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Seit 2003 absolvierte Arjen Robben (l.) 80 Länderspiele für die Niederlande © getty

Die einen verlassen sich auf Messi, die anderen sehen Robben auf Augenhöhe - und hoffen auf den nächsten Psychotrick van Gaals.

Sao Paulo - König gegen Königin, das "Phänomen" Lionel Messi gegen Turbo-Fußballer Arjen Robben, Argentiniens Berti Vogts gegen Louis van G(eni)aal.

Das zweite Halbfinale der WM zwischen Argentinien und den Niederlanden am Mittwoch (ab 21.30 Uhr im LIVE-TICKER) elektrisiert nicht nur das "gespaltene" Oranje-Königshaus, sondern auch Fans auf beiden Seiten des Atlantiks.

Die kessen Niederländer scheint das Getöse Argentiniens Genie Lionel Messi wenig zu kümmern.

Sie haben schließlich ihre eigenen Spezialisten für die ganz großen Momente: Ihre Trümpfe im Kampf gegen den zweimaligen Weltmeister und dessen viermaligen Weltfußballer sind Arjen Robben und Louis van Gaal.

Robben einziger Rivale

Für die Zeitung "De Telegraaf" ist Robben der einzig verbliebene Rivale Messis im Kampf um den goldenen Ball, die Trophäe für den bester Spieler der WM.

Die Fußball-Weisen in den Niederlanden stellen ihn längst auf eine Stufe mit Messi - und teilweise sogar darüber.

"Wir können zuversichtlich sein. Messi kann zwar jederzeit etwas Besonderes tun - aber das kann Robben auch", erklärte der frühere Nationaltrainer Guus Hiddink.

Und Bert van Marwijk betonte: "Wenn ich die Wahl zwischen Messi und Robben habe, nehme ich Robben, kein Zweifel."

Mit van Gaal ins vierte Endspiel?

Und die Niederländer haben van Gaal. Er soll Oranje ins vierte WM Endspiel nach 1974 (gegen Deutschland), 1978 (gegen Argentinien) und 2010 (gegen Spanien) führen.

Der erste Titel soll endlich her. Und spätestens seit van Gaals Coup mit dem Torhütertausch vor dem Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Costa Rica vertrauen ihm Spieler, Fans, Medien und Kollegen beinahe blind. (SHOP: Jetzt WM-Fanartikel kaufen)

Einen Tag vor dem Halbfinale wird shcon über einen weiteren Coup des Coaches gemutmaßt. Routinier Nigel de Jong, dessen WM-Aus nach einem Muskelfaserriss festzustehen schien, machte das Abschlusstraining mit.

"Wir haben es mal versucht. Jetzt müssen wir schauen, wie er reagiert und ob das Wunder wahr wird", sagte van Gaal über de Jong.

Lob von Advocaat

"Er ist der beste Trainer, den die Niederlande je hatten", schwärmt derweil Dick Advocaat von van Gaal. Advocaat war selbst immerhin zweimal Bondscoach. Sogar van Gaals Intimfeind Johan Cruyff lobt, wenn auch nur den Teamgeist dieser spielerisch limitierten Elftal. Das können die Spieler nur bestätigen.

Die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft, sagt Wesley Sneijder, sei im Gegensatz zur erfolglosen EM 2012 "ein Unterschied wie Tag und Nacht."

Ob das Teamwork vor dem Spiel auch im niederländischen Königshaus so reibungslos funktioniert, ist fraglich.

König Willem-Alexander und Königin Maxima, eine gebürtige Argentinierin, fliegen jedenfalls nicht nach Sao Paulo. Damit es nicht vor den Augen der Welt zum Ehekrach kommt - vermuten bereits Spaßvögel im Internet.

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Maradona setzt auf Argentinien

Derweil scheint der Sieger für Diego Maradona schon festzustehen. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

"Argentinien ist die Mannschaft, die es nun zu schlagen gilt", tönt der Kapitän der argentinischen Weltmeister von 1986. Die Albiceleste mag schlecht spielen, aber sie gewinnt.

Und sie hat Lionel Messi. Er soll Argentinien endlich zum dritten WM-Titel führen nach schon 28 langen Jahren der Sehnsucht. Messi sei "der beste Spieler der Welt", beteuert Maradona, er werde es richten, verspricht der Jahrhundertfußballer.

"Er ist ein Phänomen"

Ganz Argentinien setzt auf Messi. Carlos Bilardo, beim letzten WM-Triumph von 28 Jahren Trainer, spricht mit funkelnden Augen von "diesem einzigartigen Jungen: Er ist ein Phänomen."

Selbst der jetzige Nationaltrainer Alejandro Sabella, ein glühender Verfechter des Teamgedankens und auch sonst vom Typ her dem ehemaligen Bundestrainer Vogts erstaunlich ähnlich, stellt Messi turmhoch über die Mitspieler.

"Er ist das Wasser in der Wüste", philosophierte Sabella über seinen Kapitän - und stützt damit Maradonas These, dass die Albiceleste nur ein "FC Messi" sei: "Wenn man glaubt, es gibt keine Lösung mehr, dann findet er trotzdem eine."

Und weiter: "Wenn uns die Luft ausgeht, gibt er uns neuen Atem. Er ist für uns ein Zeichen der Hoffnung. Wir vertrauen ihm voll und ganz", sagt Sabella.

Skeptiker voller Euphorie

So sind auch die anfänglichen Skeptiker längst voller Euphorie - und das Halbfinale irgendwie nur eine lästige Pflichtaufgabe. "Der Tisch ist gedeckt", behauptet die Tageszeitung "La Nacion".

Und Routinier Javier Mascherano versichert seinen 40 Millionen Landsleuten und den etwa 120.000 Fans, die in Sao Paulo mit und ohne Ticket erwartet werden: "Das ist eine einzigartige Chance, und die werden wir uns nicht entgehen lassen." (WM-Tippspiel: Mitmachen und 100.000 Euro gewinnen!)

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