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Wuchtiger Treffer: Leroy Fer köpft zum 1:0 für die Niederlande über Chile ein © getty

Gegen Chile wechselt Louis van Gaal erneut den Sieg ein. Die Südamerikaner beißen sich an der Oranje-Abwehr die Zähne aus.

Sao Paulo - Memphis Depay sorgte mit seinem Abschluss aus kurzer Distanz für die Entscheidung, aber der größte Teil des Tores ging aufs Konto von Arjen Robben.

Mit einem beherzten Sprint die linke Seite runter und einer perfekt getimten Flanke erledigte der Bayern-Star Geheimfavorit Chile: 2:0 für die Niederlande, Platz eins in der Todesgruppe B 910866(DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

"Ich bin richtig stolz, wie wir gespielt und vor allem gekämpft haben. Das war richtig gut, wir haben nichts zugelassen. Wir haben sehr gut gespielt", freute sich Robben nach der Partie. Pflicht und Kür erfüllt.

Fer trifft nach 91 Sekunden

Im Achtelfinale geht Oranje wie erhofft Gastgeber Brasilien aus dem Weg und trifft auf Mexiko. Chile spielt wie 2010 (0:3) gegen Brasilien.

"Es kommt wie es kommt", hatte Robben zuvor gesagt. "Wir haben unsere Pflicht getan, alle Spiele gewonnen. Wir haben jetzt einen Extra-Ruhetag, den können wir gut nutzen und dann müssen wir voll da sein."

Joker Leroy Fer hatte zuvor nur 91 Sekunden nach seiner Einwechslung für die Oranje-Führung (77.) und das bislang schnellste Jokertor bei dieser Endrunde gesorgt, ehe Depay, ebenfalls eingewechselt, in der Nachspielzeit für den Endstand und Oranjes dritten Sieg im dritten Spiel sorgte (90.+2) (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

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"Haben Chile neutralisiert"

"Das Tor war wunderbar, unfassbar. Ich bin stolz auf die ganze Mannschaft, wir haben genau das umgesetzt, was der Trainer von uns verlangt hat. Drei Spiele, neun Punkte, Erster - das gibt viel Selbstbewusstsein", sagte Torschütze Fer.

"Es war ein hochklassiges Spiel", sagte Louis van Gaal: "Die cleverere Mannschaft hat gewonnen, bei Ballbesitz müssen wir uns verbessern. Bei Ballbesitz des Gegners sind wir sehr gut organisiert. Damit haben wir Chile heute neutralisiert."

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Bravo schimpft auf Schiedsrichter

Chiles Trainer Jorge Sampaoli war dagegen enttäuscht: "Wir sind auf ein Team getroffen, das hinten sehr geschlossen stand. Wir haben alles versucht, es hat leider nicht gereicht."

"Wir haben hart gekämpft gegen ein Team, das sich kaum am Spiel beteiligt hat. Und dann war da noch der Schiedsrichter - hier ging es um mehr als nur dieses Spiel", sagte Chiles Torwart Claudio Bravo nach einer sehr engen und foulreichen Partie, die der Gambier Bakary Gassama nicht immer souverän leitete.

Chile findet keine Lücke

Zunächst behielt allerdings Chile vor 62.996 Zuschauern die Oberhand. Bereit, sich in jeden Zweikampf zu werfen und zu laufen bis zum Umfallen, attackierten die Südamerikaner munter drauf los, sie fanden aber die Lücke in der Oranje-Abwehr nicht.

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Bei Standards waren sie aber gefährlich: Felipe Gutierrez (22.) nach einer Ecke und Marcelo Diaz (44.) nach einer Freistoßflanke verfehlten die Führung nur knapp. Die Elftal benötigte vor der Pause Robben, um gefährlich zu werden. In der 35. Minute zirkelte er einen Freistoß auf Stefan de Vrij, dessen Kopfball aber knapp das Tor verfehlte.

Fünf Minuten später nahm Robben die Sache selbst in die Hand, sprintete über den halben Platz, schüttelte alle Chilenen ab, zielte dann aber von halblinks um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.

Erstmals seit 1996 ohne "van" im Team

Trotz der Gelbsperre von Kapitän und Torjäger Robin van Persie hatte der Schalker Mittelstürmer Klaas-Jan Huntelaar wieder nur auf der Bank gesessen. Bondscoach Louis van Gaal zog Jeremain Lens vor. Robben übernahm van Persies Kapitänsbinde.

Witzig: Durch dessen Ausfall lief die Niederlande erstmals seit 1996 und insgesamt 221 Länderspielen in Folge ohne einen Spieler mit dem Namensteil "van" auf.

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Chile ohne Vidal

Van Gaal ließ erneut in 5-3-2-Formation spielen, obwohl beim mühsamen 3:2 gegen Australien erst die Umstellung auf 4-3-3 den gewünschten Erfolg gebracht hatte. Und van Gaal hatte mal wieder eine Überraschung auf Lager: Den gelernten Angreifer Dirk Kuyt (33) bot er als linken Verteidiger auf.

Bei Chile stand der von Knieproblemen geplagte und ebenfalls mit einer Gelben Karte vorbelastete Ex-Leverkusener Arturo Vidal nicht auf dem Platz - was sich insofern bemerkbar machte, als dass dem Team spürbar ein paar Prozentpunkte an Power fehlten.

Robben warnt

Nach der Pause agierte das Van-Gaal-Team minimal aktiver, sonderlich viel Initiative zeigte es aber nicht - bis van Gaal wechselte. Keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung verwandelte Fer eine perfekte Flanke von Daryl Janmaat. In der Nachspielzeit machte Depay dann alles klar.

"Das hat keiner erwartet, aber darin liegt jetzt auch die Gefahr", sagte Robben zu den nun gewachsenen Erwartungen. Und kündigte an: "Wir wollen weit kommen."

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