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Toni Kroos (r.) wurde nach seiner Gala im 50. Länderspiel als "Man of the Match" ausgezeichnet. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Halbfinal-Spiels © getty

Nach der Glanzleistung von Toni Kroos gegen Brasilien könnte der FC Bayern ein neues Angebot machen. Doch die Zeit drängt.

Von Martin Volkmar und Christian Ortlepp

München - Bis zum Dienstag war man sich beim FC Bayern eigentlich sicher: Toni Kroos ist ein guter, aber kein sehr guter Spieler.

Gerne hätte der Rekordmeister den 2015 auslaufenden Vertrag mit dem Nationalspieler verlängert - allerdings nicht zu Kroos' Bedingungen.

Angeblich soll dessen Management eine Einstufung in die Gehaltsklasse der Topverdiener wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Franck Ribery im Bereich von geschätzt über zehn Millionen Euro im Jahr gefordert haben.

Kroos soll aktuell rund 4,5 Millionen Euro verdienen, was nicht mal die Hälfte des Gehalt von Mario Götze ausmachen würde. Was Kroos deshalb weiß, weil beide in Volker Struth den selben Berater haben.

Somit war das Tischtuch zerschnitten und die Bayern forderten vom 24-Jährigen eine schnelle Entscheidung über seine Zukunft, da sie nicht mit der unklaren Situation in die neue Saison gehen wollten.

Einigung mit Real Madrid

Struth einigte sich stattdessen nach SPORT1-Informationen mit Real Madrid grundsätzlich über einen lukrativen Fünfjahresvertrag, der seinem Mandanten angeblich zwischen fünf und sechs Millionen Euro netto pro Jahr bringen soll.

Lediglich Details wie Prämien und Markenrechte sind noch offen, zudem fehlt die sportmedizinische Untersuchung und es gibt vor allem noch keine Einigung der "Königlichen" mit den Bayern.

Weshalb Kroos bei der WM bisher immer wieder betont, er werde erst nach dem WM-Finale seine Entscheidung bekanntgeben. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

Der zusätzliche Wirbel um die anhaltenden Gerüchte scheint den Mittelfeldspieler in Brasilien aber eher zu beflügeln denn zu hemmen. Schon vor dem Halbfinale schwärmte Ex-Weltstar Johan Cruyff: "Der Junge macht alles gut."

Man of the Match gegen Brasilien

Und dann folgte erst der spektakuläre Auftritt beim 7:1 gegen Brasilien (Bericht), bei dem Kroos in seinem 50. Länderspiel zwei Tore vorbereitete und zwei Tore selber erzielte und danach als "Man of the Match" ausgezeichnet wurde.

Die führende spanische Sportzeitung "Marca" bezeichnete ihn als "König von Belo Horizonte" und verglich ihn mit dem portugiesischen Wort "O Rei" bewusst mit der so bezeichneten Fußball-Legende Pele. (919143DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

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In Madrid ist man von Spiel zu Spiel begeisterter darüber, was für ein Juwel sich Real für vergleichsweise wenig Geld an Land gezogen hat.

Allerdings ist die von "Marca" kolportierte Einigung mit dem FC Bayern auf 25 Millionen Euro Ablöse noch nicht fix.

Bayern-Führung skeptisch

Möglich erscheint nach Kroos' fortwährenden Glanzleistungen sogar ein Umdenken bei der in Teilen ihm gegenüber sehr kritischen Vereinsführung.

Die Skepsis gegenüber dem hoch veranlagten Techniker, dem viele Querpass-Fußball und Spielverlangsamung sowie seine nach außen oft lethargische Art vorwerfen, spaltet die Anhänger bis in die höchsten Kreise des Klubs.

Den Münchnern dürfte mittlerweile aber auch klar sein, dass ein Verlust des von Trainer Pep Guardiola sehr geschätzten Spielers einen Imageschaden nach sich ziehen könnte, und Schlagzeilen wie "Bayern kann Kroos nicht halten" möchte man natürlich vermeiden.

Sammer schweigt sich aus

Ob das reicht, um über den eigenen Schatten zu springen und auf die relativ hohen Forderungen des Kroos-Managements einzugehen, ist die Frage.

Sportvorstand Matthias Sammer gab am Dienstagmittag bei der Vorstellung der Neuzugänge Robert Lewandowski und Sebastian Rode keine Signale.

"Über Kroos gibt es momentan nichts zu sagen", hielt er nur fest.

Kroos würde gerne in München bleiben

Der Umworbene würde auch aufgrund der Geburt seines Sohnes im Vorjahr eigentlich gerne in München bleiben.

Bayern müsste dann aber zunächst das Real-Angebot mit deutlich höheren Ablöseforderungen in Richtung 40 Millionen oder mehr zurückweisen - und gleichzeitig Kroos in den Kreis der Topverdiener aufnehmen.

Ansonsten droht ein Jahr lang genau die Unruhe, die man unbedingt vermeiden wollte. Und am Ende würde man keinen Cent für den im nächsten Sommer ablösefreien Kroos sehen.

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