 - so die Ergebnisse der frustrierenden Negativserie.

Das letzte Tor erzielte Ribery am 22. März zum 3:0 gegen Georgien (61.).

"Wir schießen einfach keine Tore"

"Jeder hat unser Problem gesehen: wir schießen einfach keine Tore. Es ist eine Schande, denn wir kreieren genug Chancen. Wir sind alle sehr enttäuscht heute", sagte der Ausnahmekönner von Triple-Sieger Bayern München.

Frankreichs Nummer 7 sieht den Weltmeister von 1998 und EM-Champion von 2000 allerdings keineswegs im Tief, auch wenn die Ergebnis-Krise nicht zu leugnen ist. "Wir haben als Mannschaft hart gearbeitet. Das Teamwork hat funkioniert, und jeder will unbedingt nach Brasilien", betonte Ribery.

Und er fügte hinzu: "Wir lassen uns aber nicht unterkriegen, sondern gehen erhobenen Hauptes ins nächste Spiel."

Spanien gibt sich keine Blöße

Der Erzrivale Spanien gab sich dagegen in Finnland keine Blöße. Zum 150. Länderspiel von Torwart und Kapitän Iker Casillas (Real Madrid) gab es einen standesgemäßen Erfolg, womit die Tabellenführung weiter ausgebaut wurde. Die Iberer siegten durch Treffer von Jordi Alba (19.) und Alvaro Negredo (86.).

Im französischen Team gibt man sich indes keinen Illusionen hin. "Am Ende warten wohl für uns die Play-offs", sagte auch Torwart Hugo Lloris.

Benzema sieht problematische Lage

Angreifer Karim Benzema von Real Madrid sieht seine Mannschaft in einer problematischen Lage: "Es ist kompliziert, wir gewinnen nicht, wir schießen keine Tore und auch das Spielerische lässt zu wünschen übrig. Das nagt am Selbstvertrauen."

Auch Benzema selbst hat schon lange nicht mehr für Frankreich getroffen, letztmals im EM-Test 2012 gegen Estland.

Wohl auch deshalb hatte Trainer Didier Deschamps in Tiflis Benzema zusammen mit Olivier Giroud vom FC Arsenal aufgeboten, aber ohne Erfolg.

Die Torflaute hält an. Bei Les Bleus ist derzeit Frust angesagt.

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