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Traumtor: James Rodriguez trifft zum 1:0 für Kolumbien. Die Bilder des Spiels ZUM DURCHKLICKEN © getty

James Rodriguez führt Kolumbien zum Sieg über Uruguay, das sich erneut ungerecht behandelt fühlt. Kolumbien fordert nun Brasilien.

Rio de Janeiro - "King James" Rodriguez hat Kolumbien in das WM-Viertelfinale gegen Gastgeber Brasilien geführt.

Mit seinen Turniertreffern vier und fünf ebnete der 22 Jahre alte angehende Superstar seiner Mannschaft den Weg zu einem 2:0 (1:0) gegen Uruguay, das nun seinem gesperrten und geächteten "Beißer" Luis Suarez in die Heimat folgen muss.

In seinem ersten WM-Viertelfinale trifft Kolumbien am kommenden Freitag in Fortaleza auf die Selecao, die zuvor mit 3:2 im Elfmeterschießen (1:1 nach 120 Minuten) gegen Chile (Bericht) gewonnen hatte.

"Ein historischer Moment"

Die Gastgeber müssen vor allem einen bärenstarken James Rodriguez fürchten, der mit seinen beiden Toren die Führung der Torjägerliste vor Neymar, Lionel Messi und Thomas Müller (je vier Treffer) übernahm (913666DIASHOW: Die Bilder des WM-Spieltages).

"Es ist ein historischer Moment, ich bin super glücklich", sagte Rodriguez. "Alle haben hart für diesen Sieg gekämpft, nicht nur ich." Mit Blick aufs Viertelfinale meinte der Offensivstar des AS Monaco: "Das Schwierigste kommt noch. Vamos, Colombia!"

Traumtor von James Rodriguez

Sein erster Treffer in der 28. Minute riss das Publikum im Maracana von Rio de Janeiro aus den Sitzen. Der Mann mit dem bubenhaften Gesicht nahm den Ball mit der Brust an, sein Volleyschuss flog in Höchstgeschwindigkeit ins Tordreick, er war unhaltbar, auch wenn Uruguays Torhüter Fernando Muslera noch die Fingerspitzen hinbekam.

Der zweite Treffer des Mittelfeldspielers vom AS Monaco in der 50. Minute war dann eher ein Abstauber nach einer Vorlage per Kopf von Juan Cuadrado. "Ich freue mich für die Mannschaft. Sie hat vor allem in der ersten Halbzeit ein sehr starkes Spiel gemacht", sagte Trainer Jose Pekerman.

"Besonders die erste Halbzeit war gut, die Balance hat gestimmt", so Pekerman weiter. "Glückwunsch ans ganze Volk, die Leute haben sich das verdient", sagte der Argentinier.

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"Der beste Spieler der Welt"

Rodriguez wird derweil an seiner Frisur arbeiten müssen: Das Spiel hatte er begonnen mit drei Streifen im Nackenhaar, nun müssen wohl ein vierter und ein fünfter einrasiert werden (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

"Wir wussten, dass Kolumbien ein starkes Team ist, das gut den Ball in seinen Reihen halten kann. Aber so ein Tor wie das von James Rodriguez konnten wir nicht verhindern", sagte Uruguays Trainer Oscar Tabarez. "Das war eines der schönsten der WM."

Tabarez schwärmte sogar richtig von Rodriguez, verglich sein Talent mit Diego Maradona, Lionel Messi und, na klar, Luis Suarez: "James Rodriguez ist heute der beste Spieler der Welt. Ich glaube nicht, dass ich übertreibe."

Einen Matchwinner wie Rodriguez hatte der zweimalige Weltmeister Uruguay vor 73.804 Zuschauern nicht zu bieten im Maracana von Rio de Janeiro - Suarez fehlte an allen Ecken und Enden.

Suarez-Urteil sorgt für Verfolgungswahn

Den Platz des gesperrten Suarez im Angriff der Uruguayer hatte wie erwartet Diego Forlan übernommen, immerhin 2010 der beste Spieler der WM in Südafrika.

Suarez war aber dennoch präsent im Maracana: Einige Anhänger der Albiceleste trugen Suarez-Masken, andere hatten Plakate dabei mit der Aufschrift: "Yo soy Luis Suarez" (Ich bin Luis Suarez).

Die Sperre des "Beißers" hatte auch bei der Mannschaft Spuren hinterlassen: Die Uruguayer schienen sich verfolgt zu fühlen - bei fast jeder Entscheidung, die Schiedsrichter Björn Kuipers aus den Niederlanden gegen sie traf, lamentierten sie sofort.

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Lange Pässe auf Cavani

Hinzu kam, dass sich die Brasilianer im Publikum aus altbekannter Rivalität gegen ihre südlichen Nachbarn stellten.

Uruguay begann abwartend, bildete bei Angriffen von Kolumbien eine Fünfer-Reihe in der Abwehr mit einer Dreier-Reihe davor - Ziel war offensichtlich, Forlan und Sturmpartner Edinson Cavani mit schnellen Pässen ins Szene zu setzen.

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Kolumbien war nach dem 4:1 gegen Japan im letzten Gruppenspiel auf sieben Positionen verändert, unter anderem kehrte eben Rodriguez zurück.

Uruguay hält mit Härte dagegen

Kolumbien war von Beginn an feldüberlegen, ließ aber zunächst den Zug zum Tor vermissen.

Die Cafeteros versuchten es lieber mit Schüssen aus der Distanz - und mit Erfolg. Einen Freistoß von Rodriguez (6.) und den Schuss von Juan Zuniga (12.) konnte Torhüter Fernando Muslera noch entschärfen, gegen den Hammer von Rodriguez war er machtlos.

Für Uruguay war der Rückstand ein Weckruf, aber viel kam nicht. Kolumbien war das klar bessere, spielerisch viel reifere Team. Südamerika-Meister Uruguay hielt nur mit Härte dagegen, war nach vorne zumeist harmlos.

Forlan enttäuscht

"Nach dem 0:2 mussten wir mehr Risiko gehen, aber dann sind wir an einem herausragenden Torhüter gescheitert", sagte Tabarez.

Forlan war ein Schatten seiner Selbst und wurde in der 53. Minute zurecht ausgewechselt. Ein bitterer Abschied von der WM-Bühne eines ganz Großen.

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Und ein erneut starker Auftritt von Rodriguez, der auf dem besten Wege ist, ein ganz Großer zu werden. In der 85. Minute wurde er unter stehenden Ovationen der Fans ausgewechselt.

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