Die Bundesliga prägt die WM in Brasilien - allen voran der FC Bayern. Die Chance auf einen "deutschen" Weltmeister ist groß.

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Von Holger Luhmann

München - Für Giovanni Trapattoni ist die Sache klar.

Die aufgeblähten Ligen sind schuld am kläglichen Scheitern der Italiener, Spanier und Engländer bei der WM in Brasilien.

"Die italienische Nationalmannschaft ist geschwächt nach Brasilien gereist, genau wie Spanien und England, wo die Meisterschaften für die Spieler viel Stress bedeuten", sagte Italiens Ex-Nationaltrainer und fügte hinzu: "Italien, Spanien und England erleben dieselben Probleme und zahlen dafür einen hohen Preis."

Bundesliga hinterlässt Fußabdruck

Man mag diesen Erklärungsansatz teilen. Möglicherweise gibt es darüber hinaus in Italien, Spanien und England weitere, spezielle Gründe für die Misere.

Fakt ist: Die Bundesliga muss nicht in einem Atemzug mit der Primera Division, der Serie A und der Premier League genannt werden - im Gegenteil.

Denn die Liga hat in den 48 Spielen der Gruppenphase einen ganz beachtlichen Fußabdruck hinterlassen.

"Die Bundesliga", so hat es der frühere Bremer Johan Micoud zuletzt formuliert, "hat die WM bislang geprägt."

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Thon: "Sind die beste Nation"

Für Olaf Thon ist das nicht überraschend. WM-Tippspiel: Mitmachen und 100.000 Euro gewinnen!

"Nicht umsonst haben wir die beste Mannschaft der Welt mit Bayern München. Auch Borussia Dortmund hat schon für Furore gesorgt", sagt der Weltmeister von 1990 bei SPORT1.

Für Thon steht fest: "Wir sind die beste Nation, das kann man wirklich sagen."

Liga-Profis mit meisten Toren

Es gibt eine Menge Zahlen und Statistiken, die diesen Eindruck untermauern.

26 der 136 Vorrundentreffer erzielten Stars aus der Bundesliga. Keine andere Spielklasse war so oft erfolgreich. Mit 19 Torvorlagen lieferten die Profis aus Deutschland zudem auch die meisten Assists.

Das mag kein Zufall sein. Schließlich fallen in keiner anderen europäischen Top-Liga so viele Tore. 2013/14 durften die Fans durchschnittlich 3,19 Mal pro Bundesliga-Partie jubeln.

Dreierpack von Müller und Shaqiri

Die Torgefahr in Brasilien geht nicht zuletzt vom FC Bayern aus.

Der deutsche Meister stellt in Thomas Müller und Xherdan Shaqiri jene beiden Profis, denen bislang jeweils ein Dreierpack gelang.

Müller führt die Torschützenliste zudem mit vier Treffern gemeinsam mit Brasiliens Idol Neymar und Argentiniens Superstar Lionel Messi an. SHOP: Jetzt Deutschland-Fanartikel kaufen

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"Spanier" können es doch

Neymar und Messi sind übrigens nicht die Einzigen, die zeigen, dass das Wehklagen über die hohen Belastungen in Italien, Spanien und England zu eindimensional sein dürfte.

Der Franzose Karim Benzema und der Argentinier Angel di Maria standen für Real Madrid ebenso im Finale der Champions League wie der Uruguayer Diego Godin für Atletico Madrid.

Sie alle überzeugen trotz der geringen Erholungspause mit starken Leistungen bei der WM.

Mainzer Junior Diaz überrascht mit Costa Rica

Trotzdem ist es der FC Bayern, der die Torschützenliste nach Klubs mit 13 Treffern souverän anführt.

Arjen Robben zum Beispiel steht Müller kaum nach und spielt bei der WM bislang wie entfesselt auf.

Für Aufsehen sorgt aber auch der Mainzer Junior Diaz, der mit Costa Rica überraschend ins Achtelfinale einzog.

Den 1:0-Siegtreffer gegen Italien bereitete der Linksverteidiger mit einer präzisen Flanke vor, zudem hat er die meisten Ballkontakte bei den Zentralamerikanern.

Dreigestirn Löw, Klinsmann und Hitzfeld

"Deutsche Wertarbeit" liefern auch die Trainer.

Erstmals in der WM-Geschichte stehen in Bundestrainer Joachim Löw, US-Coach Jürgen Klinsmann und dem Schweizer "Nati"-Trainer Ottmar Hitzfeld drei deutsche Trainer im Achtelfinale.

Ganz anders erging es den italienischen Trainern: Die drei WM-Coaches Cesare Prandelli, Alberto Zaccheroni mit Japan und Fabio Capello mit Russland schieden allesamt in der Vorrunde aus.

Noch 40 Bundesligaprofis dabei

Zurück zu den Spielern.

40 der ursprünglich 77 WM-Spieler aus Deutschlands erster und zweiter Liga zogen in die K.o.-Runde ein.

Mit zwölf Spielern stellen die Bayern auch die meisten Profis im Achtelfinale. DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014

Die Chance ist groß, dass am 13. Juli mindestens ein Münchner den Weltmeisterpokal im legendären Maracana in die Höhe recken wird.

"Made in Germany" ist wieder ein Gütesiegel.

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