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Lionel Messi (l.) und Javier Mascherano spielen seit 2010 gemeinsam bei Barca © getty

Argentinien arbeitet sich ins WM-Finale, vertraut vorne auf Messis Geniestreiche und könnte so auch Deutschland gefährlich werden.

Aus Brasilien berichtet Maik Rosner

Sao Paulo - Vor dem Finale gegen Deutschland scheint Argentinien die Angriffslust gepackt zu haben, wenn auch vorerst nur verbal.

Deutlich zu vernehmen war das bei Javier Mascherano, der die forschen Töne zudem mit einer gewissen Selbstverständlichkeit garnierte.

"Natürlich wollen wir jetzt gewinnen", sagte der defensive Mittelfeldspieler.

Sabella erlebt "Krieg"

Bevor Alejandro Sabella einen Ausblick auf das Finale am Sonntag (ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) gegen die deutsche Nationalmannschaft wagte, wurde der Trainer der argentinischen Auswahl sogar ziemlich martialisch.

Einen "Krieg, wenn man so will", hatte der 59-Jährige beim knappen 4:2-Halbfinalsieg im Elfmeterschießen gegen die Niederlande erlebt (Bericht).

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Besonders verheißungsvoll wirkte diese Sichtweise nicht für das Endspiel im Maracana. Vielleicht hatte sich Sabella aber auch nur deshalb in der Bildsprache vergriffen, weil er so geschafft war vom zähen Ringen, das außer 120 torlosen Minuten vor allem viel Kampf geboten hatte (919613DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

"Wir erwarten den dritten Titel"

Dennoch wurde er danach für seine Verhältnisse geradezu euphorisch. "Wir haben schon zweimal die WM gewonnen - und erwarten den dritten Titel", sagte Argentiniens Trainer.

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Das klang deutlich selbstbewusster, als man das bisher von ihm gewohnt war bei diesem Turnier.

Und vor allem gerieten seine Aussagen nach dem Einzug ins Endspiel in Rio de Janeiro auch wesentlich offensiver als die Herangehensweise seiner Mannschaft in nahezu allen bisherigen sechs Auftritten in Brasilien (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Knappe Siege in Serie

Keine der Partien war ja mit mehr als einem Tor Unterschied gewonnen worden. Aber gesiegt hatten die Argentinier jedesmal, anders als Deutschland, das gegen Ghana 2:2 spielte.

Nach diesem müden Halbfinale gegen die Niederlande und einem Elfmeterschießen, das ebenfalls keine Spannung aufbauen konnte, wirkten die selbstgewissen Aussagen aber beinahe etwas deplatziert.

Argentinien nervt seine Gegner

Andererseits präsentierten sich die Argentinier in diesem Turnier bisher mit einem Stil, der auch für die deutsche Mannschaft unangenehm werden könnte. Die "Albiceleste" nervt ihre Gegner und zwingt diesen ein Spiel auf, das ihnen nicht behagt.

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Sabella wird deshalb selbst von einigen Landsleuten als anstrengender Pragmatiker empfunden. Zugleich gilt er nicht nur als penibler Taktiker, sondern auch als clever.

Großes Lob fürs DFB-Team

Mehr als Respekt hat ihm das bisher noch nicht eingebracht. Mit einem Sieg gegen Deutschland möchte er das nun ändern.

Dass er dabei weniger das eigene Spiel, sondern vielmehr das des Gegners als maßgeblich ins Kalkül zieht, ließ sich auch an seinen Einschätzungen ableiten. Denn er sprach beinahe mehr von Joachim Löws Ensemble als vom eigenen.

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"Deutschland hat in seiner ganzen Geschichte physische Stärke, taktisches und mentales Können gezeigt. Und sie hatten immer Spieler mit einem gewissen südamerikanischen Touch", sagte er. Darauf will Sabella seine Elf nun einstellen und ausrichten.

Müdigkeit als Faktor?

"Extrem schwierig" werde dieses Spiel, prophezeite er, auch weil seine Mannschaft zweimal über 120 Minuten gehen musste, die deutsche es aber zuletzt gegen Brasilien in der zweiten Halbzeit lässig habe angehen lassen können.

Zudem habe Deutschland einen Tag mehr zu Erholung gehabt.

Dass Sabella nun ankündigte, sein Team werde dennoch alles tun, um bis ganz nach oben zu kommen, klang schon beinahe wieder nach einem Kampf. Den sollen seine Argentinier nun auch Deutschland bieten.

Hoffen auf Messis Momente

Ganz so angenehm dürfte das wohl nicht werden. Ein ähnlich rauschhafter Abend wie im ersten Halbfinale am Dienstag gegen den WM-Gastgeber Brasilien ist gegen Sabellas Defensivstrategen jedenfalls kaum zu erwarten.

Zugleich birgt diese Mannschaft stets die Gefahr, mit einem lichten Moment zum Erfolg zu kommen.

In erster Linie ist dafür Lionel Messi zuständig - und Sabella hat sein ganzes Wirken darauf ausgerichtet, um dank eines Geistesblitzes seines Genius den maximalen Ertrag einzufahren.

Das ist auch die Idee für den Sonntag.

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