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Denis Gluschakow (l.) und Kook-Young Han im Zweikampf © getty

Russland erkämpft sich nach einem bösen Fehlers ihres Schlussmanns immerhin einen Punkt gegen Südkorea. Zwei Joker treffen.

Cuiaba - Nur ein Punkt zum Geburtstag: Russlands WM-Debütanten haben ihrem Trainer Fabio Capello nicht das erhoffte Geschenk zum Start der Endrunde in Brasilien gemacht.

Der Italiener, der knapp vier Stunden nach dem Abpfiff in Cuiaba 68 Jahre alt wurde, musste sich mit einem öden 1:1 (0:0) gegen Südkorea begnügen.

Sein Schlussmann war hauptverantwortlich für das Remis. Im negativen Sinn: Bei einem harmlosen Distanzschuss vom eingewechselten Angreifer Keun-Ho Lee patzte der russische Torhüter Igor Akinfekew schwer.

Die Russen retteten ihrem Trainer wenigstens noch einen Punkt.

Alexander Kerschakow erzielte nur vier Minuten nach seiner Einwechslung den Ausgleich (74.).

Capello lobt Torschützen

Auch dieses Tor war kurios: Erst konnte Torwart Jung den Ball nach einem Schuss nicht festhalten, dann sorgte eine verunglückte Aktion der Verteidigung dafür, dass Kerschakow das Leder im Fünfer vor die Füße fiel und er nur einnetzen musste.

"Das Spiel war okay. Die Reaktion meiner Mannschaft nach dem Rückstand war wirklich gut. Nach dem Ausgleich hatten wir sogar noch die Siegchance", sagte Capello, der ein Extralob an den Torschützen verteilte: "Kerschakow ist ein fantastischer Spieler, der immer für ein Tor gut ist."

Damit ist Belgien nach dem glücklichen 2:1 gegen Algerien alleiniger Tabellenführer der Gruppe H (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

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Mut fehlt beiden Teams

Russland und Südkorea hatten die Tabellenführung aber auch nicht verdient. Das Motto in Cuiaba schien von Beginn an zu sein: Nur nicht verlieren.

Beide Teams agierten sehr vorsichtig und ließen sich auch von den immer lauter werdenen Pfiffen der Fans im Spielverlauf nicht aus der Reserve locken.

Heung-Min Son von Bayer Leverkusen war einer der wenigen, die in der ersten Halbzeit zumindest für etwas Betrieb sorgten.

Akinfejew patzt böse

Zwingende Chancen erarbeitete er sich aber auch nicht. Die Russen waren nervös.

Allen voran der erfahrene Akinfejew leistete sich mehrere Unsicherheiten - die schlimmste beim 0:1, als er den Ball aus den Armen ins Tor rutschen ließ. Schon davor hatte Akinfejew drei vermeintlich ungefährliche Fernschüsse nicht festhalten können

Bei den Südkoreanern gehörte auch Kapitän Ja-Cheol Koo (FSV Mainz 05) zu den Aktivposten. Dagegen konnte der dritte Bundesliga-Profi in der südkoreanischen Startelf, Jeong-Ho Hong (FC Augsburg), wie viele seiner Teamkollegen kaum Akzente setzen.

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Schirokow fehlt

Seit 2002 war Russland nicht mehr bei einer WM dabei gewesen - die Rückkehr wurde zum Debütantenball: Den musste die Sbornaja auch noch ohne Kapitän Roman Schirokow bestreiten, er fehlt in Brasilien verletzungsbedingt.

Der gesamte Kader hatte bei Spielbeginn nur die Erfahrung jener neun WM-Minuten, die Kerschakow damals in Südkorea und Japan absolviert hatte.

Das Niveau in Cuiaba war mäßig, weshalb sich die brasilianischen Zuschauer zunächst selbst unterhielten und Lieder sangen. Zwischendurch versuchten sie sich auch an La Ola: Es wirkte allerdings ironisch angesichts des zunächst wenig begeisternden Geschehens auf dem Rasen der Arena Pantanal. Später dann pfiffen sie auch.

Fernschüsse als Rezept

Nach einem Solo von Koo, das der Offensivspieler von Mainz 05 mit einem Schuss nur knapp neben das Tor abschloss (11.), dauerte es bis zur 31. Minute, ehe auch die Russen eine Chance besaßen: Den Freistoß aus 35 Metern von Sergej Ignatschewitsch von ZSKA Moskau hielt Südkoreas Torhüter Sung-Ryong Jung.

Drei Minuten später fälschte Ignatschewitsch einen Schuss von Koo knapp neben das Tor ab.

Nach der Pause begannen die Russen schwungvoller, doch weder Wiktor Faisulin mit einem Weitschuss, noch Kapitän Wassili Beresuzki mit seinem Kopfball nach einer Ecke gelang die Führung (46.).

Auch Südkorea trug mit zwei Weitschüssen dazu bei, dass das Spiel zumindest ein wenig interessanter wurde. Doch auch in dieser Phase blieb Zählbares aus, bevor die Partie mit dem Treffer von Lee noch einmal ein wenig Fahrt aufnahm.

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