Dem Fußball-Weltverband FIFA droht offenbar ein neuer Korruptionsskandal.

In einer brisanten Anhörung vor dem britischen Parlament beschuldigte Lord David Triesman am Dienstag vier hochrangige FIFA-Mitglieder.

Der frühere Präsident des englischen Verbandes FA und Ex-Chef der gescheiterten englischen WM-Bewerbung für 2018 nannte in diesem Zusammenhang die Namen der vier FIFA-Exekutiv-Mitglieder Jack Warner, Nicolas Leoz, Ricardo Teixeira und Worawi Makudi.

Darüber hinaus bestätigte Parlamentsmitglied Damian Collins, dass es Beweise für Bestechungszahlungen in Höhe von 1,5 Millionen Dollar (rund eine Million Euro) an den FIFA-Vizepräsidenten Issa Hayatou aus Kamerun und den Ivorer Jacques Anouma gebe.

In einer ersten Reaktion distanzierte sich FIFA-Präsident Joseph S. Blatter am Dienstag in Zürich von den Vorwürfen. "Ich bin Präsident und habe ein eigenes Gewissen. Daher kann ich nur für mich und nicht für andere Exekutiv-Mitglieder sprechen", sagte der schockierte Blatter.

Er habe die Mitglieder nicht ausgewählt und wisse nicht, ob sie Engel oder Teufel seien.

Blatter unterstrich, dass er für eine "saubere FIFA" kämpfen werde. Sollten Untersuchungen entsprechende Beweise liefern, so werde man unverzüglich handeln und keine Toleranz zeigen.

Triesmann zeigte sich vor dem Parlamentsausschuss äußerst besorgt und berichtete detailliert über vier Vorfälle.

Demnach soll angeblich Jack Warner, der erst in der vergangenen Woche als Präsident der Konföderation CONCACAF (Nord- und Mittelamerika und Karibik) bestätigt worden war, vier Millionen Dollar (2,8 Millionen Euro) für den Bau von Schulen in Trinidad/Tobago gefordert haben.

Die Anfrage des 68-Jährigen hätte man allerdings sofort zurückgewiesen.

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