vergrößernverkleinern
Abwehrspieler Dante bestritt bislang zwölf Länderspiele für Brasilien © getty

Dante wartet weiter auf sein WM-Debüt. Im Interview spricht er über die Stimmung im Team und seinen Beitrag zum Erfolg.

Aus Brasilien berichtet Martina Farmbauer

Rio de Janeiro - Dante Bonfim Costa Santos hat fast immer kämpfen müssen.

Der Innenverteidiger gehört nicht zu den brasilianischen Dribbelkünstlern, die für das "Jogo Bonito" stehen - das "schöne Spiel".

Der 30-Jährige, der aus Bahia stammt, hat sich immer wieder in Geduld geübt, bis ihm der Durchbruch in Europa gelang und er einen Stammplatz beim FC Bayern bekam. Sein Durchhaltevermögen in der Selecao, für die er noch keinen WM-Einsatz hatte, zunächst nicht belohnt (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

David Luiz angeschlagen

David Luiz, der als Innenverteidiger gesetzt ist, meldete sich trotz Rückenproblemen für das Achtelfinale gegen Chile (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) fit. Eine Alternative wäre der Abwehrchef des deutschen Rekordmeisters gewesen.

Im SPORT1-Interview spricht Dante über die bisherige Reservistenrolle, Selbstkritik und seinen Beitrag zu einem möglichen WM-Titel Brasiliens.

SPORT1: Dante, wie bewahren Sie Ihren Optimismus?

Dante: Ich lege sehr viel Wert auf... das Leben letztendlich. Es ist ein Vergnügen, hier in Brasilien zu sein; physisch gut drauf zu sein, an mir arbeiten zu können. Das motiviert mich. Ich bin ein Typ, der sich selbst sehr kritisiert. Wenn ich nicht spiele, frage ich mich immer, was ich besser machen kann, um vielleicht zum Einsatz zu kommen. Das Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft zu tragen, war immer mein Traum. Wenn ich Weltmeister werden sollte, selbst ohne Einsatz, wäre ich noch glücklicher.

[image id="c6554f4b-63a6-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

SPORT1: Trainer Luiz Felipe Scolari schätzt Sie sehr. Aber er hat bisher einfach keinen Platz für Sie in der Nationalmannschaft, die Innenverteidigung ist in der Regel mit Thiago Silva und David Luiz besetzt...

Dante: Wenn es keine Verletzungen gibt, ist es ja sehr ungewöhnlich, Innenverteidiger während eines Turniers zu wechseln. Man wechselt Stürmer aus, Mittelfeldspieler, ... klar warte ich darauf, zu spielen, ich warte ruhig auf meine Chance. Das Wichtigste ist ohnehin das kollektive Ergebnis, das positive Denken. Wenn wir gewinnen und ich spiele nicht, bin ich super glücklich. Wir gewinnen zusammen, ich wünsche den Mitspielern, dass sie sich verbessern.

SHOP: Jetzt WM-Fanartikel kaufen

SPORT1: Ist das der Spirit der "Familia Scolari", dieser eingeschworenen Gemeinschaft, die Felipao aus seinen Mannschaften schafft, oder Ihre eigene Einstellung?

Dante: Ich war immer so, aber der Professor hat auch die Idee, die Spieler in 23 wichtige Spieler zu verwandeln. Und immer, wenn wir gebraucht werden, sind wir bereit, um große Spiele zu machen.

SPORT1: Sie sind inzwischen auch in Brasilien sehr bekannt und möchten manchmal einfach nur Ihre Ruhe haben. Auf Twitter war allerdings ein Foto zu sehen, wie Sie einen freien Tag mit Ihrer Familie am Strand verbracht haben.

Dante: Ich war tatsächlich am Strand mit meiner Frau, meinen zwei Kindern. Das sind die Personen, die mir helfen, für die ich arbeite. Wenn ich in meiner Karriere etwas gewinne, dann teile ich es mit ihnen. Die freien Tage nutze ich mit meiner Familie, und ich bin auch sonst so gut es geht mit ihr in Kontakt. Das muss man machen, um Batterien aufzuladen.

[tweet url="//t.co/cQpMraBRtM"]

SPORT1: Ist es für Sie auch etwas Besonders hier zu sein, in dem Land, aus dem Sie kommen, und Freunde treffen, die Sie lange nicht gesehen haben?

Dante: Sicher, sicher, ich glaube, wir alle nutzen diese Weltmeisterschaft in Brasilien. Auf jeden Fall, wo die Selecao schon da ist... dann ist ein freier Tag, um Familie und Freunde sehen, und dann die Freunde auf der Tribüne sehen...

WM-Tippspiel: Mitmachen und 100.000 Euro gewinnen!

SPORT1: ... das hört sich nach Gänsehaut an.

Dante: Das ist eine große Emotion. Es bleibt uns, die Zuneigung von allen zu nutzen und eine große Weltmeisterschaft zu spielen, unser Ziel zu erreichen: Weltmeister zu werden.

SPORT1: Wie können Sie dazu beitragen, wenn Sie nicht spielen?

Dante: Wenn ich im Training oder auf der Reservebank etwas sehe, worüber der Trainer vergisst, zu reden, dann kann ich es ansprechen. Oder manchmal sieht der Trainer auch nicht dasselbe. Ich kann den Mitspielern Aufmerksamkeit schenken, Kraft geben und sie motivieren. Manchmal kommt ein Spieler mit gesenktem Kopf in die Kabine, dann richte ich ihn auf. Vielleicht spiele ich nicht, aber außerhalb stehen wir alle zusammen und in diesem Spirit müssen wir bis zum Ende weitermachen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel