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Scolari wurde 2002 mit Brasilien Weltmeister
ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Achtelfinal-Krimis © getty

In der Halbzeitpause des Krimis zwischen Brasilien und Chile soll es zu einer Rauferei gekommen sein. Scolari platzt der Kragen.

Belo Horizonte - Nach dem hart erkämpften Einzug ins WM-Viertelfinale (Bericht) hat Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari eine bösere brasilianische Mannschaft gefordert.

"Es wird Zeit, dass wir nicht mehr so höflich sind. Es wird Zeit, dass wir nicht mehr alle Angriffe von anderen Trainern, Spielern oder Medien gegen uns schlucken", sagte der 65-Jährige nach dem dramatischen Sieg im Elfmeterschießen gegen Chile (3:2 i.E., 1:1 n.V.) sichtlich aufgebracht (913666DIASHOW: Die Bilder des Spieltags).

Einmal in Fahrt, wetterte Scolari auch noch gegen den englischen Schiedsrichter der Partie, Howard Webb, und seinen Trainerkollegen Jorge Sampaoli.

Scolari: "Das war wie Krieg"

Scolari beklagte die "aggressive Stimmung" auf der chilenischen Bank: "Das war wie Krieg. Ich bin gut erzogen, aber wenn ich mich dauernd angegriffen fühle, kann ich meinen Stil auch ändern. So etwas werden wir nicht mehr hinnehmen. Wir müssen uns mehr wehren."

Während der intensiven Partie waren sowohl Scolari als auch Sampaoli wegen vermeintlicher Fehlentscheidungen des Unparteiischen wild an der Seitenlinie herumgesprungen.

Von Webb fühlte sich Scolari nicht fair behandelt.

"Ich weiß nicht, ob wir Weltmeister werden oder nicht. Aber die Schiedsrichter müssen alle gleich behandeln. Wir machen uns da ein bisschen Sorgen", sagte er und beklagte, dass sein Superstar Neymar nicht ausreichend geschützt wurde.

"Die Leute sagen, Neymar ist ein Diver. Aber allein heute wurde er 15, 20 Mal gefoult", meinte Scolari.

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Rauferei im Kabinengang

Zuvor war es bereits zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen einzelnen Vertretern beider Mannschaften gekommen.

Nachdem sich Fred und der Chilene Gary Medel nach dem Halbzeitpfiff schon auf dem Weg in die Kabine eine kleine Rangelei geleistet haben, eskalierte der Streit danach offenbar im Kabinengang.

Demnach soll Rodrigo Paiva, Pressesprecher der Brasilianer, Chiles Stürmer Mauricio Pinilla mit der Faust geschlagen haben.

Das zuständige Disziplinarkomitee der FIFA ermittelt bereits, wie Sprecherin Delia Fischer am Sonntag bestätigte.

"Euer Pressechef hat unseren Spieler voll getroffen. Dann war das Gerangel zu Ende", sagte Maria Jose aus dem chilenischen Pressestab nach dem Aus seines Teams (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

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Paiva: "Es waren nur Schubser"

Paiva war sich hinterher keiner Schuld bewusst: "Das war ein Gerangel auf beiden Seiten, daran war ich nicht allein beteiligt. Pinilla ist auf mich losgegangen und ich habe mich nur verteidigt. Ich habe ihn dann einfach einen Schubser versetzt."

Zuvor sei es zu einem Wortgefecht und Schubsereien gekommen.

"Sie haben angefangen, uns zu beschimpfen. Es gab ein Hin-und-Her-Geschubse", sagte Paiva: "Aber es waren keine harten Attacken dabei, nur Schubser."

Dennoch könnte der Vorfall für die Beteiligten ein Nachspiel haben.

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