Thomas Strunz zwefelt an den taktischen Möglichkeiten des DFB-Teams taktisch. Auch die Besetzung der Abwehr sieht er kritisch.

Hallo Fußball-Freunde,

das 2:2 gegen Ghana kam für mich nicht überraschend. Das Spiel gegen Portugal war sehr ähnlich, schon da hatte das DFB-Team in der Anfangsphase große Schwierigkeiten.

Cristiano Ronaldo und Hugo Almeida sind da alleine vor Manuel Neuer aufgetaucht ? das hätte auch anders ausgehen können.

Was mir auffällt: Viele Spieler spielen auf ganz anderen Positionen, als sie es die komplette Saison über getan haben.

Das fängt hinten in der Viererkette mit Jerome Boateng rechts und Benedikt Höwedes auf links an.

Philipp Lahm hat die Sechs in dieser Form bei Bayern auch noch nicht gespielt, Sami Khedira war hingegen bei Real Madrid Teil der Doppelsechs und wurde nicht auf der Acht eingesetzt.

Und Thomas Müller hat die ganze Spielzeit über nicht den Mittelstürmer gegeben. So kann es gar keine Automatismen auf den einzelnen Positionen geben.

Ich habe auch nicht das Gefühl, dass das Trainer-Team mehrere Pläne in der Schublade hat. Das DFB-Team dürfte also ziemlich berechenbar werden, je länger das Turnier dauert.

Wir haben im Grunde genommen nur drei Offensive auf dem Platz, die sich alle sehr ähnlich sind.

Ich kann auch der Formation mit den vier Innenverteidigern in der Viererkette gar nichts abgewinnen.

Man sieht, dass wir Schwierigkeiten bei der Spielentwicklung über die Außenpositionen haben. Es kommen keine Flanken vors Tor.

Ich bin auch nicht ganz der Meinung, dass Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger die Wende gebracht haben.

Wir lagen 1:2 zurück. Jeder der da rein gekommen wäre, hätte Schwung gebracht. Auch Lukas Podolski oder Andre Schürrle.

Wir standen eben nach 65 Minuten mit dem Rücken zur Wand. Das muss man einfach klar so sagen.

Nun geht es gegen die USA. Wir sind auf allen Positionen besser besetzt, da braucht man nicht zu diskutieren.

Aber dass das am Ende nicht ausreicht, haben wir gegen Ghana gesehen.

Die Amerikaner zeichnet eine unglaubliche Mentalität aus. Gerade bei diesen klimatischen Bedingungen spielt es eine große Rolle, dass man bestimmte Grenzen überschreiten kann.

Und natürlich wird es auch ein besonderes Spiel zwischen Löw und Jürgen Klinsmann.

Trotzdem bin ich mir sicher: Am Ende werden wir weiterkommen.

Bis demnächst,

Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz wechselt sich als Experte im Volkswagen Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Helmer und Mario Basler ab.

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