Frankreich sieht sich gerüstet für das Duell mit der DFB-Elf. Trotz mäßiger Leistung gegen Nigeria zeigt man sich selbstbewusst.

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Brasilia/Ribeirao Preto - Didier Deschamps zog sich am Dienstag im Trainingsquartier der Franzosen in Ribeirao Preto erst einmal zum intensiven Videostudium auf sein Zimmer zurück.

Denn als tags zuvor der Viertelfinal-Gegner der Equipe Tricolore ermittelt wurde, saßen Deschamps und seine Spieler im Flugzeug.

Nachdem Deschamps die insgesamt enttäuschende deutsche Vorstellung gegen Algerien noch einmal in Ruhe betrachtet hatte, war er sich sicher: "Wir haben sehr gute Chancen. Wir werden uns gut vorbereiten und einen großen Kampf liefern." (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

Wählte der 45-Jährige noch moderate Töne, gaben sich die französischen Spieler vor dem Duell mit der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw am Freitag (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) in Rio de Janeiro weniger zurückhaltend.

"Wir haben keine Angst. Wir haben vor niemandem Angst, egal gegen wen wir spielen", sagte Paul Pogba, der den wenig überzeugenden 2:0-Erfolg im Achtelfinale gegen Afrikameister Nigeria (Bericht) eingeleitet hatte (79.) (914670DIASHOW: Die Bilder des WM-Spieltages).

Kompliment von Lloris für DFB-Team

Kapitän Hugo Lloris lobte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) trotz des schwachen Auftritts gegen Algerien zwar "als fantastisches Team mit vielen talentierten Spieler, die wie Maschinen sind", doch auch der Torhüter der Franzosen strotzt nur so vor Selbstvertrauen: "Für uns gibt es kein Limit bei diesem Turnier. Alles ist möglich."

Deschamps hat zu dieser Überzeugung beigetragen. Zehn WM-Spiele hat der Weltmeister von 1998 als Spieler und Trainer nun bestritten, verloren hat er keins.

Die stolze Serie soll gegen den dreimaligen Weltmeister Deutschland ausgebaut werden. Der Viertelfinaleinzug, stellte Deschamps fest, sei zwar ein großes Glücksgefühl: "Aber das Turnier ist für uns noch nicht zu Ende, es war nur eine weitere Etappe."

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Teamgeist als entscheidender Faktor

Das Zwischenziel, das erst nach dem Eigentor von Nigerias Kapitän Joseph Yobo endgültig erreicht war (90.+2), feierten die Franzosen direkt nach Spielschluss ausgelassen mit Jubelgesängen in der Kabine.

Als wichtigstes Kriterium für den Erfolg nannten die Spieler den Zusammenhalt untereinander. "Bei uns herrscht ein guter Geist im Team", betonte Lloris, während Mathieu Valbuena erklärte: "Wir sind 23 Brüder. Die Entscheidung kann auch von der Bank kommen."

Gegen Nigeria half das gute Händchen des Trainers zumindest, ein lange Zeit zähes Spiel in die richtige Bahn zu lenken.

Mit der Einwechslung von Antoine Griezmann für den enttäuschenden Olivier Giroud kam neuer Schwung ins französische Spiel. "Wir sind mental stark. Als Nigeria müde wurde, haben wir das Spiel entschieden", erklärte Deschamps.

Kahn krittelt an Frankreich

Überzeugend war der Auftritt von Les Blues dennoch nicht.

"Das ist alles andere als eine Übermannschaft. Man hat auch gegen Nigeria viele Schwachstellen bei den Franzosen gesehen", sagte der ehemalige deutsche Nationaltorhüter Oliver Kahn.

"Vor allem, wenn sie früh gestört werden und dann im Mittelfeld kaum Möglichkeiten haben, Karim Benzema in der Spitze anzuspielen. Dann bleiben ihnen wenige Optionen."

Den Franzosen war ihr mäßiger Auftritt aber egal. In Paris und anderen Städten feierten die Menschen den Einzug unter die acht besten Nationen der Welt.

Nach dem blamablen Vorrunden-Aus unter peinlichen Begleitumständen vor vier Jahren bei der WM in Südafrika haben sie ihre Liebe zur Nationalmannschaft wiederentdeckt.

Keine Rede von Ribery

Der verletzte Franck Ribery ist dabei derzeit kein Thema. Auch wenn Europas Fußballer des Jahres sein Land im Playoff-Rückspiel gegen die Ukraine nach einer 0:2-Hinspielniederlage mit einer überragenden Leistung erst nach Brasilien geführt hatte.

"Es ist nicht so, dass wir ihn nicht vermissen. Er ist ein Topspieler in der Welt", sagte Deschamps, fügte aber an: "Wenn er fit ist..."

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