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Der frühere Schalker Marc Wilmots (r.) ist seit 2012 belgischer Nationaltrainer © getty

Vorm Achtelfinale gegen Belgien ist die USA im Fußball-Fieber, Obama glaubt schon an den Titel. Belgien wählt martialische Worte.

Salvador de Bahia/München - Barack Obama redet vom WM-Titel, in den Baseballstadien flimmern Fußball-Bilder aus Brasilien über die Anzeigetafeln, und die TV-Quoten erreichen Rekordhöhen: Die USA sind im Soccer-Fieber.

Und die Temperatur steigt weiter, wenn am Dienstag (ab 21.30 Uhr im LIVE-TICKER) Jürgen Klinsmanns Team gegen den Geheimfavoriten Belgien um den Viertelfinaleinzug kämpft.

Großen Respekt haben sich die neuen US-Helden, deren Trikots auf dem Times Square in New York ebenso wie an den kalifornischen Stränden zu einem gewohnten Bild geworden sind, auch beim Gegner erarbeitet.

"Sie sind körperlich sehr stark", lobte Belgiens Trainer Marc Wilmots Klinsmanns Spieler und kündigte an: "Wir bereiten uns auf einen Krieg vor."

Eine epische Sportschlacht

Etwas Besseres als die martialischen Worte des einstigen Schalker "Kampfschweins" hätte dem amerikanischen Sportsender "ESPN" gar nicht passieren können. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Nichts lieben die Amerikaner mehr als epische Sportschlachten. Die Einschaltquoten, da sind sich TV-Experten einig, werden am Dienstag für weitere Rekorde sorgen.

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NBA-Finals werden in den Schatten gestellt

Mehr als 20 Millionen WM-Zuschauer werden vor den Bildschirmen erwartet - mehr als bei den Finalspielen der NBA-Basketballer oder der NHL-Eishockeystars.

"Es ist Wahnsinn, was zu Hause abgeht", sagte Torwart Tim Howard, "alle Kneipen sind brechend voll, die Leute gehen nicht zur Arbeit." SHOP: Jetzt WM-Fanartikel kaufen

Obama glaubt an WM-Titel

Selbst Public Viewing nach europäischem Vorbild erobert die US-Metropolen. In Washington, Chicago oder Dallas fieberten Tausende beim Achtelfinaleinzug trotz des 0:1 gegen die DFB-Elf vor Großbildschirmen mit.

Und plötzlich ist auch der Präsident Soccer-Fan. "Wir sind noch nicht Deutschland oder Brasilien", sagte Obama dem TV-Sender "ABC" fachmännisch, "aber wir sind jetzt mittendrin."

Und natürlich sieht er für den Underdog alle Möglichkeiten: "Wir haben die Chance, die WM zu gewinnen."

Klinsmann befeuerte die Euphorie noch, indem er verriet, dass er für seine Spieler Rückflugtickets erst nach dem Finaltag geordert habe. "Wenn jeder an seine persönlichen Grenzen geht, können wir noch weit kommen", sagte der 49-Jährige.

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Belgien in der Favoritenrolle

Dafür muss allerdings zunächst ein dicker Brocken aus dem Weg geräumt werden.

Wilmots' Rote Teufel, trotz neun Punkten in der Vorrunde noch nicht wirklich überzeugend, gelten zumindest als Halbfinalkandidat. WM-Tippspiel: Mitmachen und 100.000 Euro gewinnen!

Und der frühere Schalker Eurofighter gibt sich äußerst schlagfertig.

Klinsmann beklagte sich über die Ansetzung des algerischen Referee Djamel Haimoudi, weil der französisch spreche und sich mit den Belgier unterhalten könne.

"Der Schiedsrichter soll nicht reden, sondern pfeifen", konterte Wilmots und fügte an: "Wenn wir gegen Algerien spielen würden und ein Algerier würde pfeifen, dann würde ich mich beschweren."

Ausgeglichener Kader

Dass sein junges Team als Favorit ins Spiel geht, ist für den 45-Jährigen kein Problem. "Wir nehmen die Rolle an", sagte Wilmots. Auch die vergleichsweise großen Verletzungssorgen bereiten dem ehemaligen Nationalmannschaftskapitän keine Kopfschmerzen.

"Ich habe 23 Spieler", betonte er, "meine Startelf ist nie dieselbe, weil der Gegner nicht derselbe ist." Wie breit sein Kader ist, zeigte sich schon in der Vorrunde. Drei der vier Tore erzielten Einwechselspieler.

Bangen um Kompany

Ob Kapitän Vincent Kompany (Leistenprobleme) spielen kann, entscheidet sich erst am Morgen vor dem Spiel.

Verzichten muss Wilmots definitiv auf dessen Abwehrkollegen Thomas Vermaelen (muskuläre Probleme), den gesperrten Mittelfeldspieler Steven Defour und Verteidiger Anthony Vanden Borre (Wadenbeinbruch).

Klinsmann kann Stürmer Jozy Altidore nach überstandener Oberschenkelverletzung wieder einsetzen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

BELGIEN: Courtois - Alderweireld, van Buyten, Kompany, Vertonghen - Witsel, de Bruyne - Fellaini - Mertens, Mirallas, Hazard - Trainer: Marc Wilmots.

USA: Howard - F. Johnson, Gonzalez, Besler, Beasley - Beckerman, J. Jones - Zusi, Bradley, Bedoya - Dempsey - Trainer: Jürgen Klinsmann.

SCHIEDSRICHTER: Daniel Haimoudi (Algerien)

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