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Jürgen Klinsmann (l.) hat beim US-Verband als Nationaltrainer einen Vertrag bis 2018 © getty

Trotz des WM-Aus zeigt sich Jürgen Klinsmann gleich wieder kämpferisch und will die neu entfachte Fußball-Euphorie in den USA nutzen.

Salvador da Bahia - Kurz nach dem Schlusspfiff des dramatischen WM-Achtelfinals gegen Belgien war Jürgen Klinsmann noch kopfschüttelnd über den Rasen der Arena Fonte Nova geschritten.

Doch schon wenig blickte der US-Nationalcoach trotz der bitteren 1:2-Niederlage nach Verlängerung (Bericht) wieder nach vorne.

Denn nach der WM ist für Klinsmann vor der WM. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

"Die Erfahrungen der letzten Wochen werden helfen, das Team für die nächste Weltmeisterschaft zu formen", sagte der ehemalige Bundestrainer und DFB-Kapitän.

"Ich bin stolz auf das, was wir erreicht haben."

2018 in Russland, bei der nächsten Endrunde, will Klinsmann endlich den "schlafenden Riesen" wecken.

Als der 49-Jährige nach dem gefragt wurde, ob er dann denn noch Coach der Amerikaner sei, überlegte er nicht lange.

"Ich denke, ja", sagte Klinsmann, dessen Vertrag bis 2018 läuft. (915134DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Blick nach vorne

Nur eine Stunde nach dem WM-Aus klang der Wahl-Kalifornier so, als wolle er am liebsten sofort wieder mit der Arbeit beginnen.

Vom Gold Cup im nächsten Jahr sprach er, von der Copa America 2016 in den USA, den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro - und natürlich der WM in Russland.

Er schwärmte von den "aufregenden jungen Spielern, die nachkommen", und der Fußball-Begeisterung, die das Land erfasst habe.

Für den ehemaligen Weltklassestürmer hatte das WM-Abenteuer in Brasilien zwar gerade geendet, das nächste aber schon begonnen.

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Green macht Freude

Ein Vorgeschmack darauf hatte Julian Green gegeben, der Regionalligaspieler von Bayern München.

Den 19-Jährigen, der lediglich drei Minuten Profi-Erfahrung beim deutschen Rekordmeister hat, hatte Klinsmann in der Verlängerung eingewechselt, als alles verloren schien.

Mit einem Traumtor (107.) gab der drittjüngste WM-Spieler seinem Team neue Hoffnung, die sich trotz eines fulminanten Schlussspurts dann aber doch nicht erfüllte.

Und er gab einen Ausblick auf das, was in den nächsten Jahren im US-Fußball kommen soll. (WM-Tippspiel: Mitmachen und 100.000 Euro gewinnen!)

"Es macht Spaß zuzusehen, wie er wächst", sagte Klinsmann, der in DeAndre Yedlin (20) ein weiteres Talent eingewechselt hatte.

Ob Green und Co. reichen, künftig die Lücke zu den großen Fußballnationen zu schließen, ist fraglich. Das weiß auch Klinsmann.

"Wir versuchen, überall - im Land, außerhalb - Spieler zu entwickeln", erklärte er. "Wir schauen auf alle Amerikaner in der Welt, egal, welche zweite Staatsangehörigkeit sie haben."

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Neue Fußball-Euphorie in den USA

Denn es wird noch dauern, bis die neue Soccer-Eurphorie in den USA, die am Dienstag mit Zehntausenden beim Public Viewing in den Metropolen und Millionen vor den Fernsehern neue Höhen erreichte, Talente für die Nationalmannschaft hervorbringt.

Immerhin: Die Begeisterung ist entfacht und ist der Zuwachs im Jugendbereich so groß wie in kaum einem anderen Land.

FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke sprach zuletzt von mehr als 20 Millionen Jugendfußballern in den USA.

"Aber es liegt noch viel Arbeit vor uns", sagte Klinsmann. Auch Überzeugungsarbeit.

Wo denn jetzt der Fortschritt sei, wurde der Coach gefragt, vor vier Jahren in Südafrika sei man auch im Achtelfinale nach Verlängerung ausgeschieden.

"Das ist euer Job", antwortete Klinsmann. Und lachte.

Kahn begeistert von Belgien

Während Klinsmann positiv nach vorne blickte und versuchte, die erste Enttäuschung schnell abzuschütteln, strahlte sein belgischer Kollege Marc Wilmots übers ganze Gesicht.

Die Gegenwart gehört nämlich ihm und seinem hochtalentierten Team.

"Sie haben ein unglaublich kreatives Potenzial - vor allem mit Eden Hazard und Kevin de Bruyne, der gegen die USA sein bisher bestes Spiel bei dieser WM absolviert hat", lobte "ZDF"-Experte Oliver Kahn die Belgier.

Wilmots ohne Angst vor Argentinien

Die hochgelobten Jungstars, die trotz drei Vorrundensiegen wenig geglänzt hatten, zeigten erstmals in Brasilien ihre Qualität. Als Belohnung wartet am Samstag im Viertelfinale Superstar Lionel Messi mit Argentinien.

"Wir sind kritisiert worden, weil das Spektakel gefehlt hat", sagte Wilmots. "Jetzt habt ihr es gesehen. Jetzt habt ihr von Belgien viel Fußball gesehen. Also macht euch keine Sorgen!"

Und mit Blick auf Messi meinte der Ex-Schalker grinsend: "Wir werden ihm nicht zuschauen, keine Sorge. Ich habe alles schon in meinem Kopf."

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