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Islam Slimani (r.) und Esseid Belkalem bejubeln Algeriens Achtelfinaleinzug © getty

Islam Slimani köpft Algerien beim 1:1 gegen Russland zum ersten Mal in ein WM-Achtelfinale - und ins Duell mit dem deutschen Team.

Curitiba - Algerien ist Gegner von Deutschland im Achtelfinale der WM in Brasilien.

Die Nordafrikaner zogen durch ein 1:1 (0:1) gegen Russland bei ihrer vierten Teilnahme erstmals in die K.o.-Runde einer WM ein (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Bei ihrem ersten Anlauf 1982 war ihnen das nach dem überraschenden Auftaktsieg gegen Deutschland (2:1) nicht vergönnt gewesen, weil es am letzten Gruppenspieltag zwischen Deutschland und Österreich (1:0) zur "Schande von Gijon" kam.

Nicht nur wegen dieser wenig ruhmreichen Vorgeschichte sollte das DFB-Team gewarnt sein: Auch im bisher einzigen weiteren Duell mit Algerien zog Deutschland am Neujahrstag 1964 mit 0:2 den Kürzeren.

Slimani köpft das goldene Tor

Islam Slimani von Sporting Lissabon köpfte die Wüstenfüchse mit seinem Treffer in der 60. Minute ins Glück.

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Bis dahin waren die Russen durch den frühen Treffer von Alexander Kokorin (6.) auf einem guten Weg, am Montag in Porto Alegre auf die deutsche Mannschaft zu treffen.

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Slimani traf nach einem Freistoß per Kopf, Russlands Torhüter Igor Akinfejew sah dabei nicht gut aus, wurde zuvor aber auch von einem Laserpointer irritiert.

Die Algerier waren nach dem Spielende kaum zu halten vor Freude. "Wir haben Geschichte geschrieben, ich bin so glücklich", sagte Sofiane Feghouli, Star der Mannschaft, völlig aufgekratzt. Dieser Achtelfinaleinzug, ergänzte er mit strahlenden Augen, "ist für die Menschen in Algerien."

"Jetzt feiern wir erst mal"

Nabil Bentalib von Tottenham Hotspur sagte im "ZDF": "Gegen Deutschland, das wird hart. Aber jetzt feiern wir erst mal."

Der französische Musikproduzent und DJ Bob Sinclar träumte auf Twitter unterdessen schon von einem möglichen Bruderduell zwischen Frankreich und Algerien im Viertelfinale.

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Russland mit Start nach Maß

Für Russland war vor dem Spiel vor 39.311 Zuschauern in Curitiba ganz klar: Ein Sieg war Grundvoraussetzung fürs Weiterkommen.

Und in einem insgesamt flotten Spiel in Curitiba gelang den Russen auch ein Start nach Maß. Aus der ersten Torchance enstand gleich das 1:0, nach einem Flankenlauf von Dimitri Kombarow verwandelte Kokorin die Hereingabe mit dem Kopf.

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Es blieb lange die einzig gute Chance des Spiels, obwohl gerade die Russen nach den Spielen gegen Südkorea (1:1) und Belgien (0:1) zunächst richtig Betrieb machten.

Schwierige Platzverhältnisse

Die Sbornaja führte völlig verdient, die Angriffe versandeten aber auch meist an der Strafraumgrenze. Algerien hielt dagegen, hatte mehr Ballbesitz, aber auch viel Mühe, auf dem arg ramponierten Rasen wie gewohnt sein gutes Passspiel aufziehen.

Es dauerte eine gute halbe Stunde, ehe die Algerier, die nach der Auftaktniederlage gegen Belgien (1:2) gegen Südkorea (4:2) den torreichsten WM-Sieg einer afrikanischen Mannschaft gefeiert hatten, eine gute Gelegenheit besaßen.

Akinfejew rettet zweimal gegen Slimani

Den Kopfball von Slimani lenkte Akinfejew mit einer starken Parade aber über die Latte (29.). Zuvor hatte Oleg Schatow knapp über das Tor der Wüstenfüchse gezielt (26.).

Algerien hatte zunächst kaum einmal eine Lücke in der gut organisierten russischen Abwehr gefunden - war nun aber besser im Spiel. Die Nordafrikaner profitierten aber auch davon, dass die Sbornaja erst einmal den geordneten Rückzug antrat und den Gegner kommen ließ.

Das wäre beinahe schief gegangen, kurz vor Pause aber köpfte erneut Slimani nur in die Arme von Akinfejew (43.).

Algerien rettet sich ins Ziel

Russland schien dadurch etwas aufgeschreckt und kam mit mehr Schwung aus der Pause, Algerien gelangen zunächst kaum noch Entlastungsangriffe - ehe der starke Slimani zum Ausgleich einköpfte.

Russland setzte nun alles auf eine Karte, spielte noch offensiver, entwickelte aber kaum Torgefahr. Algerien verteidigte in der Schlussphase mit Mann und Maus und hatte letztlich nicht unverdient das bessere Ende für sich.

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