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Belgiens Trainer Wilmots hat ein goldenes Händchen, Origi macht das Achtelfinale klar. Schiedsrichter Brych ärgert Russland.

Rio de Janeiro - Marc Wilmots hob nach dem Durchmarsch seiner Roten Teufel ins WM-Achtelfinale erleichtert beide Arme und deutete lachend auf die Ersatzbank.

Wieder hatte der Trainer der Belgier ein goldenes Händchen bewiesen und beim 1:0 (0:0)-Sieg gegen Russland den Torschützen Divock Origi eingewechselt. Alle drei WM-Treffer der Belgier gehen damit auf das Konto von Jokern - und damit auch auf Wilmots' eigenes. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

Doch der Coach des möglichen deutschen Achtelfinalgegners blieb zurückhaltend. "Wir können jetzt ein bisschen feiern und den Sieg genießen. Aber klar ist auch, wir müssen uns jetzt auch seriös auf das nächste Spiel vorbereiten", sagte der ehemalige Schalker.

Wilmots wusste, dass ihm und seinem erneut nicht überzeugenden Team auch eine schwerwiegende Fehlentscheidung des deutschen Schiedsrichters Felix Brych weiterhalf: Der Münchner verweigerte den Russen einen klaren Foulelfmeter (27.). WM-Tippspiel: Mitmachen und 100.000 Euro gewinnen!

Origi kurz vor Schluss

Wie schon zum Auftakt gegen Algerien (2:1), als er in der zweiten Halbzeit die beiden Torschützen brachte, wechselte Wilmots auch diesmal den Sieg ein: Der 19 Jahre alte Origi vom OSC Lille traf im Duell der möglichen deutschen Achtelfinalgegner in der 88. Minute - gekommen war er in der 57. Minute. SHOP: Jetzt Belgien-Fanartikel kaufen

Zuvor war ein Freistoß von Kevin Mirallas am Pfosten gelandet (84.). Belgien könnte es am letzten Spieltag am kommenden Donnerstag gegen Südkorea ruhiger angehen lassen.

Capello schon unter Druck

Russland dagegen muss um den Einzug ins Achtelfinale bangen. "Wir brauchen einen Sieg gegen Algerien", sagte Trainer Fabio Capello.

Der Italiener bestätigte seiner Mannschaft "eine gute Leistung" und ein "gutes Spiel", stellte aber mit Bedauern fest, dass sie ihre Chancen nicht genutzt und deshalb auch nicht gewonnen habe: "Aber so ist Fußball."

Belgien zunächst ohne Tempo

In der Tat hatte es in der zweiten Halbzeit nicht mehr nach einem Sieg für die jetzt seit zwölf Pflichtspielen ungeschlagenen Belgier ausgesehen.

Die Mannschaft von Wilmots hatte beinahe jegliches Tempo verloren, das zumindest 30 Minuten lang sehr hoch war, und fand zunächst kein Mittel mehr, sich Chancen zu erspielen. Die vom italienischen Meistertrainer Fabio Capello betreuten Russen machten es kaum besser.

Beide Mannschaften hatten sich vor 73.819 Zuschauern zunächst ein Duell auf Augenhöhe geliefert, bei dem die Belgier leichte Vorteile besaßen.

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Die größte Chance vor der Pause vergaben aber dennoch die Russen. Nach einer Maßflanke von Denis Gluschakow köpfte Alexander Kokorin unbedrängt aus kurzer Distanz am belgischen Tor vorbei (44.).

Zuvor hatten auf anderen Seite vor allem der quirlige Dries Mertens und der Wolfsburger Kevin de Bruyne immer wieder für Gefahr gesorgt. Sie ließen aber wie die gesamte Offensive der Belgier Durchschlagskraft vermissen.

Alderweireld foult Kanunnikow

Die Fehlentscheidung von Brych folgte nach einer knappen halben Stunde: Toby Alderweireld traf Maxim Kanunnikow beim Versuch, ihm den Ball wegzuspitzeln, am Fuß - der fällige Elfmeterpfiff von Brych, der nahe an der Szene stand und gute Sicht hatte, blieb aus.

Für die fehlerlose Leistung in seinem ersten Spiel Uruguay gegen Costa Rica (1:3) hatte der Jurist aus München viel Lob erhalten.

Wilmots hatte Marouane Fellaini und Dries Mertens, die Joker-Torschützen vom 2:1 gegen Algerien, mit Einsätzen von Beginn an belohnt und dafür Nacer Chadli und Moussa Dembele auf die Bank gesetzt.

Zudem ersetzte Thomas Vermaelen in der Abwehr Jan Vertonghen. Die beiden mussten aber in der 31. Minute die Plätze tauschen, weil Vermaelen, der sich beim Aufwärmen am Knie verletzt hatte, nicht mehr durchhielt.

Capello setzte dagegen Joker-Schütze Alexander Kerschakow, der beim 1:1 gegen Südkorea getroffen hatte, wieder auf die Bank. Torwart Igor Akinfejew durfte wie angekündigt im Tor bleiben, trotz seiner zahlreichen Fehler gegen Südkorea.

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