DFB-Präsident Theo Zwanziger hat sich wegen der anhaltenden Korruptionsvorwürfe beim Weltverband FIFA für eine Vernehmung der Exekutivmitglieder im Zusammenhang der WM-Vergabe 2022 an Katar ausgesprochen.

"Letztlich müssen alle Exekutivmitglieder, die an der Abstimmung teilgenommen haben, gegebenfalls auch durch unabhängige Personen befragt werden, ob solche Verdachtsmomente tatsächlich berechtigt sein könnten", sagte Zwanziger der "Bild".

Der DFB-Boss wird am Freitag dem DFB-Präsidium einen Fünf-Punkte-Plan zur Korruptionsbekämpfung in der FIFA vorstellen.

"Das Thema WM-Vergabe an Katar steht in dem Fünf-Punkte-Plan ganz oben. Auslöser für mich war unter anderem auch die Aussage von FIFA-Generalsekretär Valcke, der bekanntlich in einer Email andeutete, Katar habe die WM möglicherweise gekauft. Es wäre unerträglich für jeden Fußball-Fan, wenn eine solche Entscheidung dauerhaft unter einem Korruptionsverdacht stünde, der nicht ausgeräumt wird", meinte Zwanziger.

Der Jurist fügte mit Blick auf eine mögliche Befragung der Exekutivmitglieder an: "Im deutschen Recht gibt es für solche Verfahren auch das Mittel der Eidesstattlichen Versicherung. Wahlentscheidungen, deren Ergebnis durch zweifelhafte Stimmen zustande gekommen sein kann, sind auf dieser Rechtsgrundlage dann nichtig."

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