Das Fußball-Mutterland England hat bei der Vergabe der WM 2018 offenbar für die Enthüllungen britischer Journalisten über Bestechlichkeit von Mitgliedern im FIFA-Exekutivkomitee büßen müssen.

"Die afrikanischen Mitglieder im Exekutivkomitee waren wütend über den Bericht der 'Sunday Times'. Sie schlugen sogar auf einem Meeting vor, die Zeitung zu verklagen", sagte der japanische Verbands-Chef Junji Ogura, der ebenfalls Mitglied in der "Regierung" des Weltfußballs ist, am Dienstag.

England war bei der WM-Vergabe am vergangenen Donnerstag in Zürich bereits im ersten Wahldurchgang für die Endrunde 2018 mit nur zwei Stimmen gescheitert. Im zweiten Wahlgang hatte sich dann bereits Russland durchgesetzt.

Die FIFA-Exko-Mitglieder Reynald Temarii (Tahiti) und Amos Adamu (Nigeria) waren den Journalisten der "Sunday Times" im Vorfeld der Wahl auf den Leim gegangen und hatten ihre Stimmen bei der WM-Vergabe 2018 und 2022 quasi feilgeboten.

Temarii war von der Ethik-Kommission der FIFA für ein Jahr, Adamu für drei Jahre gesperrt worden.

Ogura gab zu, dass er durch die Veröffentlichungen selbst verwirrt gewesen sei. "Was ich sagen kann, ist, dass die Berichte definitiv einen Einfluss auf die England-Bewerbung hatten. Darüber gibt es keinen Zweifel", sagte der japanische Verbandschef.

Ogura ließ offen, welches Land er für 2018 unterstützt habe. Allerdings ließ er keinen Zweifel daran, dass die Bewerber Japan, Südkorea, Australien und Katar bei der Vergabe der WM 2022 im entscheidenden vierten Wahlgang für Katar votiert hatten.

Australien war im ersten mit einer Stimme, Japan im zweiten mit zwei und Südkorea im dritten Wahlgang mit fünf Stimmen gescheitert. Im letzten Durchgang setzte sich Katar mit 14:8 Stimmen gegen die USA durch.

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