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Arjen Robben ist bei der WM in bestechender Form
Der Niederländer Arjen Robben erzielte bei der WM bereits drei Treffer © getty

Arjen Robben ist in der Form seines Lebens und sieht sich auf einer Mission. Er lässt die Niederlande vom ersten WM-Titel träumen.

Von Patrick Mayer

München/Salvador de Bahia - Seine Sprinterqualitäten - atemberaubend. Seine Dribblings - eine Augenweide. Seine Flugkünste - eher umstritten.

Nach der WM-Gruppenphase war Arjen Robben ein weltweit gefeierter Held. Drei Tore. Unzählige Finte. Was für ein Spieler.

Seit vergangenem Sonntag werden die Elogen allerdings von manch kritischen Tönen überlagert. "Schwalbenkönig", mäkeln die einen. "Schauspieler", kritisieren die anderen.

Im Achtelfinale gegen Mexiko zeigte Robben seine zwei Gesichter. Den brillanten Fußballer. Aber auch die schnell zu Boden sinkende Diva.

Seine Niederlande qualifizierten sich dank eines Elfmeters für das Viertelfinale am Samstag gegen Costa Rica (ab 21.30 Uhr im LIVE-TICKER). Robben war gefallen. Nicht jeder hatte ein Foul erkannt. Klaas-Jan Huntelaar verwandelte. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Schwalben-Geständnis sorgt für Wirbel

Es sei in dieser Szene alles mit rechten Dingen zugegangen, versicherte Robben anschließend. Um dann doch für Wirbel zu sorgen.

"Ich muss zugeben, dass ich mich in der ersten Halbzeit habe fallen lassen, das hätte ich wirklich nicht tun sollen", sagte der Bayern-Star: "Das war dumm." Der Referee war nicht darauf hereingefallen. Mexiko tobte dennoch und schrie: "Betrug".

Robben scheint bei der WM bereit zu sein, ans Äußerste zu gehen. Er dehnt die Regeln - des Spiels und der Physik. Genau das macht ihn für die Konkurrenz derart gefährlich. Und es lässt Oranje träumen.

Weltmeister. Das waren sie noch nie. Auch Bondscoach Louis van Gaal will den Titel - mit aller Macht. Und er vertraut dem Mann, der sich auf einer Mission sieht: Robben.

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Mit 37 km/h ins Glück

Mit bis zu 37 Stundenkilometern saust der Stürmer in Brasilien über das Feld. Und das in sengender Hitze.

Robben zeigt sich als Vollprofi, der nichts dem Zufall überlässt. Als er vor dem Achtelfinale mit Yoga-Matte und in hautenger, orangefarbener Sporthose die Katakomben des Estadio Castelao in Fortaleza entlangging, lud dies zum Schmunzeln ein. Aber nur auf den ersten Blick.

Auch "ARD"-Experte Mehmet Scholl schaute zunächst irritiert, hielt kurz inne und meinte dann:

"Das zeigt den Charakter von Arjen. Er bereitet sich immer top vor. Höchst professionell."

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Robben ist "auf einer Mission"

"Wir sind auf einer Mission", sagt Robben: "Und nicht hier, um das Wetter zu genießen". Er ist fokussiert. Es geht auch um Genugtuung. Für das, was am 12. Juli 2010 geschah.

Schon damals träumten die Niederlande. Nie war ihr Traum konkreter. WM-Finale. Und Robben versagten allein vor Iker Casillas die Nerven. Spanien wurde Weltmeister. .

Robben weiß, er ist "in der Form meines Lebens". Mit seinen Tempodribblings und seiner Torgefahr reißt er seine Mitspieler mit.

Lob von den Kollegen

"Er ist einer, der jeden scharf macht", sagt Mittelfeldspieler Georginio Wijnaldum: "Er ist ein echter Anführer, und er entscheidet Spiele. Er ist für die gegnerische Abwehr eine Plage."

Und Dirk Kuyt, von van Gaal vom Stürmer zum linken Verteidiger umgeschult, erklärt pathetisch, dass er Robben gegen keinen Spieler der Welt tauschen würde. "Er spielt eine fantastische WM."

Sein Spanien-Trauma hat Robben bereits besiegt. Mit zwei Toren beim 5:1 zum Auftakt.

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Respekt vor Costa Rica

Jetzt stellt sich ihm Costa Rica in den Weg.

Robben zeigt großen Respekt vor dem Überraschungsteam. "Sie waren wirklich beeindruckend. Sie haben gezeigt, dass sie eine starke Mannschaft sind. Wir müssen uns sehr gut vorbereiten, um sie zu schlagen", sagt er.

Robben ist wieder im Tunnel. Er will nicht wieder kurz vor dem Ziel scheitern, sondern seine Landsleute feiern sehen. Das gab es erst einmal.

1988 sei das ganze Land zum Feiern auf die Straße gegangen, heißt es. Die Niederlande wurden Europameister. Diesmal ist noch mehr drin. Dank Robben. Er ist bereit, wirklich alles für den Titel zu tun.

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