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Der Mexikaner Marco Rodriguez ist seit dem 1. Januar 1999 FIFA-Schiedsrichter © getty

Marco Rodriguez leitet Deutschlands Halbfinale gegen Brasilien. Dabei leistet er sich zuletzt einen folgenschweren Fehler.

Belo Horizone - Er hat die Beiß-Attacke von Luis Suarez übersehen - und damit den größten sportlichen Skandal dieser WM.

Dennoch darf der Mexikaner Marco Rodriguez am Dienstag das brisante Halbfinale zwischen Gastgeber Brasilien und Deutschland in Belo Horizonte (ab 21.30 Uhr im LIVE-TICKER) leiten.

Der Weltverband FIFA teilte dem 40-Jährigen am Sonntagabend die Leitung des ersten Semifinals zu.

Zuvor war er seit der Partie zwischen Uruguay und Italien (0:1) am 24. Juni nicht mehr zum Einsatz gekommen. Rodriguez hatte den Biss des Uruguayers Suarez in die Schulter seines Gegenspielers Giorgio Chiellini übersehen. Suarez wurde nachträglich für neun Spiele und vier Monate gesperrt.

Gutes Omen für beide Teams

Deutschland hat allerdings gute Erfahrungen mit Rodriguez. Er leitete 2010 das erste Gruppenspiel der DFB-Elf gegen Australien (4:0).

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Mexikanische Schiedsrichter bei Weltmeisterschaften sind ohnehin ein gutes Omen für Deutschland: Beim bislang letzten WM-Triumph 1990 pfiff Codesal Mendez das Endspiel gegen Argentinien. Er gab für Deutschland den fraglichen Strafstoß zum goldenen Tor von Andreas Brehme und zeigte den Südamerikanern Pedro Monzon und Gustavo Dezotti Rot.

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Auch Brasilien hat aber ganz gute Erinnerungen an Rodriguez. Der pfiff vor zehn Jahren das Halbfinale der Copa America zwischen dem Rekordweltmeister und Uruguay, das die Brasilianer im Elfmeterschießen gewannen. Anschließend siegten sie im Finale nach Elfmeterschießen gegen Argentinien, auch bei dieser WM der mögliche Endspiel-Gegner.

Ausbildung zum Trainer

Rodriguez kam vor der Uruguay-Partie bereits beim Gruppenspiel zwischen Belgien gegen Algerien (2:1) zum Einsatz. Dort hatte er einen berechtigten Strafstoß für den späteren deutschen Achtelfinal-Gegner Algerien gegeben.

Der 40-Jährige aus Mexiko-Stadt hat sogar eine Ausbildung als Fußball-Trainer absolviert. "Das hilft mir sehr, um das Verhalten der Spieler zu verstehen", erklärte er.

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Dritte Weltmeisterschaft für Rodriguez

Außerdem setzt er sich als christlicher Botschafter für Menschenrechte und für Drogenprävention ein. "Ich möchte mich um Menschen kümmern. Ich möchte mich um Kinder kümmern und denen Helfen, die in Not sind", sagte Rodriguez. Schon bei der WM 2006 in Deutschland war er im Einsatz gewesen.

Er ist damit der erst zweite Mexikaner nach Arturo Yamasaki Maldonado (1962 bis 1970), der bei drei Weltmeisterschaften Spiele leiten darf.

Rodriguez war bereits bei fünf Gold Cups tätig und leitete drei Endspiele der CONCACAF Champions League. 2007 war der 40-Jährige der Unparteiische beim Endspiel der Klub-WM zwischen den Boca Juniors aus Argentinien und dem AC Mailand.

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