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Joachim Löw (r.) ist seit 2006 Trainer der deutschen Nationamlmannschaft © getty

Joachim Löw lässt seine Zukunft nach dem WM-Triumph über Argentinien offen, doch DFB-Boss Wolfgang Niersbach will, dass er bleibt.

Von Martin Volkmar und Thorsten Mesch

Rio de Janeiro/München - Als das Ziel endlich erreicht war, alle Hände geschüttelt und der Pokal in die Luft gestemmt, da gönnte sich Joachim Löw einen Moment der Ruhe.

Der Bundestrainer schlenderte alleine über den Rasen des Maracana,und viele fühlten sich an Franz Beckenbauers Spaziergang nach dem siegreichen WM-Finale 1990 erinnert.

"Ein besonderes Glücksgefühl"

"Wir haben dieses Projekt vor zehn Jahren gestartet mit Jürgen Klinsmann. Wir haben uns kontinuierlich gesteigert", sagte Löw.

"Ich wusste, dass diese Champions diesen letzten Schritt machen und das zu Ende bringen. Wenn es jemand verdient hat, dann diese Mannschaft. Es ist ein besonderes Glücksgefühl."

Beckenbauer hörte nach dem Triumph von Rom als DFB-Teamchef auf, bei Löw dagegen spricht einiges für eine Erfüllung seines noch bis 2016 laufenden Vertrags.

Erst mal mit dem Präsidenten sprechen

Allerdings wollte sich der 54-Jährige, der seit 2004 für den DFB arbeitet, nach dem 1:0-Triumph über Argentinien (Bericht) nicht festlegen. (921551DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

"Ich will erst einmal mit dem Präsidenten sprechen", erklärte Löw. (921552DIASHOW: Fans und Abschlussfeier)

Doch dessen Aussage war eindeutig: Wolfgang Niersbach beantwortete die Frage nach Löws Zukunft mit einem klaren "Ja!".

"Natürlich, sonst hätten wir die Zusammenarbeit nicht vorzeitig fortgesetzt", sagte der DFB-Präsident nach dem vierten WM-Triumph der deutschen Nationalmannschaft:

"Joachim Löw hat ja bereits vor dem Turnier gesagt, dass er ähnlich wie Vicente del Bosque mit Spanien auch gerne noch den EM-Titel holen würde. Und das ist ja ein lohnenswertes Ziel. Deshalb mache ich mir keine Sorgen. Wir haben geordnete Verhältnisse."

[kaltura id="0_ecqdhrm3" class="full_size" title="Niersbach schw rmt von WM Helden"]

Bierhoff und Köpke wollen weitermachen

Auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff glaubt, dass Löw seinen bis zur EM 2016 in Frankreich laufenden Vertrag erfüllen wird.

"Wie ich Jogi die ganzen Tage gesehen habe, überhaupt die ganzen Wochen, gehe ich davon aus, dass wir weitermachen", sagte Bierhoff, der ebenfalls im Amt bleiben will:

"Ich gehe davon aus, dass ich weitermache, ich habe noch zwei Jahre Vertrag, und ich habe vorher auch bewusst gesagt, ohne Option."

Neuer Co-Trainer gesucht

Sollte Löw weitermachen, wird wohl auch Torwarttrainer Andreas Köpke bleiben. Dagegen muss ein neuer Co-Trainer gefunden werden, da Hansi Flick neuer DFB-Sportdirektor wird. Im Gespräch sind U20-Coach und DFB-Chefausbilder Frank Wormuth sowie der Ex-Mainzer Thomas Tuchel.

Bei der Frage nach einem neuen Bundestrainer drängen sich hingegen aktuell keine potenziellen Nachfolger auf, was vermutlich auch ein Grund für Niersbachs klare Worte waren.

"Der WM-Titel ist natürlich Löws Werk - in Zusammenarbeit mit seinem gesamten Stab. Er kann auf seine Arbeit mehr als stolz sein", sagte er. "Wir sind froh, dass wir einen solchen Trainer haben."

Finalrevanche schon im September

Löw könnte nun eine Ära mit der Mannschaft prägen. "Dieser Titel wird uns auch für die Zukunft einen Schub geben", meinte der Freiburger. "

Wir haben auf jeden Fall noch viele junge Spieler, die noch einiges bewegen können." (SHOP: Jetzt WM-Fanartikel kaufen)

Die erste Gelegenheit dazu bietet sich am 3. September, wenn es im ersten Länderspiel in Düsseldorf ausgerechnet zur Finalrevanche gegen Argentinien kommt. Vier Tage später startet das DFB-Team in Dortmund gegen Schottland in die EM-Qualifikation für Frankreich 2016.

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