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Armin Veh (r.) analysiert beim WM Doppelpass bei SPORT1 das zweite deutsche WM-Spiel © SPORT1

Die Experten beim WM Doppelpass stellen die Taktik von Bundestrainer Löw in Frage. Armin Veh lobt Klose und Schweinsteiger.

München - Die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien läuft auf Hochtouren und liefert jede Menge Gesprächsstoff.

Beim WM Doppelpass stand natürlich die deutsche Mannschaft im Vordergrund. Nach dem furiosen 4:0-Auftakt gab es gegen Ghana beim 2:2 nun den ersten Dämpfer (Bericht).

Moderiert von Jörg Wontorra und SPORT1-Experte Thomas Helmer diskutierten Armin Veh (Trainer des VfB Stuttgart), Philipp Köster (Chefredakteur "11 Freunde"), Kai Dittmann ("Sky") und SPORT1-Experte Thomas Strunz vor allem über die Taktik des DFB-Teams.

Das Festhalten von Bundestrainer Joachim Löw an der Viererkette mit vier Innenverteidigern und die Zusammensetzung der Offensive sah vor allem Veh sehr kritisch (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Aber auch der dritte deutsche Gruppengegner USA (Do., ab 18 Uhr LIVE-TICKER), dessen Trainer Jürgen Klinsmann und die strauchelnden Schwergewichte um England wurden thematisiert.

SPORT1 fasst die Aussagen zu den wichtigsten Themen aus dem WM Doppelpass zusammen:

Das deutsche Spielsystem gegen Ghana

Das Spiel des DFB-Teams lief gegen die robusten Afrikaner in Abwehr und Angriff nicht so flüssig wie gegen Portugal. Für Veh war es eine Folge von Löws missglückter Strategie:

"Gegen Portugal war alles gut, aber gegen ein Team wie Ghana, das sehr tief steht, müssen alle mit nach vorn spielen. Die Taktik fand ich diesmal weniger gut."

Grundsätzlich würde Veh Kapitän Philipp Lahm lieber als Außenverteidger sehen: "Lahm wäre für uns wichtiger, wenn er hinten links oder rechts spielen würde. Wir haben auf den Außenpositionen Probleme."

Die Kaderzusammenstellung in der Offensive lasse zudem nicht viele Möglichkeiten, auf unterschiedliche Situationen und Kontrahenten zu reagieren.

"In jedem Kader bei dieser WM stehen fünf, sechs Stürmer. Wir sind das einzige Land mit einem Stürmer und 20 Mittelfeldspielern. Es wird dann schwierig, wenn der Gegner tief steht und noch in Führung geht. Dann muss man die Brechstange wählen", erklärte Veh.

[kaltura id="0_mxva9jri" class="full_size" title="Veh stellt L ws Taktik in Frage"]

Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger

Das deutsche Joker-Duo sorgte nach seiner Einwechslung für dringend benötigten Schwung im deutschen Team und war entscheidend an der Rettung des Teilerfolges beteiligt.

Miroslav Klose hält Veh auch für den weiteren Turnierverlauf für unverzichtbar: "Er hat noch ein richtiges Stürmerherz und wird es nicht verlieren."

Auch für Schweinsteiger bricht er eine Lanze: "Ich bin ein Fan von Bastian Schweinsteiger, weil er ein guter Typ ist. Auch als er nicht gespielt hat, war er für die Mannschaft da."

[kaltura id="0_xfjcc2r0" class="full_size" title="Veh Klose hat ein St rmerherz "]

Das Duell mit Jürgen Klinsmann

Um das Erreichen des Achtelfinales macht sich der erfahrene Trainer mit Blick auf das Spiel gegen die USA aber keine großen Sorgen: "Es war ein verdientes Ergebnis. Mit einem Unentschieden sind wir weiter, deshalb können wir mit der Ausgangslage zufrieden sein."

Dem US-Trainer Jürgen Klinsmann zollt Veh dennoch viel Respekt:

"Er ist ein großer Motivator und verkauft sein System sehr gut. Er hat die Verantwortung und dann kannst du nicht politisch denken, sondern musst Entscheidungen treffen. Da ist er konsequent, das ist auch gut so."

Mögliche Umstellungen in der ersten DFB-Elf

In einer Live-Schalte berichteten die SPORT1-Reporter Jochen Stutzky und Markus Höhner aus Brasilien über die aktuelle Lage bei der deutschen Nationalmannschaft im Campo Bahia.

Lahm und seine unterdurchschnittliche Leistung im defensiven Mittelfeld ist dabei das beherrschende Thema. Der Kapitän will dennoch nicht zurück in die Viererkette rücken.

[kaltura id="0_4qscnkug" class="full_size" title="Lahm fordert und versagt"]

Das Dilemma der großen Nationen wie England

Spanien und England sind raus, Italien hat ein Endspiel gegen Uruguay vor der Brust: Vor allem die großen europäischen Teams haben in Brasilien große Probleme.

Veh sieht einen Grund für die Probleme in der kräfteraubenden Saison: "Spieler bei großen Nationen haben oft 60, 70 Spiele auf dem Buckel, da kannst du nicht so frisch sein. Das ist ein Vorteil für kleinere Nationen wie Chile oder Costa Rica."

Bei England liegen die Probleme dagegen tiefer. Einige Spieler hätten "ihren Zenit überschritten". Zudem tun sich die einheimischen Talente in der Premier League schwer:

"Wenn viel Geld da ist und die besten Spieler in eine Liga kommen, können sich junge Spieler nicht entwickeln. Dieses Problem hat jetzt England."

[kaltura id="0_kti5clch" class="full_size" title=" England fehlt die Jugend "]

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