Nationalstürmer Miroslav Klose steht vor seinem zweiten WM-Finale. Der Routinier will seine Karriere endlich mit dem Titel krönen.

[kaltura id="0_5mnspkkn" class="full_size" title=""]

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Santo Andre - Miroslav Klose ist viel herumgekommen in der Welt. Geboren in Polen, aufgewachsen in Frankreich, groß geworden in Deutschland.

Sein Geld verdient er seit drei Jahren in Italien, seine größte Enttäuschung erlebte er in Japan.

Im Endspiel der WM 2002 unterlag der damals 24-Jährige mit der deutschen Nationalmannschaft 0:2 gegen Brasilien. Am Sonntag will er in Rio der Janeiro den Spieß umdrehen und seine Karriere krönen.

"Ich weiß, wie beschissen es sich anfühlt, wenn man ein Finale verliert", sagt Klose vor dem Finale gegen Argentinien (So., ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Die Vergangenheit ist lange abgehakt, nun soll endlich der WM-Pokal her: "Für mich zählt nur eins: Dass wir mit der Mannschaft erfolgreich sind und das Ding diesmal in die Höhe stemmen. Jetzt sind wir dran", verkündet der 36-Jährige (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Kloses DFB-Zukunft ungewiss

Ob er nach der WM weiter im DFB-Trikot spielen wird, ist noch ungewiss.

[image id="0beaea96-63a3-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

"Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht. Das entscheide ich nach dem Endspiel spontan", hält er sich alle Optionen offen.

Wenn nicht der Schlusspunkt, so könnte das Finale der Höhepunkt einer langen Karriere sein.

WM-Tippspiel: Mitmachen und 100.000 Euro gewinnen!

Profi-Debüt im Jahr 2000

Als Klose mit seinen polnischen Eltern aus Frankreich kommend als Aussiedler ins pfälzische Kusel zog, war er acht Jahre alt.

Es dauert nicht lange, und der kleine Miro spielte Fußball. Bei der SG Blaubach-Diedelkopf unternahm er 1987 seine ersten Schritte.

Nach einem Jahr beim FC Homburg wechselte er 1999 zum 1. FC Kaiserslautern und gab im April 2000 sein Debüt im Profifußball.

Tor-Salto geht um die Welt

Im März 2001 feierte er seinen Einstand in der Nationalmannschaft. Beim 2:1 gegen Albanien erzielte er den Siegtreffer. Klose galt als Versprechen für die Zukunft des deutschen Fußballs.

Ein Jahr später löste er es ein. Mit fünf Kopfballtoren war er zweitbester Schütze der WM in Japan und Südkorea. Sein Tor-Salto ging um die Welt. Doch zum Titel reichte es nicht.

Auch nicht vier Jahre später bei der Heim-WM, bei der Klose wieder fünf Mal traf.

"Immer gut für'n schnelles Tor"

"Der famose Miro Klose, immer gut für'n schnelles Tor", sang Xavier Naidoo damals in seinem Lied "Danke".

[kaltura id="0_duxrz5ti" class="full_size" title="Miroslav Klose auf der DFB Pressekonferenz"]

Doch für das DFB-Team reichte es nur zum dritten Platz, genauso wie 2010 in Südafrika, wo Klose immerhin sein Tor-Konto bei Weltmeisterschaften auf 14 schraubte.

In Brasilien holte er den bisherigen Rekordschützen Ronaldo mit seinem Ausgleichstreffer zum 2:2 im Gruppenspiel gegen Ghana ein. Beim 7:1 im Halbfinale gegen die Gastgeber sicherte er sich die alleinige Führung - vor den Augen Ronaldos.

Meiste WM-Siege, meiste Tore

"Es ist natürlich bitter, dass er im Stadion war, während ich ihn gegen Brasilien überhole", findet Klose. Ronaldo habe nach seinem 15. Tor zu ihm gesagt: "Willkommen im 15er-Klub." Jetzt sagt Klose zu Ronaldo: "Willkommen im 16er-Klub. Es sind alle herzlich eingeladen."

Zu verschenken hat Klose gegen Argentinien nichts.

Er ist der erste Spieler, der vier Mal in Folge in einem Halbfinale stand, er hat die meisten WM-Siege geschafft (17) und die meisten Tore erzielt.

Rekorde ohne Titel wertlos

Doch die Rekorde sind für ihn wertlos, Klose will unbedingt das Finale gewinnen. "Ich weiß, dass ich mich nicht freuen kann, wenn ich zum zweiten Mal verliere", sagt er.

Gutes Omen: Bei den letzten beiden WM-Spielen gegen Argentinien traf Klose drei Mal.

In Rio will er am Sonntag den Lohn für jahrelange harte Arbeit einfahren. Sollte es mit dem Titel klappen, will sich der Routinier, der sonst fast nie Alkohol trinkt, mal ein Gläschen genehmigen.

Kommt das Feierbiest raus?

"Ich kann für nichts garantieren, wenn wir tatsächlich Weltmeister werden. Ich lasse es erst einmal sacken, aber dann kommt das Feierbiest aus mir heraus", meint er trocken.

Für all diejenigen, die daran zweifeln, dass Klose noch eine Zukunft im DFB-Team haben könnte, hat der Rekord-Torschütze des DFB (71) eine Botschaft: "Ich bin zwar schon 36, aber ich kann leider noch. Ich habe schon öfter betont, dass ich meinen Kadaver noch weiter rumschleppe."

Klose macht also vielleicht doch noch weiter. Soweit ihn die Füße tragen. Am Sonntag will er im Maracana Geschichte schreiben und den vierten Stern nach Deutschland holen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel