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Martin Demichelis (l.) verließ den FC Bayern im Januar 2011 und wechselte zum FC Malaga © imago

Argentiniens Martin Demichelis trifft auf die Niederlande und Louis van Gaal. Die gemeinsame Vergangenheit verspricht Brisanz.

Von Marcel Guboff und Frank Hellmann

Sao Paulo/München - Martin Demichelis hat noch eine Rechnung zu begleichen. Wegen einer Trennung, an der er lange zu knabbern hatte.

Als er den FC Bayern 2011 verlassen hat, war das keineswegs ein gewollter Abschied. Siebeneinhalb Jahre lang kickte er für den Rekordmeister. Nach so langer Zeit sei er "schon ein Fan", gar ein "Sohn des Hauses" gewesen.

Doch dann kam Louis van Gaal.

Demichelis macht den heutigen Bondscoach für diese schmerzliche Trennung verantwortlich.

Umso brisanter dürfte das Aufeinandertreffen werden, wenn der 33-Jährige mit Argentinien am Mittwoch WM-Halbfinale in Sao Paulo auf die Niederländer mit dem ungeliebten Ex-Coach trifft (ab 21.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Demichelis lässt Giftpfeile im Köcher

Für Manchester-City-Profi Demichelis die große Gelegenheit, van Gaals Traum zu zerstören: einen Titel als Nationaltrainer zu holen - ehe er den Lokalrivalen Manchester United übernimmt.

(DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

Mit Giftpfeilen im Vorfeld der Partie hält sich der Innenverteidiger allerdings bewusst zurück.

Allein die Tatsache, dass es um den Einzug ins Finale einer Weltmeisterschaft gehe, sei ihm Motivation genug.

"Das ist ein besonderer Moment in meiner Karriere", sagt Demichelis.

"Mit van Gaal fing alles an zu stinken"

Tief im Inneren dürfte er sich allerdings mehr dazu denken, als er nach außen lässt.

Sieben Jahre lang hatte er das Trikot des FC Bayern getragen. Von Groll dem Verein gegenüber keine Spur.

Seine Flucht im Januar 2011 zum FC Malaga war erklärtermaßen ein Flucht vor dem heutigen Bondscoach.

"Seit dem ersten Augenblick, als Louis van Gaal kam, fing alles an zu stinken", hatte Demichelis damals gesagt.

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Vom Bankdrücker zum WM-Fahrer

Eine Saison lang lief es für Demichelis unter van Gaal noch nach Plan, er war Stammverteidiger bis zum Champions-League-Finale 2010, in dem er mit einer schwachen Vorstellung (SPORT1-Note 5) zur Niederlage gegen Inter Mailand beitrug.

Der Bruch folgte dann beim Saisonauftakt 2010/11 gegen den VfLWolfsburg. Van Gaal wollte Demichelis auf die Bank setzen.

Der weigerte sich - und machte sich beim strengen Coach damit endgültig unmöglich.

Der Schritt weg aus München war wohl der richtige.

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Von Malaga ging es die Zwei-Monats-Station Atletico Madrid direkt weiter zu Manchester City.

Mit den Citizens holte er im Sommer den Meistertitel, anschließend sprang er noch überraschend auf den WM-Zug auf.

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Durchgestartet mit neuer Frisur

Mit der kompletten Familie im Gepäck nimmt er zum zweiten Mal nach 2010 an einer Weltmeisterschaft teil - und das, obwohl er sein bis dato letztes Länderspiel im November 2011 bestritten hatte.

Beim 1:0-Erfolg im Viertelfinale gegen Belgien feierte er sein Turnierdebüt - und lieferte eine grundsolide Vorstellung mit 42 Ballkontakten, 32 Pässen und 50 Prozent gewonnenen Zweikämpfen.

Die Fans aus alten Münchener Zeiten dürften ihn mit seiner neuen Kurzhaarfrisur kaum wiedererkannt haben.

Die hat er sich zugelegt, nachdem er seine Mähne darauf gewettet hatte, dass er es nicht bis zur WM schaffen würde.

Im Halbfinale will er nun dafür sorgen, dass Louis van Gaal sich auf jeden Fall an ihn erinnert.

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