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David Villa (r.) bringt Spanien gegen Australien mit der Hacke in Führung © getty

Der entthronte Weltmeister hat im bedeutungslosen Spiel gegen harmlose Australier keine Mühe. David Villa trifft und weint.

Curitiba - Vicente del Bosque erhob sich mit unbewegter Miene von der Bank, rückte die rote Krawatte zurecht und ging - in eine ungewisse Zukunft.

Mit Anstand, aber ohne Glanz haben sich die spanische Nationalmannschaft und ihr Trainer von der WM in Brasilien verabschiedet, was wird, bleibt unklar (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Dem bereits entthronten Weltmeister von 2010 gelang in seinem letzten Gruppenspiel mit einem 3:0 (1:0) gegen die ebenfalls vorzeitig ausgeschiedenen Australier immerhin noch der einzige Sieg bei dieser Endrunde.

"In Würde verabschiedet"

"Wir haben uns in Würde verabschiedet", sagte del Bosque, "die Spieler", versicherte er, hätten noch einmal "ihr Bestes gegeben". WM-Tippspiel: Mitmachen und 100.000 Euro gewinnen!

Und wie geht es weiter? "Über meine Zukunft werde ich in den nächsten Tagen oder Wochen entscheiden", sagte der Trainer.

Erst als zweiter Titelverteidiger nach Italien 1950 waren die Spanier schon nach dem zweiten Spiel in der Vorrunde gescheitert.

Sportlich unbedeutend

Im sportlich unbedeutenden Duell der Gescheiterten erzielten der künftige USA-Legionär David Villa (36.), Fernando Torres (69.) und der für Villa eingewechselte Juan Mata (82.) die Treffer.

Villa war nach seiner Auswechslung - wohl aus Trauer über das frühe WM-Aus und seinen wahrscheinlichen Abschied aus dem Nationalteam - auf der Bank in Tränen ausgebrochen.

Australiens Trainer Ange Postecoglou sagte nach der dritten Niederlage: "Es ist natürlich enttäuschend, sich so aus dem Turnier zu verabschieden." Seine Mannschaft begann stark, baute dann aber schnell ab.

Nichts war zu sehen von jenem Temperament und jener Kühnheit, mit denen die Socceroos zu einem rasanten Spiel gegen die Niederlande (2:3) beigetragen hatten. SHOP: Jetzt DFB-Fanartikel kaufen

Abschied einer Generation

Beim Abschiedsspiel der goldenen spanischen Generation hatte Trainer del Bosque seine Mannschaft schon mal runderneuert. Von den gefallenen Helden der großen Ära der "Furia Roja" spielten im ausnahmsweise sonnigen Curitiba nur noch Villa, Torres, Xabi Alonso, Sergio Ramos und Andres Iniesta von Beginn an mit.

Ansonsten war die Elf auf sieben Positionen verändert im Vergleich zum 0:2 gegen Chile, das zum ersten Scheitern in der Vorrunde seit 1998 geführt hatte. Vorausgegangen war ein denkwürdiges 1:5-Debakel am ersten Gruppenspieltag gegen die Niederlande.

Ehrenvoller Abgang

Die 39.375 Zuschauer sahen eine Mannschaft, die Spanien einen ehrenvollen Abgang verschaffen wollte. Allerdings: Von der so hochgepriesenen spanischen Fußball-Kunst war trotz der drei Treffer nur wenig zu sehen.

Iniesta etwa trat bei seinem 100. Länderspiel bis auf seine Vorlagen zu den ersten beiden Toren kaum in Erscheinung.

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