Die Elf von James Rodriguez ist vor den Viertelfinals in Top-Form. Die Favoriten schwächeln. Das SPORT1-Powerranking.

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Von Patrick Mayer

München - Silvio Gazzaniga schuf ein bildhauerisches Meisterwerk.

Die FIFA wollte 1971 ein Symbol für Gewinnstreben. Die Wahl des Italieners fiel auf zwei Fußballer, die die Weltkugel in die Höhe strecken. Geschaffen war der neue WM-Pokal.

Es ist dieses Objekt der Begierde, das die Profis in Brasilien antreibt.

Oder hemmt?

Deutschland: Viele Baustellen

Nicht bei jedem Favoriten läuft es (915064DIASHOW: Tops und Flops des Achtelfinales). Auch nicht bei Deutschland.

Jener Mannschaft, die die beste sein soll, die diese Fußball-Nation jemals hervorbrachte (BERICHT: Auf wen Löw jetzt setzen muss).

Doch das DFB-Team ist nicht alleine: Brasilien wankte im Achtelfinale im Elfmeterschießen, Argentinien in der Nachspielzeit. Von wegen Top-Favoriten.

SPORT1 checkt vor dem Viertelfinale (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014) im Powerranking die Formkurven der Teams und wagt eine Prognose:

8. Costa Rica: Gekommen, um zu zeigen...

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dass auch ein Vier-Millionen-Volk aus der Karibik Fußball spielen kann. Sie konzentrieren sich auf das, was sie können: wenig Ballbesitz, wenig Fehler, hohe Effizienz. Das dichte Fünfer-Mittelfeld entnervte ihre Gegner.

Das bekamen Italien, Uruguay und England in der Todesgruppe zu spüren. Im Achtefinale ging das Fußballmärchen weiter.

Doch auch wenn die Überraschungsmannschaft in sensationeller Form ist, fehlt doch die individuelle Klasse. Deshalb belegt Costa Rica im SPORT1-Powerranking den letzten Platz.

SPORT1-Prognose: Die Costa Ricaner durften sich umsehen in der Welt der Großen. Im Viertelfinale aber ist Schluss. Denn die Niederlande spielen schnell, explosiv und konsequent. Zu konsequent.

7. Brasilien: Neymar Superstar - das war's!

Eine starke Defensive reichte, um ins Viertelfinale zu kommen. Doch vorne drückt der Schuh: Die Selecao erinnert so nicht an brasilianische Teams vergangener Tage. "Wir haben zwei ausgezeichnete Innenverteidiger - und Neymar", sagte Tostao, der Weltmeister von 1970, in der "Folha de Sao Paulo". Mehr nicht, so seine Aussage.

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Das Team von Luiz Felipe Scolari hängt am Tropf seines Superstars. Mit dem 22 Jahre alten Neymar steht und fällt das Spiel Brasiliens. Der ist nun aber an Oberschenkel und Knie angeschlagen, wenn er auch für Kolumbien grünes Licht gab.

Dazu kommt die hohe emotionale Belastung durch das Gewinnen-Müssen. "Die Spieler weinen, wenn sie die Hymne singen, wenn sie sich verletzen, wenn sie Elfmeter schießen: Es reicht!", sagte Carlos Alberto Torres, Kapitän des Weltmeisterteams von 1970, in "Extra".

Im dramatischen Achtelfinale gegen Chile kämpfte die Selecao leidenschaftlich und zeigte die bisher beste Turnierleistung. Trotz ansteigender Formkurve offenbarte die Mannschaft aber einmal mehr ihre Schwächen. Nun fehlt auch noch Luiz Gustavo gelbgesperrt. Deshalb reicht es im Powerranking nur zum vorletzten Rang.

SPORT1-Prognose: Das Ende aller Träume naht. Weltmeisterlich ist die Selecao höchstens im Singen der Nationalhymne. Im Viertelfinale droht das Aus.

6. Deutschland: Mund abwischen, weiter geht's

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Was für ein Schuss vor den Bug. Algerien hatte Deutschland am Rande der Katastrophe (Pressestimmen). Man muss sich auch mal durchwurschteln, sagte Bundestrainer Joachim Löw hinterher. Seit dem famosen 4:0 gegen Portugal zeigt die Leistungskurve jedoch rapide nach unten.

Das Chaos gegen Algerien hinterließ Fragen: Nach taktischer Flexibilität und der Fähigkeit zur Selbstkritik. Die wird Löw nicht nachgesagt. Die Angst vor einem wiederholten Scheitern ist aber zu groß. "Sollen wir schön spielen und wieder nach Hause fahren?", fragte Per Mertesacker irritiert (News).

SPORT1-Prognose: Löw fürchtet die unvollendete Karriere. Er bringt Müller auf rechts, Lahm in der Abwehr, Andre Schürrle und Miroslav Klose offensiv. Die neuen Spieler stoppen den Abwärtstrend und schicken Frankreich nach Hause.

