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Schon vor dem Eröffnungsspiel kam es zum Ausschreitungen. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Tages in Sao Paulo © getty

Die Demonstranten in Brasilien nutzen schon vor dem Anpfiff des Eröffnungsspiel die große Bühne WM. Die Polizei schlägt hart zurück.

Sao Paulo - Gummigeschosse, Tränengas, Blendgranaten:

Die Illusion eines friedlichen Fußball-Festes in Brasilien ist schon vor dem ersten Anstoß bei der WM geplatzt.

Am Mittag vor dem Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien lieferten sich Demonstranten und die Polizei zahlreiche Auseinandersetzungen. (SERVICE: Alles zur WM auch bei SPORT1.fm)

Steine, Bierflaschen und Gummigeschosse flogen, die Polizei löste die Proteste gewaltsam auf. Wenig später begannen sie an anderer Stelle, es folgten regelrechte Jagdszenen. (905514DIASHOW: Sao Paulo zwischen Vorfreud und Unruhen)

Die Demonstranten hatten ein Transparent mit der Aufschrift "Wenn wir keine Rechte haben, wird es keine WM geben" ausgerollt.

Gummigeschosse und Verletzte

Ein Mann, der sich widersetzte, wurde mit Gummigeschossen beschossen und festgenommen. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

Brasilianische Medien berichteten zunächst von mindestens zwei verletzten Demonstranten und vier verletzten Journalisten, Augenzeugen berichteten von deutlich mehr.

Ausgelöst worden sein sollen die Tumulte durch vermummte "Black Blocs", die sich unter die eigentlich friedlichen Demonstranten gemischt haben.

Die U-Bahn-Angestellten sagten wegen der Zwischenfälle zunächst ihre geplanten Streiks ab, was zu Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Gruppen der Aufständischen führte.

[kaltura id="0_7286e04p" class="full_size" title="Die WM Stadien Sao Paulo"]

Stadion-Besetzung geplant?

Ein Demonstrant sagte der Nachrichtenagentur "AFP", dass das Ziel der Demo die Besetzung des Stadions sei.

Die Aktivisten wollen den WM-Start verhindern. "Brasilianer lieben den Fußball, aber wir brauchen diese WM nicht. Alle Brasilianer sollten sich erheben." (816411DIASHOW: Die WM-Stadien)

Am Mittag Ortszeit hatte sich die Lage halbwegs beruhigt.

Vor der Arena feierten derweil schon Stunden vor dem Anpfiff Tausende Fans friedlich und bunt gegen die Krawalle und schlechten Nachrichten an.

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Friedliche Stimmung am Stadion

Schon die kleinsten Kinder trugen Trikots von Superstar Neymar, fliegende Händler verkauften gefälschte Trikots, extravagante Hüte, Schals und Duplikate des WM-Pokals.

Viele Fans sangen und tanzten, das Verhältnis zu den kroatischen Anhängern wirkte ausgesprochen freundschaftlich.

In der 20-Millionen-Metropole waren am Morgen die Brasilien-Fahnen regelrecht aus dem Boden geschossen.

An zahlreichen Autos hing die grün-gelb-blaue Flagge, auf den meisten stand der Spruch "ordem e progesso": Ordnung und Fortschritt.

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Demonstranten fordern Investitionen an anderer Stelle

Vor allem das fordern die Demonstranten, die seit dem Confed Cup im Vorjahr immer wieder auf die Straße gegangen waren: Ein besseres Bildungs- und Gesundheitssystem sowie eine verbesserte Infrastruktur.

Die milliardenschweren Investitionen in die Stadien, von denen viele nach der WM nicht ausreichend genutzt werden können, stellen für sie unverhältnismäßige Ausgaben am falschen Ort dar.

Beobachter waren sich schon im Vorfeld sicher, dass es während der 32 Turnier-Tage in Brasilien nicht friedlich bleiben wird.

"Es wird ganz sicher wieder Proteste geben. Aber wir hoffen, dass sie die WM nicht zu stark beeinträchtigen werden", hatte der zweimalige brasilianische Weltmeister Cafu gesagt.

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Pfannenstiel sieht "Abbruchpotenzial"

Und Lutz Pfannenstiel, Weltenbummler, Ex-Torhüter in Brasilien und als TV-Experte zuletzt regelmäßig im Land, hatte gar erklärt: "Ich bin mir zu 100 Prozent sicher: Die Demonstranten werden auf die Plattform WM nicht verzichten und alles tun, um gehört zu werden. Wenn die Behörden gravierende Fehler machen sollten, hat diese WM sogar Abbruchpotenzial."

Genau das war das Ansinnen der Demonstranten am Donnerstag.

Dutzende von ihnen hatten sich an einem U-Bahnhof getroffen und wollten zum Corinthians-Stadion marschieren, um den Anpfiff des Eröffnungsspiels zu verhindern.

Viele von ihnen waren maskiert, mit Telefonzellen, Plastikstühlen und brennendem Müll hatten sie Barrikaden errichtet.

Doch die in Brasilien ohnehin selten zimperliche Polizei schlug energisch dazwischen.

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