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David Alaba gewann mit dem FC Bayern München in der vergangenen Saison das Triple © getty

David Alaba hält Österreichs WM-Traum am Leben. Seine Bayern-Kollegen können ihm helfen, den Brasilien-Trip zu realisieren.

Von Denis de Haas

München - Sprüche muss er sich bestimmt gefallen lassen. Doch da steht David Alaba drüber. Wenn seine deutschen Teamkollegen beim FC Bayern ihn mit dem Länderspiel in München aufziehen, kann der Österreicher locker abwinken.

Denn die 0:3-Pleite gegen den großen Nachbarn ist seit Dienstag abgehakt. Da meldeten sich die Österreicher im Rennen um die WM-Tickets zurück.

Im Wiener Ernst-Happel-Stadion gab es einen 1:0-Erfolg über Irland. (DATENCENTER: Die WM-Qualifikation)

Erste WM seit 1998 möglich

Alaba avancierte dabei zum Matchwinner. Dank seines Tores in der 84. Minute dürfen die österreichischen Fans weiter von der ersten WM-Teilnahme seit 1998 träumen.

Der 21-Jährige ist dabei der Star im ÖFB-Team, der Hoffnungsträger einer ganzen Nation.

Doch der Bayern-Profi will trotz des Rummels um seine Person nicht über seinen persönlichen Erfolg sprechen. "Wir als Mannschaft sind nach dem Sieg überglücklich", sagte der 21-Jährige nach seiner Ankunft in München.

Vertreter von Junuzovic

Überglücklich kann sich auch Marcel Koller schätzen, solch einen flexiblen Spieler in seinen Reihen zu haben. Gegen Irland beorderte Österreichs Trainer Alaba ins offensive Mittelfeld, weil der Bremer Zlatko Junuzovic dort verletzt fehlte.

"Er hat viel Verantwortung in der Offensive übernommen", lobte Koller seinen Schlüsselspieler hinterher.

Normalerweise agiert Alaba im Nationaldress auf der Sechser-Position. Und da herrschte bei seinem Klub nach den Verletzungen von Javier Martinez, Thiago und Bastian Schweinsteiger zuletzt Notstand.

Karrierebeginn im Mittelfeld

Deshalb beorderte Münchens Trainer Pep Guardiola auch mal Philipp Lahm aus der Viererkette ins Mittelfeld. Ähnlich Pläne hat der Spanier mit Alaba scheinbar nicht.

"Das war bis jetzt kein Thema. Ich fühle mich bei Bayern als Linksverteidiger auch gut aufgehoben", sagte der gebürtige Wiener selbst, der seine Karriere bei den Münchner übrigens als Mittelfeldspieler begann.

Doch das ist mittlerweile dreieinhalb Jahre her. Seinen nächsten Einsatz im Mittelfeld wird Alaba wohl erst am 11. Oktober haben.

Dann geht es für die Österreicher nach Schweden. Es ist das direkte Duell um Tabellenplatz zwei, der für die Playoff-Spiele berechtigt. "Das ist das erste Endspiel für uns", erklärt Alaba.

Endspiel auf den Färöer Inseln

Das zweite Endspiel folgt vier Tage später. Dann spielen Alaba und seine Kollegen auf den Färöer Inseln. Dort, wo sich eine österreichische Nationalmannschaft 1990 der Lächerlichkeit preis gab.

Alaba war der 0:1-Pleite gegen den Fußballzwerg noch gar nicht geboren. "Das Spiel von damals beschäftigt uns heute auch nicht mehr", sagt der Bayern-Profi.

Dafür dürfte ihn am 15. Oktober ein anderes Spiel interessieren: Deutschland tritt nämlich in Schweden an und Alaba hegt keinen Zweifel daran, dass seine Freunde vom FC Bayern zu diesem Zeitpunkt schon qualifiziert sind.

"Ich werde meine Kollegen schon drauf ansprechen, dass sie uns helfen sollen", sagt der Österreicher.

Alaba ist überzeugt, dass die Deutschen seiner Mannschaft Schützenhilfe leisten wollen: "Die wollen uns doch auch in Brasilien rumlaufen sehen."

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