Die DFB-Spieler freuen sich aufs Viertelfinale im Maracana - und hoffen auf eine Rückkehr zum Finale. Das Stadion ist ein Mythos.

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Rio de Janeiro - Maracana! Allein das Wort elektrisiert Fans und Spieler weltweit.

"König" Pele erzielte hier sein 1000. Tor. Garrincha, Zico, Socrates, Romario und Ronaldo verzauberten in diesem Fußball-Tempel die Massen.

Das Maracana ist ein Sehnsuchtsort und von Mythen umrankt wie kein anderes Stadion.

Auch Brasiliens "Hiroshima", wie der berühmte Schriftsteller Nelson Rodrigues das 1:2 im entscheidenden Spiel um den Titel bei der WM 1950 gegen Uruguay nannte, trägt den Namen dieser Arena:

"Maracanazo".

"Das Maracana ist etwas Besonderes"

"Nur drei Männer haben das Maracana verstummen lassen", sagte Alcides Ghiggia, der Schütze des 2:1 für Uruguay später: "Frank Sinatra, Papst Johannes Paul II. - und ich."

So weit wird es am Freitagabend wohl nicht kommen.

Und trotzdem löst der Gedanke an den Ort des Viertelfinal-Duells zwischen Deutschland und Frankreich (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) auch bei den DFB-Spielern Gänsehaut aus.

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"Das Maracana ist etwas Besonderes", sagte Andre Schürrle zwei Tage vor dem Spiel.

Teamkollege Manuel Neuer stimmte ihm vorbehaltlos zu: "Da kann man sich dran gewöhnen - hoffentlich."

Rückkehr zum Finale?

Mehr denn je ist das Maracana bei der WM in Brasilien das Ziel aller Träume: Am 13. Juli steigt mitten in Rio de Janeiro das Finale (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Wie es sich anfühlt, in einem der bekanntesten Stadien der Welt aufzulaufen, durften die Franzosen schon beim 0:0 im letzten Vorrundenspiel gegen Ecuador erfahren.

"Dort zu spielen, noch dazu bei einer Weltmeisterschaft, das ist fantastisch", sagte Mathieu Valbuena, der genau wie seine Teamkollegen von einem "mythischen Stadion" sprach.

Im Gegensatz zu 1950 können heute statt 200.000 inzwischen "nur" noch etwa 74.000 Zuschauer das Geschehen im Stadion verfolgen.

Dennoch erklärte Mathieu Debuchy: Man könne "sich nicht mehr erträumen".

Die besten Bilder des Maracana ZUM DURCHKLICKEN

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Mehr als ein Fußballstadion

Das Maracana war von Anfang an mehr als nur ein Fußballstadion. Erbaut für die WM 1950, sollte es ein Denkmal der neuen Größe Brasiliens sein, ein Versprechen für die Zukunft.

Die Architektur war ein Symbol für die junge Demokratie: Im Rund sollte jeder gleich gute Sicht auf den Rasen haben. Das Maracana war egalitär, nicht elitär. Ein Ort des Volkes.

Daran hat sich in den vergangenen Jahren einiges geändert. Nach der langwierigen und nicht immer reibungslosen Renovierung für die WM ist es für viele ein Ort für VIPs.

Manch Brasilianer hatte Tränen in den Augen, als er die runderneuerte Arena erstmals betrat. Andere kommen aufgrund der deutlich erhöhten Preise gar nicht mehr hinein.

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Zuschauerschwund bei Liga-Spielen

Die Verantwortlichen weisen die Kritik zurück. Man hätte das Maracana den Erfordernissen des modernen Fußballs anpassen müssen.

Aus der Vogelperspektive sehe es noch fast aus wie früher, sagte Bauleiter Icaro Moreno.

Auch FIFA-Boss Sepp Blatter spürt im Maracana noch "den alten Geist" - natürlich.

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Bei Spielen der brasilianischen Liga ist das Stadion aber meist nur spärlich besucht.

Selbst das als Fla-Flu bekannte prestigeträchtige Derby zwischen Flamengo und Fluminense wollten zuletzt nur 26.178 zahlende Zuschauer sehen.

Gewaltige Kulisse bei der WM

Bei der WM erstrahlt das Stadion mal wieder in seiner ganzen Pracht. Die Spiele sind nahezu ausverkauft, auch am Freitag dürfen sich das DFB-Team und die "Equipe Tricolore" auf eine gewaltige Kulisse freuen.

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So richtig Feuer unter dem Dach ist aber erst, wenn Brasilien spielt. So wie beim furiosen 3:0 im Confed-Cup-Finale 2013 gegen Spanien.

Bei der WM könnte die Selecao frühestens im Finale wieder im Maracana auflaufen.

Ein Duell mit dem Sieger der Partie zwischen Deutschland und Brasilien wäre aber nur im Halbfinale möglich.

Es bliebe also jemand anderem vorbehalten, das Maracana womöglich mal wieder zum Schweigen zu bringen.

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