Luis Suarez rudert nach nach seinen Biss gegen Italiens Giorgio Chiellini plötzlich zurück und zeigt sich doch noch einsichtig.

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Montevideo/Rio de Janeiro - "Beißer" Luis Suarez hat doch den Gang nach Canossa angetreten und sich bei Opfer Giorgio Chiellini entschuldigt.

Er "bedauere zutiefst, was passiert ist", entschuldige sich "bei Giorgio Chiellini und der gesamten Fußball-Familie" und "verspreche der Öffentlichkeit, dass es nie wieder einen Zwischenfall wie diesen geben wird", schrieb Uruguays Nationalspieler bei Twitter.

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Chiellini erteilt Absolution

In einer ersten Reaktion hatte der vom Weltverband FIFA für neun Spiele und vier Monate gesperrte Torschützenkönig der englischen Premier League noch erklärt, er habe sein Gleichgewicht verloren und sei auf den Gegenspieler gefallen.

Nun hörte sich das ganz anders an. (911400DIASHOW: Die Skandale des Luis Suarez)

"Nach einigen Tagen zu Hause hatte ich die Möglichkeit, runterzukommen und über das nachzudenken, was wirklich beim Spiel gegen Italien passiert ist", erklärte der 27-Jährige den Meinungs-Umschwung: "Die Wahrheit ist, dass mein Kollege Giorgio Chiellini eine Wunde davongetragen hat, die ich zu verantworten habe."

Chiellini erteilte dem einsichtigen Suarez "Absolution" und twitterte, die Sache sei "vergessen". Er hoffe, dass die FIFA die Sperre gegen Suarez reduziere.

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Heftige Entgleisungen von Uruguyas Präsident

Zuvor waren die Wellen der Empörung in seinem Heimatland hochgeschlagen. Staatspräsident Jose Mujica meldete sich mit wüstesten Beschimpfungen in Richtung FIFA zu Wort.

"Die FIFA ist ein Haufen alter Hurensöhne", wetterte Mujica in einem Interview bei einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender in Uruguay. SHOP: Jetzt WM-Fanartikel kaufen

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Mujica: "Faschistische Sanktion"

Der Journalist fragte nach, ob er die Aussagen veröffentlichen dürfe. Mujica stimmte zu: "Von meiner Seite sicher." Unterstützung bekam er von seiner Frau, Senatorin Lucia Topolansky: "Ich kann die Bemerkungen des Präsidenten nur befürworten." (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Mujica war kaum zu stoppen: "Sie können ihn sperren, aber nicht diese faschistische Sanktion aussprechen!"

Die FIFA reagierte am Montag gelassen auf die Entgleisungen. "Wir haben es in den Medien mitbekommen. Aber es gibt vonseiten der FIFA keinen Kommentar dazu", sagte FIFA-Sprecherin Delia Fischer.

Drastische Strafe

Am Freitag hatte Mujica bereits in seiner wöchentlichen Radioansprache gesagt, dass der Vorgang "als einer der dunkelsten Momente in der Geschichte des Weltfußballs" in Erinnerung bleiben werde.

Der 27-jährige Suarez war von der Disziplinarkommission der FIFA für neun Spiele und vier Monate gesperrt worden. Der Torjäger des FC Liverpool musste seine WM-Akkreditierung abgeben und reiste inzwischen nach Hause.

Der 79 Jahre alte Mujica zeigte grundsätzlich Verständnis für eine Bestrafung von Suarez, das Strafmaß der FIFA hält er allerdings für völlig unangemessen. WM-Tippspiel: Mitmachen und 100.000 Euro gewinnen!

Urugay scheitert ohne Suarez

Suarez hatte im letzten Vorrundenspiel des Weltmeisters von 1930 und 1950 den Italiener Chiellini in die Schulter gebissen. Aufgrund der TV-Bilder war er verurteilt worden, nachdem der Schiedsrichter die Szene nicht gesehen und nicht geahndet hatte.

Außer der Neun-Spiele-Sperre darf Wiederholungstäter Suarez zudem vier Monate lang an keinerlei Aktivitäten in Zusammenhang mit Fußball teilnehmen und muss eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Schweizer Franken (82.000 Euro) bezahlen.

Uruguay war im Anschluss ohne Suarez im Achtelfinale gegen Kolumbien (0:2) am vergangenen Samstag ausgeschieden.

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