Deutschland hat die Fußball-WM nach Ansicht des langjährigen FIFA-Mediendirektors Guido Tognoni nicht zuletzt durch eine umstrittene politische Entscheidung erhalten.

"Die Bundesregierung hat für das Gewinnen der Stimme eines saudi-arabischen Delegierten kurzfristig das Waffenembargo aufgehoben", sagte Tognoni auf dem Sportbusiness-Kongress (SpoBiS) in Düsseldorf und bekräftigte: "Die Bundesregierung hat alles getan - und auch das getan -, um diese Stimme zu bekommen."

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verwies die Behauptung Tognonis, die nach dessen Aussage "publik und bekannt" sein soll, ins Reich der Fabeln. "Das ist völliger Humbug, völliger Blödsinn. Ansonsten gibt es keinen Kommentar dazu", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

Deutschland hatte im Juli 2000 den Zuschlag für die WM 2006 mit 12:11 Stimmen im entscheidenden Wahlgang im Duell gegen Südafrika erhalten.

Der Schweizer Tognoni arbeitete von 1984 bis 2003 in verschiedenen Exekutivfunktionen in der FIFA und der UEFA. Zwischen 2001 und 2003 war der Jurist als FIFA-Marketingdirektor tätig.

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