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Sao Paulo ist die bevölkerungsreichte Stadt in Brasilien © getty

Kurz vor dem WM-Eröffnungsspiel herrscht in Sao Paulo ein Verkehrschaos. Staus sind an der Tagesordnung und verärgern auch Promis.

Der Verkehr ist ohnehin chaotischer in Sao Paulo. Wenn Streik der U-Bahn-Fahrer ist, dann ist er noch chaotischer als sonst. Und wenn U-Bahn-Streik und ein Spiel der brasilianischen Nationalmannschaft an einem Tag eine Woche vor Beginn der Weltmeisterschaft sind, dann ist es besonders chaotisch.

Wer an einem solchen Tag etwas zu erledigen hat, sei es zur Arbeit oder ins Fußballstadion zu gehen, und sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen möchte, der gerät in arge Schwierigkeiten.

Die Metro fährt nicht oder nur auf bestimmten Abschnitten - die U-Bahnstation Barra Funda beispielsweise war am Morgen komplett gesperrt. Das Fernsehen zeigte Bilder von der Station "Itaquera-Corinthians", an der Menschen die Absperrungen einfach niedergerissen hatten. Polizisten waren mit Schutzschilden und Schlagstöcken im Einsatz. Die U-Bahnstation liegt beim Stadion Itaquerao, wo in einer Woche das Eröffnungsspiel stattfinden wird.

Auch auf den Bildschirmen im Stadion Morumbi, wo Brasilien seinen Test gegen Serbien bestritt, waren immer wieder Updates von den Linien und Abschnitten zu sehen, auf denen die U-Bahn fuhr. Oder eben nicht. Busse fuhren zwar - angeblich sogar mit einem besonderen System.

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Aber bei 4,5 Millionen Menschen, die für gewöhnlich in der brasilianischen Metropole täglich die U-Bahn nutzen, ist dann eine Sardinendose nichts gegen einen Sao-Paulo-Bus. Von 20 Minuten bis zu sechs Stunden unterwegs zu sein, ist möglich. Nach oben hin sind offenbar keine Grenzen gesetzt.

Dann bleibt nur das Taxi, mit dem man ebenfalls im Stau steht und für 16 Kilometer 30 Minuten oder zwölf Kilometer eine Stunde und 40 Minuten braucht. 200 Kilometer betrug die Länge des Staus an diesem Freitag gegen 9.30 Uhr - ein neuer Rekord für diese Tageszeit.

Mit einem guten Freund ergibt sich so die Gelegenheit, über die Autoindustrie in Brasilien zu plaudern, mit dem Taxifahrer - natürlich - über Fußball.

UEFA-Präsident Michel Platini und hohe FIFA-Vertreter, die in Sao Paulo waren, hat es übrigens ebenfalls erwischt. Sie steckten im Stau fest oder kamen gar nicht erst vom Flughafen weg.

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