[kaltura id="0_isxowh6b" class="full_size" title="K pke Lahm auch super auf der rechten Seite "]

5. Belgien: Einstudiert ins Halbfinale?

Kahn ist begeistert von Belgien. Eden Hazard und Kevin De Bruyne zünden den Turbo ? endlich.

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In der Vorrunde blieb das Team von Marc Wilmots die hohen Erwartungen schuldig. Pflicht erfüllt. Kein Glanz. Doch der Konter zum 2:0 gegen die USA zeigte, was sie können ? zielstrebig, schnörkellos, einstudiert. Es geht deutlich aufwärts.

SPORT1-Prognose: Argentinien ist nur scheinbar unüberwindbar. Die Sensation ist greifbar.

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4. Argentinien: FC Messi genügt nicht

Über Lionel Messi ist alles gesagt. Er ist der wahrscheinlich beste Spieler auf diesem Planeten. Doch eine Mannschaft besteht aus elf Mann. Und genau das ist das Problem der Argentinier.

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Das starke zweite Hälfte gegen die Schweiz täuscht nicht darüber hinweg, dass die "Albiceleste" beinahe ins Elfmeterschießen hätte gehen müssen. Die Formkurve der Argentinier bewegt sich ziemlich genau auf einem Niveau - die Mannschaft tut, was nötig ist. Aber auch nicht viel mehr.

"Wir dürfen nicht nur der FC Messi sein", meint Diego Armando Maradona und warnt (News). Das einstige Idol weiß: Für die Argentinier gilt dasselbe wie für ihren großen Rivalen Brasilien - die Abhängigkeit von nur einem Mann.

SPORT1-Prognose: Das Land feiert Angel Di Maria. Aber ohne Messi geht nichts zusammen. Das könnte sich rächen. Zeigt der Superstar jedoch seine Galaform, bleibt Argentinien ein heißer Titelanwärter - und deshalb im Powerranking auf Rang vier.

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3. Frankreich: Ein süßer Traum

Frankreich ist wieder wer. Die Grande Nation frohlockt. Laut tönt die Marseillaise. Nach dem biederen 0:0 gegen Ecuador legten sie wieder zu. Was das Team wirklich drauf hat, zeigte es beim 5:2 gegen die Schweiz. Offensivfußball vom feinsten.

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Coach Didier Deschamps hat aus einem zerstrittenen Haufen eine Einheit geformt. Und dann ist da noch Karim Benzema.

Der Madrilene macht Franck Ribery vergessen. Europas Fußballer des Jahres fehle nicht. Sagt die französische Presse. Ein Trugschluss?

SPORT1-Prognose: Frankreich spielt ein wirklich starkes Turnier. Doch Honduras, Ecuador und Nigeria sind nicht Deutschland. Gegen das Nachbarland gilt es für die "Equipe Tricolore" zu beweisen, dass sie ein Titelanwärter ist.

[kaltura id="0_nki7mald" class="full_size" title="Viertelfinale Deschamps will nichts von Rache wissen"]

2. Niederlande: Sao Paulo, wir kommen!

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Halve finale. Auf Deutsch Halbfinale. In dieses führt der Weg der Niederlande, seit sie den Spaniern mit einem furiosen 5:1 im ersten Gruppenspiel ihren Stolz geraubt haben (911682DIASHOW: Diese Stars sind schon ausgeschieden). Im Achtelfinale zeigt Oranje die nötige Stehauf-Qualität.

Arjen Robben ist in der Form seines Lebens, meint TV-Experte Mehmet Scholl. Und Trainer Louis van Gaal bekräftigt: "Ich will Weltmeister werden."

SPORT1-Prognose: In Sao Paulo steigt das Halbfinale mit Oranje. Ohne die Leistung Costa Ricas zu schmälern: Die Karibik-Kicker sind keine Hürde, der Vize-Weltmeister von 2010 landet im Powerranking auf Platz zwei.

1. Kolumbien: Wie Phönix aus der ...

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Gestatten. James. James Rodriguez. 22. Weltklasse (BERICHT: Wann beginnt das Wettbieten um James?). Kolumbiens Jungstar ist drauf und dran, Neymar die Show zu stehlen. Mit James hat Kolumbien den besten Torschützen des Turniers (5 Treffer), mit Juan Cuadrado den besten Vorbereiter (4 Assists).

Die Mannschaft des Argentiniers Jose Pekerman hat einen klaren Plan, verteidigt kompakt, kontert überfallartig, aber kontrolliert.

Südamerika-Meister Uruguay wurde dominiert. Mit Biss und Balance. Und James. James Rodriguez.

Zehntausende begleiten das Team und träumen vom ganz großen Coup. Im SPORT1-Powerranking bringt das den Südamerikanern den ersten Platz ein.

SPORT1-Prognose: Kolumbien ist das, was man einen Party-Schreck nennt. 90 Minuten könnten gegen Brasilien reichen. Und dann ist alles möglich. Dank James. James Rodriguez.

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