Trotz der Achtelfinal-Niederlage geht Ottmar Hitzfeld zufrieden in den Ruhestand. Der letzte Trainer-Tag verlangt ihm alles ab.

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Aus Sao Paulo berichtet Maik Rosner

Sao Paolo - Natürlich haben sich alle auf Ottmar Hitzfeld gestürzt. Seine Gedanken und Emotionen standen nun beinahe mehr im Fokus als das bittere Aus im WM-Achtelfinale gegen Argentinien (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

0:1 hatte die Schweiz durch Angel di Marias Tor in der 118. Minute (Bericht) verloren. Für Hitzfeld bedeutete diese unglückliche Niederlage zugleich den Abschied in die Trainer-Rente. Danach konnte er dennoch sagen: "Der Stolz überwiegt."

Hitzfeld bleibt seiner Linie treu

An diesem Mittwoch fliegt Hitzfeld nun in einen neuen Lebensabschnitt, nachdem ihm der letzte Tag als Trainer noch einmal alles abverlangt hatte (915134DIASHOW: Die Bilder des WM-Spieltages).

Wenige Stunden vor dem Spiel hatte er vom Tod seines älteren Bruders nach langer Krankheit erfahren. Am Mittag galt es, Haltung zu bewahren und seinen Job zu machen. Selbstdisziplin war wieder einmal gefragt, Hitzfelds Markenzeichen. Er ist seiner Linie treu geblieben. (53991DIASHOW: Ottmar Hitzfelds Karriere in Bildern)

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Von Sao Paulo aus geht es nun nach Zürich. Trotz des verpassten Viertelfinals wird er sich mit einem guten Gefühl im Flugzeugsessel niederlassen können.

Vergleich mit 1999

"Ich habe das schon gegen Manchester United erlebt, als wir nach einer Führung innerhalb von drei Minuten ein Champions-League-Finale verloren haben. Das war diesmal ähnlich", erinnerte Hitzfeld an die Zeit beim FC Bayern und den späten K.o. 1999.

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Und er sagte: "Jeder Moment bleibt in Erinnerung. Solche Emotionen erlebt man nur im Fußball. Aber heute war ein gewaltiger Moment." Er findet: "So kann man sich erhobenen Hauptes von der Fußball-Bühne verabschieden."

Wehmut auch bei den Spielern

Das sahen auch seine Spieler so. "Wir wollten Ottmar Hitzfeld ein super Geschenk machen", bedauerte Granit Xhaka von Borussia Mönchengladbach.

Und bei aller Enttäuschung überkam einige schon Wehmut, dass ihr Trainer nun wie bereits im Oktober 2013 angekündigt nach sechs Jahren die Schweizer "Nati" verlässt - und den Job als Fußballlehrer insgesamt an den Nagel hängt.

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"Wir werden ihn vermissen", sagte Linksverteidiger Ricardo Rodriguez: "Schade, dass er jetzt aufhört."

Schlechtes wollte der Wolfsburger nun nicht sagen, vielleicht hatte er dazu aber auch wirklich keinen Anlass.

"Er ist ein super Trainer"

"Wir haben immer super mit ihm zusammengearbeitet und sehr viel von ihm gelernt. Er ist ein super Trainer", sagte Rodriguez. Ähnlich hatten sich viele Profis und auch Funktionäre geäußert, die Hitzfeld im Laufe ihrer Karriere erlebten.

Unter ihnen etwa FIFA-Präsident Sepp Blatter.

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Auch Nationalspieler Lukas Podolski ehrt Hitzfelds Verdienste.

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Große Titel-Sammlung

Vor allem die sieben deutschen Meistertitel, die drei Pokalgewinne und ganz besonders die beiden Triumphe in der Champions League mit Borussia Dortmund 1997 und dem FC Bayern 2001 bleiben nun in Erinnerung.

Hängengeblieben aus seiner zweiten Amtszeit in München ist auch die Verletzung, die ihm Karl-Heinz Rummenigge zufügte. "Fußball ist keine Mathematik", sagte der Vorstandschef 2007 spitz.

Stolz in die Rente

Den ehemaligen Mathematik-Lehrer Hitzfeld traf das tief. Im Sommer darauf beendete er seine Karriere als Vereinstrainer. Trotzdem beim FC Bayern. Und mit dem Double. Ganz korrekt. So wie er immer versuchte, sich zu verhalten. Damals weinte er beim Abschied aus München.

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Das ist Hitzfeld diesmal nicht passiert. Er war gefasst und souverän.

Ottmar Hitzfeld ging stolz in die Rente.

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