vergrößernverkleinern
Argentiniens Gonzalo Higuain erzielte gegen Belgien sein erstes Turniertor. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Spiels © getty

Argentinien stoppt den Siegeszug der "Roten Teufel" und steht erstmals seit 1990 im WM-Halbfinale. Higuain trifft entscheidend.

Brasilia - Argentinien hat den Himmelssturm der "Roten Teufel" gestoppt und erstmals seit 1990 ein WM-Halbfinale erreicht.

Das Team um Superstar Lionel Messi besiegte Belgien im enttäuschenden vorletzten Viertelfinale in Brasilia mit 1:0 (1:0) und spielt nun am Mittwoch in Sao Paulo gegen die Niederlande um den Einzug ins Endspiel (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014).

Das goldene Tor für die abgezockten Gauchos erzielte Gonzalo Higuain schon in der achten Minute.

Es reichte zum fünften Sieg mit einem Treffer Unterschied im fünften Spiel bei der Endrunde in Brasilien (917381DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

Erste Pflichtspiel-Niederlage unter Wilmots

Die Belgier verpassten dagegen den erstmaligen Sprung in die Runde der letzten Vier seit 1986.

Bei der Endrunde in Mexiko waren sie damals ebenfalls an den Gauchos gescheitert. Nach vier Siegen in vier Spielen kam nun das jähe WM-Aus.

Es war die erste Niederlage im 15. Pflichtspiel unter Trainer Marc Wilmots.

Kritik an Referee Rizzoli

Der ehemalige Schalker "Eurofighter" nahm die Niederlage mit Fassung, auch wenn er leichte Kritik am italienischen Referee Nicola Rizzoli übte.

"Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Die Argentinier haben viel Zeit geschunden, das hat der Schiedsrichter durchgehen lassen", sagte Wilmots: "Wir haben alles probiert, um zurückzukommen. Insgesamt war es ein gutes Turnier von uns, ich bin stolz auf meine Spieler."

Kapitän Vincent Kompany blickte bereits voraus: "Diese Elf war eine der jüngsten im Turnier. In vier Jahren in Russland haben wir mehr Erfahrung und sind gereifter."

Matchwinner Higuain sah sein frühes Tor als Knackpunkt im Spiel: "Wir sind immer ruhig geblieben. Mein frühes Tor hat uns Sicherheit gegeben. Jetzt wollen wir ins Finale."

(SHOP: Jetzt WM-Fanartikel kaufen)

[tweet url="//twitter.com/hashtag/VamosArgentinaCarajo?src=hash"]

Higuain netzt eiskalt ein

Argentinien begann offensiver als in den Partien zuvor und spielte ein noch aggressiveres Pressing, das die Belgier vor große Probleme stellte.

Auch der viermalige Weltfußballer Messi beteiligte sich erstmals intensiv am frühen Verteidigen.

Das Gesamtpaket von Trainer Alejandro Sabella erwischte die "Roten Teufel" sichtlich auf dem falschen Fuß.

Für die gefürchteten schnellen Gegenstöße ließ ihnen der zweimalige Weltmeister schon im Anfangsstadium kein Platz.

Die frühe Führung fiel verdient, wenn auch glücklich.

Jan Vertonghen fälschte einen Pass von Angel di Maria unglücklich ab, Higuain nahm den Abpraller direkt und traf unhaltbar für Thibaut Courtois ins linke untere Eck.

Mirallas vergibt Ausgleichschance

Belgien gab durch den diesmal unauffälligen Wolfsburger Kevin De Bruyne erst in der 26. Minute den ersten Warnschuss ab, wurde danach aber etwas stärker, zumal die Albiceleste einen kleinen Schock zu verdauen hatte.

Di Maria, Schütze des 1:0-Siegtreffers in der Verlängerung des Achtelfinales gegen die Schweiz, humpelte mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz (33.).

Neun Minuten später verpasste Kevin Mirallas per Kopf den Ausgleich nur knapp.

Den brasilianischen Fans unter den 68.551 Zuschauern im Estadio Nacional war das Spiel, in dem die Argentinier den Vorsprung immer mehr verwalteten, schnell zu langweilig.

Sie feierten lieber den verletzten Nationalhelden Neymar minutenlang mit Sprechchören.

Higuain trifft die Latte

Belgiens Coach Wilmots hatte erneut Divock Origi als Sturmspitze aufgeboten statt Romelu Lukaku, der wie beim 2:1 nach Verlängerung gegen die USA im Achtelfinale zunächst als Joker auf der Bank saß.

Bei den Argentiniern kam der Ex-Münchner Martin Demichelis in der Innenverteidigung zu seinem ersten WM-Einsatz.

Auch nach der Pause fanden die Belgier kaum Zugriff auf das Spiel. Die Argentinier verstanden es weiterhin vortrefflich, die Kombinationen des Gegners schon im Keim zu ersticken.

Zudem blieben sie die gefährlichere Mannschaft.

In der 51. Minute fälschte Daniel van Buyten einen Schuss von Higuain fast ins eigene Tor ab, vier Minuten später traf der argentinische Angreifer vom SSC Neapel nach einem Solo die Latte.

(WM-Tippspiel: Mitmachen und 100.000 Euro gewinnen!)

Belgien vorne zu harmlos

Bei den Belgiern lief nichts zusammen, es wuchs die Verunsicherung, weil sie einfach keine Mittel gegen den quirligen und kompromisslosen Gegner fanden.

Wilmots brachte Lukaku für Origi (59.) und Dries Mertens für Mirallas - ein Kopfball knapp über das Tor von Marouane Fellaini war der Startschuss für den Schlussspurt, der aber auch nicht sonderlich beeindruckend ausfiel.

[image id="b14e40b7-63a5-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel