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Mario Götze (M.) erzielte das entscheidende Tor im WM-Finale © getty

Die deutsche Nationalmannschaft lässt es nach dem Gewinn des vierten WM-Titels krachen. Die Spieler können ihr Glück kaum fassen.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Rio de Janeiro - Auf der Terrasse des "Sheraton Rio Hotel and Resort" ging es hoch her, dazu rauschten die Wellen des Atlantiks.

Auf einem großen Felsen im Wasser strahlten vier Sterne. Je einer für jeden WM-Titel.

Es gab Steaks vom Grill und Getränke an der Bar, die deutsche Nationalmannschaft machte mit etwa 150 geladenen Gästen die Nacht zum Tag.

"Heute Nacht ist alles offen"

Bei der Ankunft hüpften die Spieler im Mannschaftsbus auf und ab.

"Wir sind Weltmeister!", rief Thomas Müller, dann mischten sich die Helden von Maracana unter das Partyvolk.

"Heute Nacht ist alles offen. Wir werden auf jeden Fall nicht schlafen und komplett durchmachen", kündigte Andre Schürrle an. (921551DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Der 1:0-Sieg nach Verlängerung im Finale gegen Argentinien (Bericht) im legendären Stadion in Rio war der Lohn harter Arbeit und einer geschlossenen Teamleistung.

Matchwinner Götze: "Unbeschreiblich"

Mario Götze war mit seinem Tor in der 113. Minute der Matchwinner.

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"Es ist unbeschreiblich, ein tolles Gefühl. Die Mannschaft hat es sich verdient, jeder Einzelne von uns ist überglücklich. Jetzt wollen wir den Abend genießen", sagte Götze.

Zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit war Götze für Miroslav Klose ins Spiel gekommen.

In der 113. Minute erzielte er nach Schürrles Vorarbeit den goldenen Siegtreffer. (921552DIASHOW: Fans und Abschlussfeier)

Bundestrainer Joachim Löw hatte mit der Hereinnahme des Bayern-Profis ein gutes Gespür bewiesen.

"Das Tor war eine Erlösung, ein befreiendes Gefühl", meinte Götze, der auch zum "Man of the Match" gewählt wurde und nach seinem Tor von seinen Teamkollegen im Jubelsturm fast erdrückt wurde. (Der Matchwinner im Interview)

Merkel und Gauck in der Kabine

Nach der Siegerehrung ging die Feier in der Kabine weiter. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck machten der Mannschaft ihre Aufwartung.

Und Merkel, die nach dem 4:0-Auftaktsieg gegen Portugal zum zweiten Mal zu einem Spiel angereist war, posierte für Selfies mit dem WM-Pokal. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

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Kramer: Erst Brummschädel, dann pure Freude

"Es war eine Stimmung, wie ich es noch nie erlebt habe", sagte Jungspund Christoph Kramer zu SPORT1.

Der 23-Jährige hatte überraschend in der Startelf gestanden, weil Sami Khedira kurz vor dem Spiel wegen Wadenproblemen passen musste.

Später wurde Kramer nach einem Zusammenprall mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt.

"Ich weiß nicht mehr, wie ich gespielt habe, weil ich mal kurz neben mir stand. Aber jetzt geht es mir gut und spüre ich nur noch pure Freude", erzählte Kramer.

Khedira, Özil und Mertesacker singen

Khedira verpasste zwar ein WM-Finale, doch das tat seiner Stimmung keinen Abbruch.

Zusammen mit Mesut Özil, Per Mertesacker, Lukas Podolski und Andre Schürrle machte er in der Mixed Zone eine Polonaise und rief: "Campeones! Campeones!" und "Die Nummer eins der Welt sind wir!"

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Schweinsteiger genießt den Moment

Der sichtlich gezeichnete Bastian Schweinsteiger, der die Mannschaft als bis aufs Blut kämpfender Chef auf dem Platz angeführt hatte, stand mit einer um die Hüfte gewickelten Deutschland-Flagge vor den Journalisten.

Er berichtete von der Achterbahnfahrt in diesem Finale und war mit sich und der Welt im Reinen.

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"Wir genießen den Moment, unglaublich", sagte Schweinsteiger. "Danke an ganz Deutschland für die Unterstützung. Wir haben das gespürt hier, wie ihr hinter uns standet. Heute wird überall gefeiert."

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Späte Genugtuung für Klose

Für Miroslav Klose war der WM-Gewinn "ein Gänsehautmoment. Gerade, weil ich schon einmal ein Finale verloren habe", erzählte der Stürmer, der mit dem DFB-Team im Jahr 2002 das Finale von Yokohama gegen Brasilien verloren hatte.

Die frisch gekürten Weltmeister konnten ihr Glück kaum fassen. So auch Vorlagengeber Schürrle.

"Vor dem Tor habe ich einfach versucht, den Ball mit letzter Kraft noch in den Strafraum zu flanken und Mario hat wunderschön verwandelt", sagte der Chelsea-Profi, der Mühe hatte, das Geschehene zu realisieren.

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"Das tiefe Glücksgefühl wird bleiben"

"Ich wusste gar nicht, was ich tun sollte, als der Schiri abgepfiffen hat. Mir sind einfach nur die Tränen gekommen bei den ganzen Gefühlen", meinte Schürrle.

"Dieses tiefe Glücksgefühl wird für alle Ewigkeit bleiben!", sagte Löw, der in der Stunde seines großen Triumphs eher im Stillen feierte und sich selbst zurücknahm.

"Wenn irgendjemand diese Krönung verdient hat, dann diese Mannschaft. Sie hat in diesen Tagen einen unglaublichen Teamspirit und unheimliche Willenskraft entwickelt."

Löws Zukunft bleibt offen, auch wenn sehr viel für die Vertragserfüllung 2016 spricht. Die Zukunft des deutschen Fußballs ist golden.

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