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Klaas-Jan Huntelaar (l.) spielt seit 2010 für Schalke 04 © getty

Louis van Gaal ändert sein Spielsystem, Klaas-Jan Huntelaar muss aber wohl trotzdem zuschauen. Dem Schalker droht ein Deja-vu.

München - Eigentlich dürfte Klaas-Jan Huntelaar nicht enttäuscht sein.

"Dieses Mal", behauptete der niederländische Nationalspieler vor einigen Tagen, "habe ich im Vorfeld keine großen Erwartungen".

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Das war wohl nicht die ganze Wahrheit. Natürlich will Huntelaar bei der WM in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) spielen, natürlich macht er sich Hoffnungen auf die Startelf, und daher ist er derzeit selbstverständlich etwas angefressen.

Wie schon bei den vergangenen beiden Turnieren droht dem Stürmer von Schalke 04 in der Elftal auch diesmal wieder die Rolle als Edelreservist.

Wenig Einsatzzeit

Bondscoach Louis van Gaal änderte zwar sein System, der ehemalige Bayern-Trainer will in Brasilien mit zwei Spitzen spielen lassen (Bericht: Van Gaals Systemrevolution).

Beim Test gegen Ghana (1:0) ließ van Gaal Huntelaar aber 90 Minuten auf der Bank schmoren, zuvor war Huntelaar gegen Ecuador (1:1) erst in der Schlussphase zu einem Kurzeinsatz gekommen.

"Zwei Stürmer", sagt der Mittelstürmer recht emotionslos, "ist mehr als einer. Aber ich weiß nicht, ob dies meine Rolle ändert."

Gestörtes Verhältnis zu van Persie?

Vor dem finalen Test des Vize-Weltmeisters gegen Wales in Amsterdam (ab 20.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVE-TICKER) spricht vieles dafür, dass sich für Huntelaar nichts ändert.

In Robin van Persie und Arjen Robben scheint van Gaal sein Wunsch-Stürmerduo gefunden zu haben. Schon bei der WM in Südafrika vor vier Jahren musste Huntelaar - ein klassischer Mittelstürmer - van Persie den Vortritt lassen, auch bei der EM 2012 hatte er das Nachsehen.

Damals soll Huntelaar sogar intern bei den Teamkollegen in Ungnade gefallen sein, er und van Persie gelten nicht unbedingt als beste Freunde.

Huntelaar sagt, man habe ein "normales Verhältnis". Und der "Hunter" betont: "Robin ist von Haus aus ein Zehner. Er kommt mehr aus der Tiefe als ich. Deshalb können wir auch beide zusammen spielen."

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Nur das Siegen zählt

Das zu entscheiden, obliegt van Gaal, und im System des Tulpen-Generals scheint Huntelaar nur als Brechstange eingeplant zu sein (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

"Wie es jetzt aussieht, haben Robin van Persie und Arjen Robben die besseren Chancen", sagte Huntelaar bei "Sky".

Die Niederlande müssen in der Todesgruppe B mit Weltmeister Spanien, Geheimfavorit Chile und Australien bestehen. Da scheinen van Gaal alle Mittel recht.

"Ich bin angestellt, um zu gewinnen. Ich muss das Optimale aus der Mannschaft herausholen. Darum geht es, um nichts anderes", stellte der künftige Teammanager von Manchester United klar.

Wales ohne Bale

Gegen Ghana, Vorrundengegner des DFB-Teams bei der WM, sah van Gaal laut eigener Aussage noch viel Verbesserungsbedarf. Gegen Wales soll nun bei der WM-Generalprobe der nächste Schritt gelingen.

Allerdings sorgte der Verzicht der Waliser auf Aaron Ramsey und Superstar Gareth Bale für Enttäuschung bei van Gaal.

Bale, frisch gebackener Champions-League-Sieger mit Real Madrid, soll eine Muskelverletzung auskurieren, die er laut des walisischen Verbandes FAW seit Wochen mit sich herumschleppt. Arsenal-Profi Ramsey wird geschont (816411DIASHOW: Die WM-Stadien).

"Wir brauchen Gegenwehr"

"Ich habe meinem Vorstand gesagt, dass er darauf drängen muss, dass Gareth Bale und Aaron Ramsey spielen", sagte van Gaal: "Es ist besser, wenn wir auf das beste walisische Team treffen, denn wir brauchen Gegenwehr. Ohne diese Spieler aber ist Wales schwächer."

Gegenwehr wollen die Waliser aber dennoch leisten.

"Auch ohne Gareth und Rambo (Ramsey, Anm. d. Red.) haben wir eine starke Mannschaft", versprach Trainer Chris Coleman: "Ich bin sicher, dass wir den Holländern ein gutes Spiel liefern werden."

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